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"WDR Sport inside": Ermittlungen gegen rechtsextreme Hooligans nach Prag-Spiel komplett versandet

Köln (ots) -

Gut sechs Monate nach dem Fußball-Länderspiel in Prag sind sowohl in 
Deutschland als auch in Tschechien alle Ermittlungen gegen die 
rechtsradikalen Störer versandet. Das geht aus Recherchen der 
WDR-Sendung "Sport inside" (Mittwoch, 14.3.2018, 22.55 Uhr) hervor. 
Der zuständige Düsseldorfer Oberstaatsanwalt Patrick Rieck bestätigte
gegenüber der WDR-Sendung, dass es bis heute nicht gelungen sei, 
Beschuldigte anhand der vom DFB zur Verfügung gestellten 9 Gigabyte 
Videomaterial namentlich festzustellen und etwaigen Beschuldigten 
eine konkrete Straftat nachzuweisen. Gestern teilte das zuständige 
Referat der Polizeidirektion Prag "Sport inside" mit, dass der Fall 
gemäß § 159a/5 der Strafprozessordnung eingestellt worden sei. Es 
sei, so die tschechischen Behörden weiter, nicht möglich gewesen, 
"die Tatsachen festzustellen, die die Einleitung einer 
Strafverfolgung gegen eine bestimmte Person rechtfertigen würden".

Bei dem WM-Qualifikationsspiel Tschechien gegen Deutschland am 1. 
September 2017 in Prag hatten rund 250 vorwiegend rechte deutsche 
Hooligans im Stadion Pyrotechnik gezündet, den DFB sowie Spieler der 
Nationalmannschaft beleidigt und verfassungsfeindliche Symbole 
verwendet. Konkret kamen aus dem Block der Hooligans und 
Rechtsradikalen "Sieg Heil" - Rufe, was in Deutschland und Tschechien
als Straftat gilt. 

Nur wenige Monate vor der WM in Russland befürchten nun Kritiker, 
dass durch die versandeten Ermittlungen das Signal der Straffreiheit 
für randalierende Fans im Ausland in die Szene gewaltbereiter und 
rechtsradikaler Hooligans gesendet werde. "Die Signalwirkung, dass es
keine adäquate Strafverfolgung gab, ist eine schlechte, weil es nahe 
legt, dass solche Dinge wieder passieren können und dass solche Dinge
nicht bestraft werden", sagt Robert Claus, Experte für 
Rechtsextremismus im Sport. Dass deutsche "Problemfans" zur WM nach 
Russland reisen, gilt als wahrscheinlich. Im Internet kursieren 
Videos, auf denen sich deutsche Hooligans bereits auf das Turnier in 
Russland vorbereiten. "Russland ist in Reichweite. Es gibt etablierte
Netzwerke von deutschen Hooligans mit Hooligans aus der Ukraine, aus 
Ungarn, aus Polen und auch aus Russland", so Claus weiter bei "Sport 
inside".

In Deutschland ist die Generalstaatsanwaltschaft in Düsseldorf für 
die Identifizierung deutscher Fußball-Straftäter im Ausland 
zuständig. Das Sonderdezernat wurde nach der WM 1998 in Frankreich 
gegründet, wo deutsche Hooligans den französischen Polizisten Daniel 
Nivel schwer verletzt hatten. 

Einen Beitrag zum Thema sendet der WDR in der Sendung Sport inside am
Mittwoch, 14.3.2018, ab 22.55 Uhr.

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