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Fritz Pleitgen war unterwegs zu Dreharbeiten im Mansfelder Land - Das Erste zeigt am kommenden Mittwoch seinen Film 'Land der Legenden - Fritz Pleitgen im "Roten Mansfeld" '

    Köln (ots) - Land der Legenden- Fritz Pleitgen im „Roten Mansfeld“ Das Erste, Mittwoch, 09.11.2005, 21.45 Uhr

    „Auf den ersten Blick wirkt das Mansfelder Land wie eine blühende Landschaft, aber dahinter sind viele Hoffnungen verdorrt.“ So das Fazit von Fritz Pleitgen nach seinen Dreharbeiten im Mansfelder Land. Vor 24 Jahren hatte er als ARD-Korrespondent die Region zwischen Ostharz und Halle schon einmal bereist.

    Das Rote Mansfeld war damals eine staatlich gepflegte Legende. Hier schlug das industrielle Herz des anderen deutschen Staates. Bergleute und Kupferschmelzer wurden von der kommunistischen Propaganda als Inbegriff der kraftvollen Arbeiterklasse gefeiert. In Wirklichkeit war das gigantische Mansfeld-Kombinat aber längst nicht mehr profitabel. Es gab noch andere Legenden, die von der SED- Führung gestrickt wurden. Sie rankten sich um das berühmte Lenin- Denkmal und Luthers Sterbehaus in Eisleben. Was er damals, ohne es prüfen zu können, weitergegeben hatte, kann Pleitgen nun korrigieren.

    Fritz Pleitgen hat alte Bekannte wieder getroffen, darunter Heinz Dittmann, der ehemalige Kupferschmelzer des größten Kombinats der DDR. Er ist seit Jahren ohne Arbeit und bringt die Situation auf den Punkt: “Arbeitslosigkeit ist das Schlimmste, was einem Menschen passieren kann. Das macht krank, klein und unsicher.“ Dittmann ist einer von vielen. Nach der Wende war das Mansfeld-Kombinat völlig zusammengebrochen. Seitdem herrscht Arbeitslosigkeit. Die Fabrikgebäude sind zum Teil gesprengt und die Bergwerksstollen geflutet.

    Aber es gibt auch Erfolgsgeschichten. So baut ein Winzer auf einer Braunkohlenhalde ertragreich Wein an. Das Werk MKM mit 1000 Mitarbeitern hat sich die modernste Kupferfertigung der Welt zugelegt. Die Firma gehört nun einer Aktiengesellschaft aus Kasachstan. Mit viel Mut haben ehemalige Kombinatsmitarbeiter eine europaweit einzigartige Reparaturwerkstatt für Dampflokomotiven aufgebaut. Und schließlich die Nonnen des Zisterzienser-Ordens im Kloster Helfta! Sie haben in Luthers Eisleben für ein Comeback der Katholischen Kirche gesorgt, das bei Pleitgens erstem Besuch 1981 niemand auf der Rechung hatte.

    Mit „Land der Legenden“ setzt Fritz Pleitgen seine Reihe deutscher „Heimatfilme“ fort. Zuvor wurden mit großem Erfolg „Rügen kein Wintermärchen“, „Wiedersehen mit dem Weihnachtsland“ und „Winterzauber im Thüringer Wald“ ausgestrahlt.

Redaktion Jürgen Thebrath

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