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'Capital'-Interview mit Siemens-Konzernchef Peter Löscher: Nach Abschluss des Konzern-Umbaus liegt der Fokus "voll auf profitablem Wachstum"

Hamburg (ots) - Kein vorzeitiger Ausstieg bei NSN geplant / Löscher lehnt Quoten-Diskussion ab

Der Umbau von Siemens ist nach den Worten von Konzernchef Peter Löscher weitgehend abgeschlossen. "Nach einer grundlegenden, zwölfjährigen Restrukturierung" werde Siemens nun "wieder voll auf profitables Wachstum" ausgerichtet, sagte er in einem Interview mit dem Wirtschaftsmagazin 'Capital' (Ausgabe 2/2011, EVT 20. Januar). Spekulationen, dass nach der Trennung von Siemens IT Solutions und Services (SIS) demnächst der Ausstieg aus dem Joint-Venture Nokia Siemens Networks (NSN) erfolgen könnte, nahm Löscher Wind aus den Segeln. Mit Blick auf die sechsjährige Vertragslaufzeit mit Nokia sagte er: "Selbstverständlich stehen wir zu laufenden Verträgen. Einseitige Schritte von uns wird es nicht geben."

Größere Übernahmen plant Siemens Löscher zufolge ebenfalls nicht. Es gebe mit Blick auf die Expansionsstrategie der Konkurrenten General Electric und ABB "keinerlei Grund, sich unter irgendeinen Handlungsdruck zu setzen", betonte er gegenüber 'Capital'. "Siemens ist gut aufgestellt." Die deutliche Erhöhung der Dividende steht nach seiner Ansicht in keinem Widerspruch zur Wachstumsstrategie. "Wir haben genügend Kapital, um in Wachstum zu investieren", sagte er. 2011 werde das Unternehmen die Etats für Innovation und Forschung sogar noch aufstocken. Zudem stellte Löscher klar, dass Siemens mit der Ausschüttung von 30 bis 50 Prozent des Nettogewinns "gerade mal im Mittelfeld der DAX-Konzerne" liege. Ziel sei es gewesen, "ein klares Signal an nachhaltige Investoren zu richten".

Löscher bestätigte, Siemens wolle "mit maßgeschneiderten Finanzierungslösungen das Kerngeschäft unterstützen, besonders bei großen Infrastrukturprojekten". Von einer eigenen Banklizenz verspricht er sich eine höhere finanzielle Flexibilität des Konzerns. "Ins Privatkunden-Geschäft steigen wir mit unserer Banklizenz aber nicht ein."

Zur Debatte um ungleiche Geschäftsbedingungen in China sagte Löscher, das Land sei in der Tat wettbewerbsintensiv. "Aber wenn sich ein Land industrialisiert, will es sich selbstverständlich auch eine eigene Basis schaffen." Das sei in der heutigen industrialisierten Welt nicht anders gewesen. Fortschritte gebe es in China bei Beteiligungsmöglichkeiten für ausländische Konzerne und beim Patentrecht.

Eine Beteiligung an der Diskussion um die Frauenquote in Führungspositionen lehnte Löscher kategorisch ab: "Ich nehme nicht an einer Männer-Diskussion über Frauenquoten teil. Wollen Sie Teil einer Männer-Quote sein? Ich nicht!" Die Vorstände Barbara Kux und Brigitte Ederer seien auf ihren Positionen, "weil sie die Besten sind für die Aufgaben, die sie verantworten - nicht weil sie Frauen sind."

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