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Frauenanteil in der Bewährungshilfe unter elf Prozent: Vermögens- und Eigentumsdelikte dominieren

Stuttgart (ots) - In der Bewährungshilfe Baden-Württembergs werden aktuell 20.073 Klienten betreut. Wie im Strafvollzug ist auch der Frauenanteil in der Bewährungshilfe ausgesprochen gering: nur 10,95 Prozent der Klienten sind weiblich, d.h. die Latenz für Straf- und Rückfälligkeit scheint bei Frauen weit weniger ausgeprägt als bei Männern.

Straffälligkeit ist "männlich dominiert"

Laut statistischem Landesamt sind von 5.591 Inhaftierten in Baden-Württemberg nur 5,25 Prozent, d.h. 294 Personen weiblich; auch der Frauenanteil in der Bewährungshilfe liegt weit unter jenem der Männer. Unter den 20.073 Bewährungshilfeklienten des Landes reduziert sich der Frauenanteil auf 10,95 Prozent (ca. 2.200 Personen). Grundsätzlich werden relativ mehr Frauen der Bewährungshilfe unterstellt als es bei Männern der Fall ist, was auch erklärt, dass ihr prozentualer Anteil in der Bewährungshilfe doppelt so hoch ist wie im Strafvollzug.

Widerruf nur bei 12,44 Prozent der weiblichen Bewährungshilfeklienten

Die Wahrscheinlichkeit, rückfällig zu werden, differiert erheblich zwischen den Geschlechtern, wie die Anzahl widerrufener Bewährungshilfeunterstellungen belegt. Im Jahr 2013 wurden von 9.682 beendigten Unterstellungen in Baden-Württemberg 1.792 aufgrund erneuter Straffälligkeit oder gravierender Verstöße gegen Auflagen und Weisungen des Gerichts durch Widerruf aufgehoben (Männer: 1.665 Widerrufe ≙ 19,28%; Frauen: 137 Widerrufe ≙ 12,44 Prozent).

Frauen begehen primär Eigentums- und Vermögensdelikte

Frauen neigen weit seltener zu Körperverletzung oder Gewaltstraftaten als Männer: ca. 59 Prozent aller Klientinnen der Bewährungshilfe Baden-Württembergs wurden infolge von Eigentums- und Vermögensdelikten der Bewährungshilfe unterstellt. Exklusive einer Ausnahme (Verstöße gegen das BtMG, 14,32 Prozent) bewegen sich alle anderen Anlassdeliktkategorien im einstelligen Prozentbereich. Bei männlichen Klienten hingegen sind es derzeit 28,58 Prozent, die aufgrund eines Eigentums- und Vermögensdelikts der Bewährungshilfe unterstellt sind.

"Pathologischer Diebstahl" - spezifisch weiblich?

Frauen, die persönliche Probleme und Enttäuschungen durch Diebstahl oder Betrug kompensieren, wird in der NEUSTART Einrichtung Stuttgart ein spezifisches Angebot unterbreitet: im Zweiwochenturnus erhalten sie dort Gelegenheit, an einer Gesprächsgruppe (FRAMED/Frauen mit EigentumsDelikten) teilzunehmen, die sich ihrer Problematik widmet. Unter Anleitung einer professionellen Bewährungshelferin werden sie darauf vorbereitet, sich für Risikofaktoren und Situationen zu sensibilisieren, die ggf. Rückfälligkeit verursachen. "FRAMED eröffnet unseren Klientinnen die Chance - in geschütztem Rahmen - über ihr oft tabuisiertes Delikt und dessen Folgen zu sprechen", so Nina Heller, die Leiterin von FRAMED. "Stabilisierende Faktoren zu erarbeiten und zu stärken, zählt zu den zentralen Aufgaben unserer Gruppe. Um die Wahrscheinlichkeit eines Rückfalls zu minimieren, empfiehlt es sich auch, psychotherapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Die Vermittlung an geeignete Therapeuten hat damit besondere Bedeutung", resümiert Nina Heller die wesentlichen Zielsetzungen ihrer Gruppe.

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