Capital, G+J Wirtschaftsmedien

‚Capital'-Interview mit Gesamtmetall-Präsident Martin Kannegiesser: Mehr Geld für Arbeitnehmer durch erfolgsabhängige Gehaltsbestandteil

    Köln (ots) -
    
    Arbeitgeber-Chef für Ende des Rotstift-Denkens / "Wenn es einem
Betrieb gut geht, soll er mehr zahlen" / Neue Prioritäten durch
Facharbeitermangel
    
    Unter dem Eindruck des Facharbeitermangels kündigt der Präsident
des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall, Martin Kannegiesser, eine "neue
Lohnpolitik" an: Die Betriebe dürften nicht nur auf die Kosten
schauen, sondern müssten auch "zusätzliche Leistungsanreize durch
Erfolgsbeteiligung, Qualifizierung und Vorsorge fürs Alter" bieten.
In einem Interview mit dem Wirtschaftsmagazin ‚Capital' (Ausgabe
10/2001, EVT 3. Mai 2001) sagte Kannegiesser weiter:
"Erfolgsbeteiligung gehört zu moderner Unternehmensführung wie Adam
zu Eva. Wenn es einem Betrieb gut geht, soll er mehr zahlen - wenn es
ihm im nächsten Jahr dreckig geht, dann wieder weniger."
    
    Falls die Gewerkschaften dafür bei den kommenden Lohnverhandlungen
kein Geld reservieren wollten, "dann sollten es die Unternehmer
trotzdem machen, sofern ihre Ertragslage Spielraum bietet", sagte
Kannegiesser im Capital'-Interview. Er wolle "raus aus der
Poker-Mentalität, bei der beide Seiten ihr Handeln ständig davon
abhängig machen, wie das dem Gegenüber vielleicht in die Hände
spielen könnte." Auch bei der Weiterbildung würden die Firmen "einen
Zahn zulegen". Die betriebliche Altersvorsorge will Kannegiesser
"fördern, frei von ideologischen Scheuklappen".
    
    Damit geht Kannegiesser indirekt auf die Äußerung von
IG-Metall-Chef Klaus Zwickel ein, der von einer "explosiven Mischung"
gesprochen hatte. Laut Gesamtmetall produzierten die Arbeitnehmer im
Januar und Februar dieses Jahres 21 Prozent mehr als vor zwei Jahren,
erhielten aber nur sechs Prozent mehr Lohn. Mehr erfolgsabhängige
Zahlungen machten es möglich, so Kannegiesser in ‚Capital', "die
offenen Stellen attraktiver zu dotieren". Die Metall- und
Elektroindustrie findet zur Zeit für rund 250.000 offene Stellen
keine geeigneten Bewerber.
    
ots Originaltext: Capital
Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de

Für Rückfragen:
Joachim Haack
PubliKom
Tel. 040/39 92 720

Original-Content von: Capital, G+J Wirtschaftsmedien, übermittelt durch news aktuell

Weitere Meldungen: Capital, G+J Wirtschaftsmedien

Das könnte Sie auch interessieren: