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Nachzahlung der Allianz Lebensversicherung für zehntausende Kunden

    Köln (ots) - Allianz beteiligt Kunden mit Vertragsende am Neujahrstag 2008 nun doch an Stillen Reserven / Dennoch beharrt das Unternehmen auf seiner abweichenden Rechtsauffassung / Vorstandschef Maximilian Zimmerer: Verträge waren missverständlich formuliert

    Die Allianz Lebensversicherung in Stuttgart leistet millionenschwere Nachzahlungen an zehntausende Kunden, deren Lebensversicherungsverträge am Neujahrstag dieses Jahres ausgelaufen sind. "Wir beteiligen diese Kunden freiwillig an den Stillen Reserven", sagte der Vorstandsvorsitzende Maximilian Zimmerer gegenüber capital.de, der Online-Ausgabe des Wirtschaftsmagazins 'Capital'. Damit korrigiert der Allianz-Leben-Chef das bisherige Vorgehen im Unternehmen, über das 'Capital' berichtet hatte (siehe Ausgabe 3, EVT 17.1.2008).

    Nach dem neuen Versicherungsvertragsgesetz haben Kunden, deren Verträge Anfang 2008 auslaufen, erstmals einen Anspruch auf solche Zuzahlungen aus den Stillen Reserven ihrer Gesellschaft. Dennoch hatte der Stuttgarter Versicherer rund 30.000 Versicherte, deren Verträge ausdrücklich am 01.01.2008 endeten, nicht an den Bewertungsreserven beteiligen wollen. Zimmerer zufolge hätten die Verträge dieser Allianz-Versicherten formal bereits am 31. Dezember um 24 Uhr geendet; am Neujahrstag 2008 würden nur die Auszahlungen fällig. Gleichwohl räumt er ein: "Die Lebensversicherungsverträge, die als Ablaufdatum in der Police den 01.01.2008 nennen, wurden missverständlich formuliert. Das war ein Fehler."

    Nun erhalten alle anspruchsberechtigten Kunden mit Verträgen, die ausdrücklich am 1. Januar ausliefen, automatisch eine Nachzahlung, die sich an den Stillen Reserven des Konzerns orientiert. Das könnte sich lohnen: Die Allianz hatte mit rund 13 Milliarden Euro zuletzt den mit Abstand höchsten Mehrwert in ihren Kapitalanlagen. Die Hälfte des Betrags, der zum Jahresende errechnet wird, muss sie auf die gesamten Lebens- und Rentenversicherten umlegen. Die ausscheidenden Kunden erhalten dann eine Abfindung, deren Höhe sich nach der Dauer und Umfang des Vertrags richtet. Hochrechnungen des größten deutschen Policen-Aufkäufers Cash Life, nach denen ein Durchschnittskunde rund 2.000 Euro an Nachzahlungen erwarten kann und somit insgesamt 60 Millionen Euro anfielen, bezeichnete Zimmerer als "zu hoch". Gleichwohl muss Allianz Leben mit einem satten zweistelligen Millionenbetrag als zusätzlichen Aufwand rechnen. Die Stuttgarter weisen darauf hin, dass die Bearbeitung der ausstehenden Fälle voraussichtlich drei bis vier Wochen dauern wird.

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