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Vattenfall offen für Übernahmen in Deutschland Konzernchef Josefsson stellt starkes Wachstum in Aussicht

    Köln (ots) - Der schwedische Energiekonzern Vattenfall ist offen für weitere Firmenzukäufe in Deutschland. "Wir können uns durchaus vorstellen, Anbieter zu übernehmen", sagte der Vorstandsvorsitzende Lars Josefsson dem Wirtschaftsmagazin 'Capital' (Ausgabe 1/2009, EVT 18. Dezember). Der Markt komme in Bewegung, und in den nächsten Jahren werde noch viel passieren. Es könne jedenfalls kein Dauerzustand sein, dass sich in Deutschland rund tausend Versorger tummelten.

    Interesse an der Stadtwerke-Holding Thüga, die der Konkurrent E.ON verkaufen will, habe sein Unternehmen jedoch nicht, erklärte Josefsson gegenüber 'Capital'. Vattenfall ist in Deutschland vor acht Jahren aus vier übernommenen Energieanbietern hervorgegangen und nach E.ON und RWE der drittgrößte Stromproduzent.

    Den Marktanteil von derzeit 15 Prozent wolle man noch beachtlich steigern, kündigte Josefsson an. Gleichzeitig stellte er ein starkes Kundenwachstum in Aussicht. Die Marke von drei Millionen Verbrauchern wolle Vattenfall in Deutschland 2010 überschreiten. Derzeit beliefert das Unternehmen bundesweit 2,6 Millionen Haushalte mit Strom und Gas. Voriges Jahr hatte es nach einer massiven Preiserhöhung und zwei Störfällen in Atomkraftwerken einen massiven Kundenrückgang erlitten.

    Derzeit bekommt der Gesamtkonzern, der außer in Deutschland und Schweden noch in vier anderen Staaten aktiv und damit die Nummer fünf in Europa ist, die Finanzkrise zu spüren. Man müsse deshalb Abstriche an der Mittel- und Langfristplanung machen und rechne in den kommenden Jahren mit weniger Cashflow, sagte Josefsson. Für 2009 habe Vattenfall allerdings den größten Teil der Stromproduktion zu Preisen aus Zeiten vor der Krise bereits verkauft.

    Gleichzeitig hat das Unternehmen ein Effizienzprogramm aufgelegt mit dem Ziel, die Kosten in den nächsten zwei Jahren um elf Prozent zu senken. Für Deutschland geht es nach 'Capital'-Informationen um Einsparungen von 250 Millionen Euro. Die Mitarbeiter befürchten Gehaltskürzungen und Stellenabbau. Josefsson sagte dazu, Vattenfall sei ein "sehr verantwortungsvoller Arbeitgeber". Eine Entlassungswelle werde es nicht geben.

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Stefan Paul Mechnig, Redaktion 'Capital',
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