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23.07.2020 – 10:56

Allgäu GmbH

Ostallgäuer Landrätin Maria Rita Zinnecker neue Aufsichtsratsvorsitzende der Allgäu GmbH

Ostallgäuer Landrätin Maria Rita Zinnecker neue Aufsichtsratsvorsitzende der Allgäu GmbH
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Ostallgäuer Landrätin Maria Rita Zinnecker neue Aufsichtsratsvorsitzende der Allgäu GmbH

Landrätin Indra Baier-Müller ist Stellvertreterin und damit erstmals zwei Frauen im Vorstand

Turnusgemäß nach drei Jahren wurden die Aufsichtsratsmitglieder der Allgäu GmbH neu berufen. Diesem gehören kraft Amtes die vier Landräte und die drei Oberbürgermeister der kreisfreien Städte an. Daneben wird ein Bürgermeister aus jedem Landkreis bestimmt. Auch Wirtschaft und Tourismus entsenden Vertreter in den Aufsichtsrat.

In der heutigen Sitzung hat der Aufsichtsrat die Ostallgäuer Landrätin Maria Rita Zinnecker zu seiner neuen Vorsitzenden gewählt. Sie ist damit zugleich auch Vorsitzende der Allgäu Initiativ Konferenz. Mit einem dreijährigen Wechsel des Vorsitzes im Kreis der Landräte und Oberbürgermeister wird eine Ausgewogenheit im Vorstand der Allgäu GmbH gewährleistet. Zur Stellvertreterin wurde die Oberallgäuer Landrätin Indra BaierMüller sowie Memmingens Oberbürgermeister Manfred Schilder für den Bereich der Politik gewählt. Für den Bereich Tourismus wurde erneut Staatssekretär und Vorsitzender des Tourismusverbandes Allgäu/Bayerisch Schwaben Klaus Holetschek und für den Bereich Wirtschaft der Vorsitzende der IHK-Regionalversammlung Kempten und Oberallgäu und Geschäftsführer des Allgäuer Zeitungsverlages Markus Brehm gewählt.

Marke Allgäu - wertvoll und voller Werte

Der scheidende Aufsichtsratsvorsitzende Anton Klotz hob in der Sitzung die wichtigsten Projekte der vergangenen drei Jahre hervor. Ein Meilenstein war die Fortschreibung der Marken- und Destinationsstrategie 2030. Die Grundlage bildet die Befragung von 5.000 Menschen, deren 21.000 Einzelantworten sowie Expertenmeinungen und die Analyse mehrerer Quellen. Deutlich wurde: Das Allgäu hat sich von einer touristischen Herkunfts- zu einer Qualitätsmarke entwickelt, die für Standort und Tourismus gleichermaßen wirkt. "Standort, Marke und Tourismus: Das Allgäu hat sich nicht zuletzt durch ein starkes, dicht geknüpftes Netzwerk zu einer selbstbewussten Größe in Bayern entwickelt", betonte Klotz. Messbar ist diese Aussage über aussagekräftigen Zahlen: Der Wirtschaftsstandort Allgäu einschließlich der Gründerszene sowie die immer breiter aufgestellte Forschung an der Hochschule Kempten hat sich ebenso hervorragend entwickelt wie der Tourismus. Förderprojekte wie Natur-Biken, Umweltbildung naturnaher Tourismus und Lech-Radweg schärfen das Profil des Allgäus als beliebte Radregion. Aber auch das Thema Pflege hat an Bedeutung gewonnen: 16 Einrichtungen engagieren sich unter dem Dach der Allgäu GmbH. Das Fachkräfte-Marketing wurde grundlegend neu gestaltet und eine empirische Studie zur Fachkräftesicherung in Auftrag gegeben. Der Wohnraum spielt zur Fachkräfte-Gewinnung eine wichtige Rolle und so wurde eine Wohnraumbedarfsprognose für 2030 erstellt. Sie ergab, dass bis 2030 neuer Wohnraum für rund 11.000 neue Mitbürger benötigt werden. Das Leitbild Energiezukunft Allgäu spielt in alle Bereiche hinein.

