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21.03.2018 – 16:55

Capital, G+J Wirtschaftsmedien

Bayer will auf Kritiker zugehen

Berlin (ots)

Chef der Agrarsparte Cropscience verspricht mehr Aufklärung und bessere Schulungen für Landwirte / Erstes Streitgespräch zwischen Bayer-Manager Condon und Grünen-Politiker Habeck

Berlin, 21. März 2018 - Der Chef der Agrarsparte Cropscience von Bayer, Liam Condon, hat Fehler in der Kommunikation und Außendarstellung seines Konzerns eingeräumt. "Die größte Erkenntnis für mich ist, dass wir als Bayer und als Industrie insgesamt viel mehr erklären müssen, was wir tun, warum wir das tun", sagte Condon in einem Streitgespräch mit dem Vorsitzenden der Grünen, Robert Habeck, das in der neuen Ausgabe des Wirtschaftsmagazins 'Capital' (Ausgabe 4/2018, EVT 22. März 2018) erscheint. "Wir waren lange fixiert auf den Landwirt und haben dem Verbraucher zu wenig erklärt, warum wir Innovationen in der Landwirtschaft brauchen. Wir müssen mehr den Dialog suchen, ansonsten werden wir das Vertrauen der Menschen nicht gewinnen", sagte Condon.

Die EU-Kommission hat die Übernahme von des US-Konkurrenten Monsanto durch Bayer an diesem Mittwoch genehmigt - wenn auch unter strengen Auflagen. So will Bayer große Teile seines Saatgutgeschäfts an BASF verkaufen. Gleichwohl steigt Bayer durch die 60 Mrd. Dollar teure Übernahme zum größten Agrarkonzern der Welt auf.

Das Gespräch zwischen Habeck und Condon wurde vor einer Woche in Berlin geführt. Es war das erste direkte Aufeinandertreffen eines hochrangigen Vertreters von Bayer und eines prominenten Grünen-Politikers. Die Grünen haben die geplante Übernahme seit Monaten immer wieder scharf kritisiert. Im Streitgespräch mit Habeck versprach Condon zudem, künftig noch stärker auf die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln durch Landwirte zu achten: "Wir versuchen, durch Schulung und Beratung die sachgerechte Anwendung unserer Produkte sicherzustellen, und werden das auch in Zukunft verstärkt tun. Und ich sage: Wir werden liefern und uns an unseren Taten messen lassen." Dennoch blieb Grünen-Chef Habeck in dem Streitgespräch bei seiner grundsätzlichen Ablehnung der Fusion: "Ich höre aus der Industrie das 'Wir haben verstanden, wir müssen etwas ändern'. Das freut mich. Nur passt dazu nicht die Übernahme von Monsanto", sagte Habeck.

Pressekontakt:

Timo Pache, Chefredaktion 'Capital',
Telefon: 030/220 74-5125
E-Mail: pache.timo@capital.de
www.capital.de

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