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08.05.2017 – 14:05

ProAbschluss

Berufliche Chancen verbessern: Mit der Initiative ProAbschluss Berufsabschluss nachholen

Berufliche Chancen verbessern: Mit der Initiative ProAbschluss Berufsabschluss nachholen
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Hessen (ots)

In Deutschland ist man zu Recht stolz auf das duale 
Berufsausbildungssystem und den hohen Anteil an Menschen mit 
abgeschlossener Ausbildung. Fachkräfte sind eine wesentliche Stütze 
der einheimischen Wirtschaft. Weitgehend unbekannt ist aber, dass 
auch hierzulande sehr viele Menschen arbeiten, ohne für den 
ausgeübten Job den geeigneten Berufsabschluss zu haben. Im 
wirtschaftsstarken Bundesland Hessen sind über 320.000 
sozialversicherungspflichtig Beschäftigte - etwa 13 Prozent der 
hessischen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer - ohne anerkannten 
Berufsabschluss.

In der Praxis führen viele von ihnen trotzdem hochqualifizierte 
Arbeiten aus. So wie Tino Sirlin, 35, aus Grasellenbach in Südhessen,
der erst 2016 seinen Berufsabschluss als Industrieelektriker 
nachgeholt hat. »Ich war auch ohne Abschluss ganz erfolgreich«, 
bekennt der alleinerziehende Vater heute. Seit vielen Jahren schon 
ist Sirlin bei der ABG Industrie Elektro GmbH im benachbarten 
Bensheim angestellt, war erst im Außen-, später im Innendienst. Als 
Ungelernter erfolgreich zu sein - das ist eher die Ausnahme. Menschen
ohne Berufsabschluss sind viermal so häufig von Arbeitslosigkeit 
betroffen und finden oft nur schwer einen neuen Arbeitsplatz. Denn 
bis zu 80 Prozent aller bei der Arbeitsagentur gemeldeten 
Arbeitsplätze sind Stellen für Fachkräfte mit entsprechendem 
Berufsabschluss. Obwohl Sirlins Arbeitsplatz nicht gefährdet war, 
wollte er den Berufsabschluss aber trotzdem nachholen. »Ohne 
Berufsabschluss kommt man über eine bestimmte Stufe einfach nicht 
hinaus«, stellt er fest und fügt hinzu: »Man muss auch immer mehr 
kämpfen und etwas mehr leisten als der Rest, um zu beweisen, dass man
etwas kann.« 

Auch für Katrin Blackburn war es wesentlich, den Berufsabschluss noch
nachzuholen. Die 35-jährige Mutter arbeitet im Vollschichtsystem im 
Duty-Free-Shop von Gebr. Heinemann SE & Co KG am Flughafen Frankfurt 
am Main. Blackburn hat ebenfalls 2016 ihren Abschluss nachgeholt, als
Einzelhandelskauffrau. Befragt über ihre Motivation sagt sie stolz: 
»Selbstbestätigung vor dem eigenen Kind, das war mir wichtig.« Viele 
Menschen wollen einen Fehler der Vergangenheit korrigieren, den sie 
seit Jahren bereuen. Ein Berufsabschluss steigert aber nicht nur 
Selbstwertgefühl und sozialen Status, sondern auch das Einkommen. Im 
Durchschnitt liegt der Bruttostundenlohn bei Personen mit 
Berufsabschluss um etwa 60 Prozent über dem Niveau von Ungelernten.

