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Betreuung von Sexualstraftätern abhängig von Täterprofil

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Stuttgart (ots) - Eine neue Verwaltungsvorschrift (VwV KURS) bildet seit 01.04.2010 die Basis, führungs- und gefahrenabwehrrechtliche Maßnahmen und deren Koordination im Kontext besonders rückfallgefährdeter Sexualstraftäter sicherzustellen. Die Optimierung des Informationsaustauschs zwischen Justiz, Polizei und Maßregelvollzug unterstützt die Bewährungshilfe bei der Wahrnehmung ihrer Kontroll- und Betreuungsfunktion.

Wie charakterisiert sich nach KURS ein rückfallgefährdeter Risikotäter?

Maßgeblich für die Einstufung des Straftäters als besonders rückfallgefährdeter Risikotäter sind nach der neuen Verwaltungsvorschrift KURS insbesondere Personen,

   - die ein erhöhtes Aggressionspotential aufweisen,
   - die aufgrund der Art, Schwere oder Häufigkeit der begangenen 
     Straftaten resp. der festgestellten Motivlage oder
   - die aufgrund ihres Verhaltens nach der Tat resp. aufgrund ihrer 
     Entwicklung im Straf- oder Maßregelvollzug oder auch in der 
     Führungsaufsicht 

eine hohe Rückfallgefährdung erkennen lassen. Auch das aktuelle Umfeld des Klienten kann ein Indikator sein, Personen als KURS-Klienten einzustufen.

Sexual- und Gewaltstraftäter haben keine einheitliche Tätertypologie

Sexual- und Gewaltstraftäter besitzen, entgegen der häufigen Darstellung, keine einheitliche Tätertypologie, d.h. schon hier ist eine systematische Unterscheidung dringend geboten. Sexualstraftäter differenzieren sich in zwei große Kategorien: 1. Missbraucher und 2. Vergewaltiger, die entweder eine dissoziale oder psychosexuelle Grundproblematik aufweisen, und damit je unterschiedliche Betreuungsinterventionen nahelegen. So wird beispielsweise ein uneinsichtiger Vergewaltiger, dessen Delikte eine ausgeprägte Gewaltanwendung erkennen lassen, anders als ein Pädophiler, der seine Problematik akzeptiert und an einer Aufarbeitung seiner Straftat und Problematik ernsthaftes Interesse zeigt, keine analoge Betreuung erhalten, da die Rückfallgefährdung dieser Klientengruppen erhebliche Unterschiede aufweist und damit auch unterschiedliche Betreuungsformen nahelegt.

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