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WDR-Presseinformation: "die story: Im Todestrakt - Die Gefangenen auf Guantanamo Bay", Das Erste, Sonntag, 04.01.04 - 23.15-24.00 Uhr

    Köln (ots) - US-Marinestützpunkt Guantanamo Bay auf Kuba. Mit exclusiven Bildern aus dem Gefangenenlager belegt "die story", unter welch menschenunwürdigen Bedingungen die USA "ihre" Gefangenen im Camp Delta kasernieren. Den 600 Inhaftierten drohen Sondergerichte: Keine Trennung zwischen Richter und Staatsanwalt, und auch der Rechtsbeistand wird von der Army gestellt. Die Einrichtungen zur Vollstreckung der Todesstrafe sind gebaut. Zum ersten Mal äußern sich Bewacher, Ankläger und Verteidiger aus dem Pentagon über die Haft im rechtsfreien Raum auf Kuba. Darüber hinaus lässt WDR-Autor James Pastouna ehemalige Gefangene zu Wort kommen.

    Zum Beispiel Sayed Abbassin. Er war Taxifahrer in Kabul, als ihn amerikanische Soldaten verhafteten und in einen Käfig des Gefangenenlagers von Guantanamo Bay steckten. Er berichtet über seine Erfahrungen als "detainee", als einer, der plötzlich zu den schlimmsten Killern und Terroristen gezählt und entsprechend behandelt wurde. Und er erzählt über die, die noch sitzen.

    Zum Beispiel Murat Kurnaz, der in Bremen geboren wurde und dort aufwuchs. "die story" erzählt, wie der junge Türke, der nur durch Zufall kein deutscher Staatsbürger ist, über Pakistan und Afghanistan in das berüchtigte Gefangenlager geriet. Es ist die Geschichte von einem, der zum islamischen Fundamentalisten wurde. Einer, der mit seinem Freund nach Pakistan fliegen wollte, um dort Koranlehrer zu werden. Sein Freund S. Bilgin wurde am Flughafenschalter abgewiesen und wieder nach Hause geschickt. Und während Murat die Todesstrafe durch die Giftspritze droht, lebt Bilgin unbehelligt mit seiner Frau in Bremen.

    Zum Beispiel Moazzam Begg, 35 Jahre alt und britischer Bürger aus Birmingham. Er steht auf der Liste von sechs Angeklagten, denen als erste der Militärprozess gemacht werden soll. Durch Intervention von Tony Blair, sagen die amerikanischen Militärs, wird er im Falle der Höchststrafe nicht hingerichtet. In den Briefen an seine Eltern beklagt er seine Situation, beschreibt seinen Alltag in der Einzelzelle. Seine junge Frau hofft mit ihren zwei Kindern, dass er wieder frei kommt, wohl vergebens, wie "die story"-Recherchen nahelegen.


Ein Film von:      James Pastouna
Redaktion:            Klaus Martens

Rückfragen: WDR-Pressestelle, Alexander Hack, Tel. 0221/220-4869

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