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"Die Ukrainer sind gestorben für das Recht, Europäer zu sein" - Petro Poroschenko im ARD-Interview

Köln (ots) - "Die Ukrainer haben einen sehr hohen Preis bezahlt. Sie sind gestorben für das Recht, Europäer zu sein", sagte der ukrainische Präsident Petro Poroschenko in einem Exklusivinterview mit Udo Lielischkies, Leiter des ARD-Studios Moskau.

In dem knapp halbstündigen Gespräch wies Poroschenko darauf hin, dass die Sicherheitssysteme der Nachkriegszeit sowohl in Europa als auch in der Welt nicht mehr effizient seien. Die Nato sei die einzige Struktur geblieben, die die Sicherheit der Staaten gewährleisten könne. Poroschenko bekräftigte die Position der Ukraine, wonach es vor einem möglichen Nato-Beitritt zunächst Reformen geben müsse: "Wir müssen alles machen, damit das Land, das Einkommensniveau seiner Bürger, sein Bruttoinlandsprodukt, die Investitionen in die Verteidigung und die Streitkräfte den Kriterien entsprechen, die heute für Länder gelten, die die Nato-Mitglied-schaft anpeilen. Die Ukraine wird sich ohne jeden Zweifel verteidigen. Und die Ukraine wird auf jeden Fall nach Verbündeten suchen, die ihr dabei helfen können. Ich bin überzeugt, dass dieses neue Sicherheitssystem effiziente Mechanismen für Friedenssicherung enthalten wird. Es darf nicht gegen jemand anderen gerichtet sein, auch nicht gegen Russland."

Im Zusammenhang mit der Situation in der Ostukraine betonte Poroschenko, dass die Ukraine penibel alle zwölf Punkte des Minsker Protokolls erfüllt habe. Nur die "absolute Verantwortungslosigkeit der Rebellen und Terroristen von Donezk und Luhansk" habe zu zahlreichen Opfern geführt. Deswegen solle die Armee ausgebaut und die Kampffähigkeit des Landes gestärkt werden: "Wenn nötig, werden wir mit dem Revolver unter dem Kissen schlafen".

Gleichzeitig dementierte der ukrainische Präsident "kategorisch den Unsinn, dass der Präsident Russlands entweder mir oder der Ukraine in unseren Telefongesprächen droht." Tatsächlich versuche er, den Dialog nicht abreißen zu lassen: "Ich versuche immer, die Tür des Friedens offen zu halten." All dies könne aber nur dann passieren, wenn die Besatzungsarmee abziehe.

Eine Langfassung des Interviews steht ab 17.00 Uhr auf tagesschau.de. In der heutigen Ausgabe der Tagesthemen um 22.45 Uhr wird eine zehnminütige Fassung ausgestrahlt. Die Federführung für das ARD-Studio Moskau liegt beim WDR.

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