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Handelsblatt-Pressestimme zum Ende der Montagsdemonstrationen

    Düsseldorf (ots) - Der Westen hat nicht reagiert, der Funke ist nicht übergesprungen." Das Eingeständnis von Peter Wahl, Mitglied der globalisierungskritischen Organisation Attac, kommt nicht überraschend. Wenige Tage vor der geplanten Großdemonstration gegen die Agenda 2010 und Hartz IV am Samstag in Berlin implodieren die Montagsdemonstrationen auch im Osten. Ende August hatten laut Attac noch bis zu 150000 Menschen bundesweit an Protestmärschen teilgenommen. Vorgestern waren es noch nicht einmal mehr 10000 Demonstranten. Jetzt spricht Attac aus, was für viele bereits seit geraumer Zeit offensichtlich ist: Die Montagsdemonstrationen stehen vor ihrer Selbstauflösung. Mit ihren Aktionen und Parolen haben die Organisatoren der Montagsdemonstrationen besonders im Osten die falsche Erwartung geschürt, Hartz IV könne womöglich noch gekippt werden. Politische Enttäuschung und Frustration sind nun die Folge. Wohin das führt, haben die Wahlergebnisse der letzten zwei Wochen gezeigt: Wahlenthaltungen en masse und die Stärkung von Rechtsradikalen besonders im Osten. Ob das Christian Führer, der Pfarrer der Leipziger Thomaskirche, im Sinn hatte, als er zum ersten Mal zu einer Montagsdemonstration gegen Hartz IV aufrief? Oder Andreas Ehrholdt, Initiator der ersten Demo in Magdeburg? Wohl kaum.


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