Neue Mobilitätskonzepte

An dieses Thema - neue Konzepte der Mobilität und Klimaschutz knüpfte die neue Aufsichtsratsvorsitzende Maria Rita Zinnecker an. Bereits in der Marken- und Destinationsstrategie 2030 - als schon lange vor der Corona-Krise, welche die Engpässe an diversen Hotspots im Allgäu verschärft - hat sich das Allgäu schon mit Lösungsansätzen beschäftigt. Zudem hat der Landkreis Ostallgäu bereits letztes Jahr das renommierte Fraunhofer-Institut für Materialfluss & Logistik (IML), Projektzentrum Verkehr, Mobilität und Umwelt aus Prien am Chiemsee beauftragt, ein Mobilitätskonzept für das Ostallgäu zu erstellen. Wie Zinnecker betonte, habe das Thema Mobilität Priorität, um sowohl Einheimischen als auch Gästen gleichermaßen Wohn-, Arbeits- und Urlaubsqualität zu garantieren. Auch darf es keine Gäste erster und zweiter Klasse geben. "Nur wenn es uns gelingt, diesen Konflikt der räumlich und zeitlich auftretenden Überfüllung der Straßen, Parkplätze und Sehenswürdigkeiten, darin eingeschlossen auch so mancher Gipfel und Berghütte, zu lösen, werden wir als attraktive Region für Tourismus und Standort mit hoher Lebensqualität wahrgenommen," erklärte Zinnecker. Und Klaus Fischer, Geschäftsführer der Allgäu GmbH ergänzt: "Wenn wir es schaffen die Mobilitätsfrage sowie das Flächen- und Wohnraumangebot im Sinne unserer Marke Allgäu intelligent zu lösen, können wir als Region eine Führungsrolle in Deutschland, wenn nicht sogar im deutschsprachigen Raum einnehmen".

Aufsichtsrat einigt sich auf Priorität

Dass mit diesen ehrgeizigen Zielen auch konstruktive Prozesse vieler Beteiligter verbunden sind, ist dem Aufsichtsrat bewusst: Es passiere auch schon viel wie die Nahverkehrspläne der Landkreise und Städte jetzt schon vorsehen und zusätzlich habe man das Thema Verkehrsverbund Allgäu in den Fokus genommen. Auch werden mit Unterstützung des Bayerischen Verkehrsministeriums Mobilitätskonzepte aufgesetzt. Das im Aufbau befindliche Wissenstransferzentrum für innovative und nachhaltige Tourismusentwicklung in Füssen wird ebenfalls das Thema Besucherlenkung und Mobilität bearbeiten. Wie Zinnecker erklärte, wolle man die Allgäu GmbH als zentrale Stimme nutzen, um gemeinsam Druck auf die bayerische Verkehrspolitik auszuüben. Eine zeitgemäße Anbindung von München bis Oberstdorf gehöre genauso dazu wie der Einsatz von Wasserstoffzügen. Große Hoffnung setze man in Klaus Holetschek als Staatssekretär im Bau- und Verkehrsministerium im Kabinett Söder.

Auswirkungen von Corona auf die Allgäuer Wirtschaft

Nicht nur die Tourismuswirtschaft traf die Krise schwer: 10 Wochen ohne Gäste lassen sich zwar nicht einholen, dennoch sind die Signale positiv, wie eine Umfrage ergab. Der Maschinenbau und die Automobilzulieferung leiden ebenso wie der Einzelhandel, die Gastronomie und viele Dienstleister. Hier werde man auf kommunaler und auch auf Allgäu-Ebene unterstützen. Schwerpunkte liegen bei der Bildung und Erleichterungen vor Ort. Von rund 2.000 noch unbesetzten Lehrstellen berichtete Markus Brehm aus der IHK Regionalversammlung Kempten und Oberallgäu. Die Krise hat gezeigt, wie wichtig ländliche und regionale Wirtschaftskreisläufe sind, welche man im Allgäu schon lange im Fokus habe. "Die Werte der Marke Allgäu gewinnen während und nach der Krise an Bedeutung", schloss Zinnecker.

Mit besten Grüßen aus dem Allgäu

Simone Zehnpfennig
Pressesprecherin
Geschäftsfeld Städte und Kultur
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