Capital, G+J Wirtschaftsmedien

Finanzämter haben es jetzt vermehrt auf die Vereine abgesehen
Existenz vieler Vereine durch verstärkte Steuerprüfung bedroht

    Köln (ots) - Vielen der rund 350.000 deutschen Vereine mit
insgesamt über 40 Millionen Mitglieder steht neuer Ärger mit der
Steuer ins Clubhaus. Wie das Wirtschaftsmagazin "Capital" (Ausgabe
9/2000, EVT 20. April 2000) berichtet, verstärkt der Fiskus seine
Prüftätigkeiten bei Vereinen, um die Anwendung der Steuergesetze zu
kontrollieren und die Anerkennung der Gemeinnützigkeit zu
kontrollieren. "Prüfer arbeiten sich ganz systematisch vor", beklagt
Bernd Beder, Geschäftsführer des Deutschen Spendenrats gegenüber
"Capital" und fügt hinzu: "Vor fünf Jahren begann es mit der
Umsatzsteuer, inzwischen stürzen sie sich auf alle Steuerarten."
    
    So müssen sich jetzt die Kassenwarte neben der Lohn- und
Umsatzsteuer auch mit Feinheiten des Körperschaftsteuerrechts
auskennen, soll nicht die Existenz des Vereins aufs Spiel gesetzt
werden. Hauptgrund für die verstärkten Kontrollen der Steuerbehörden
ist die ab Anfang 2000 geltende Möglichkeit , dass Vereine Spenden
auch direkt annehmen können. Das war zuvor nur über den Umweg der
Gemeinde möglich. Nun müssen Vereine dem Fiskus jede einzelne Mark
exakt nachweisen. Das überfordert nach Ansicht des Spenden-Experten
Beder die meisten Vereinsfunktionäre.
    
    Die neue Prüfpraxis der Finanzämter bestätigte Max Troll, Referent
der Oberfinanzdirektion Köln gegenüber "Capital": "Prüfer werden sich
den Weg der einzelnen Spende künftig genau ansehen." Bleiben hierbei
Fragen offen, drohen saftige Steuernachzahlungen und auch das
finanzielle Aus für manchen Verein. Aber auch das Haftungsrisiko für
die Vereinsfunktionäre steigt: Liegt dem Finanzamt eine falsche
Quittung vor, haftet der Aussteller persönlich für den Steuerausfall.
So muss der steuerunkundige Schatzmeister dann pauschal 40 Prozent
des Spendenbetrags an die Staatskasse zahlen.
    
    
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