2016 hatte sich Tino Sirlin dazu entschlossen, seinen Abschluss als 
Industrieelektriker anzugehen. Der Impuls kam von der 
Unternehmensleitung, die Potenzial in ihm sah. »Es war wirklich 
stressig«, sagt er heute, obwohl bei ihm dank seiner Vorkenntnisse 
nur sieben Wochen Theorie- und Praxislehrgänge ausreichten und er den
Abschluss bei der IHK Darmstadt sogar als Jahrgangsbester gemacht 
hat. Sirlin wurde aber nicht nur durch seine Firma, sondern auch 
wesentlich durch ProAbschluss unterstützt, einer Initiative des 
Landes Hessen. Sie ist für hessische Beschäftigte gedacht, die keinen
passenden Berufsabschluss haben und die beruflich noch etwas 
erreichen wollen. Ein Manko wie der frühere Abbruch einer Ausbildung 
kann so korrigiert werden. Fachliche, kostenfreie Beratung zum Wie 
und Wo gehört ebenso zu den Leistungen wie die finanzielle 
Unterstützung. Voraussetzung: Älter als 27 Jahre muss man sein, einer
sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nachgehen und seinen 
Hauptwohnsitz in Hessen haben. Auch geringfügig Beschäftigte können 
die Zuschüsse beantragen, wenn der Arbeitgeber 
Sozialversicherungsbeiträge abführt. Alles andere klären überall in 
Hessen die zahlreichen ProAbschluss-Beratungskräfte, zu finden auf 
www.proabschluss.de. 

Die klug entwickelte Initiative hilft nicht nur den hessischen 
Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, sondern auch den lokalen 
Unternehmen. Denn der Fachkräftemangel ist inzwischen fast überall 
angekommen; insbesondere der Mittelstand ist betroffen. 50% der 
deutschen Mittelständler sehen aktuell den drohenden Fachkräftemangel
als größte Gefahr für die weitere Entwicklung ihres Unternehmens, wie
die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young im Januar 2017 in 
ihrem »Mittelstandsbarometer« ermittelt hat. 

Dass der Fachkräftemangel reell ist, spürt auch Jörg Lobmeier im 
hessischen Edermünde. Mit seinem innovativen Unternehmen Bautechnik 
Lobmeier e. K. recycelt er Abbruchmaterial und stellt daraus neue 
Baustoffe her. Im Bereich von Straßenunterbau aus 
Hausmüllverbrennungs-Asche hat er sich nach eigenen Aussagen 
deutschlandweit einen Spitzenplatz erarbeitet. »Unser 
Unternehmenskonzept ist, dass wir alle sehr eng miteinander arbeiten.
Jeder weiß, um was es geht«, so Lobmeier. Doch als Lobmeier jüngst 
eine qualifizierte Fachkraft für seinen Maschinenpark suchte, hatte 
er zunächst kein Glück. Vor allem in der mittleren 
Qualifikationsstufe sei kaum noch Personal zu bekommen. Den Grund 
sieht Lobmeier in der gesellschaftlichen Entwicklung: »Viele junge 
Leute machen heute Realschule und Abitur und wollen dann lieber einen
Bürojob, bei dem man sich nicht dreckig macht. Wer nicht ausgebildet 
wird, fehlt uns in der Praxis.« 
Lobmeier ist aber keiner, der lange lamentiert. Stattdessen suchte er
kurzerhand nach einer Lösung mit Leuten aus dem eigenen Betrieb. Der 
29-jährige Christian Scheliga, der vor zwei Jahren als ungelernter 
Bagger- und Laderfahrer ins Unternehmen gekommen war und sich 
brennend für die Maschinen- und Anlagentechnik des Unternehmens 
interessierte, wurde kurzerhand »ins kalte Wasser« geworfen, wie er 
selbst sagt. Seit Ende 2016 holt der ruhige junge Mann nun die 
Ausbildung zum Maschinen- und Anlagenführer nach. Jeden Freitag 
besucht er dazu die Jugendwerkstatt Felsberg, eine nahegelegene 
Berufsbildungseinrichtung, wo er einzeln trainiert wird. 
Normalerweise ist ein Einzeltraining im deutschen 
Berufsbildungssystem noch die Ausnahme. Die ungewöhnliche Lösung 
wurde möglich durch die Initiative ProAbschluss, die hier, wie in den
meisten Fällen, die Hälfte der Bildungs- und Prüfungskosten 
übernimmt. Scheliga, der schon viel Neues gelernt und auch im 
Unternehmen angewendet hat, ist dankbar und fest entschlossen 
durchzuhalten, damit sich das alles lohnt. 
Finanziert wird ProAbschluss aus Mitteln des Landes Hessen und des 
Europäischen Sozialfonds. Hessen ist das erste Flächenland, das eine 
derartige Initiative gestartet hat. Dass die Chancen mit 
Berufsabschluss viel besser sind als ohne, diese Erkenntnis greift 
zwar allmählich um sich, aber vielen Menschen verleiht erst die 
Unterstützung von außen den entscheidenden Impuls, Ziele endlich 
umzusetzen. Manche Karrieren werden überraschend möglich, wenn 
berufliche Erfahrung mit einem anerkannten Abschluss kombiniert 
werden kann. Der eingangs erwähnte Tino Sirlin aus Grasellenbach zum 
Beispiel ist heute Abteilungsleiter.

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Fakteninformation Initiative ProAbschluss
Gefördert aus Mitteln des Hessischen Ministerium für Wirtschaft, 
Energie, Verkehr und Landesentwicklung und der Europäischen Union - 
Europäischer Sozialfonds werden im Bundesland Hessen Beratung und 
Finanzhilfen bereitgestellt, die das Nachholen eines 
Berufsabschlusses wesentlich erleichtern. Die Initiative ProAbschluss
hilft damit gleichermaßen Unternehmen im Fachkräfte-Engpass und 
Beschäftigten.
Antragsberechtigt sind sozialversicherungspflichtig Beschäftigte mit 
Hauptwohnsitz in Hessen, die mindestens 27 Jahre alt sind und noch 
keinen anerkannten Berufsabschluss in ihrem ausgeübten Beruf haben. 
Auch geringfügig Beschäftigte, für die der Arbeitnehmer 
Sozialbeiträge bezahlt, werden gefördert.
In einer kostenfreien Beratung werden zunächst individuelle Wege und 
Möglichkeiten ermittelt, die zu einem Berufsabschluss führen. 
Finanziell kann fast jede abschlussbezogene Weiterbildungsmaßnahme 
unterstützt werden. Die Förderung besteht aus einem Zuschuss von 50 
Prozent der Teilnahme- und Prüfungsgebühren bis zu einer Höchstgrenze
von 4.000 EUR je Qualifizierungsscheck.
Administrativ betreut wird ProAbschluss vom gemeinnützigen Verein 
Weiterbildung Hessen e.V. Mehr Informationen zu ProAbschluss mit 
allen Beratungsstellen vor Ort unter www.proabschluss.de 

Pressekontakt:

weitere Fotos im Newsroom:
http://www.presseportal.de/pm/125863/3584202
Bilder (© ProAbschluss, Fotos: Kontrast Fotodesign, Seippel & Weihe)
kostenfreier Abdruck unter Angabe:
© ProAbschluss

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Der späte Berufsabschluss mit ProAbschluss hat sich gelohnt: Tino
Sirlin aus Südhessen ist heute Abteilungsleiter.

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Den Berufsabschluss neben der Arbeit nachgeholt und bei der IHK
Frankfurt das zweitbeste Prüfungsergebnis des Jahres erzielt: Katrin
Blackburn

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Freitags in der Jugendwerkstatt Felsberg: Christian Scheliga (li.)
wird von Ausbilder Martin Scholz fit gemacht für den Berufsabschluss
als Maschinen- und Anlagenführer.

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ProAbschluss bringt neues Wissen ins Unternehmen: Christian Scheliga
beim Warten einer Maschine im nordhessischen Edermünde.

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Lamentierte nicht lange über fehlendes Personal: Unternehmer Jörg
Lobmeier aus Edermünde

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Rückfragen zu diesem Artikel:
Matthias Hischer
Seippel & Weihe Kommunikationsberatung GmbH
Bernardstraße 14-16
63067 Offenbach/Main
Tel.: +49 69 60 32 79 - 73
Fax: +49 69 60 32 79 - 11
Mobil: +49 171 964 8650
www.seippel-weihe.com

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Pressekontakt ProAbschluss:
Dr. Rainer Behrend
Weiterbildung Hessen e. V.
Eschersheimer Landstraße 61-63
60322 Frankfurt am Main
Telefon 069 5979966-21
behrend@proabschluss.de

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