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09.05.2012 – 13:30

WDR Westdeutscher Rundfunk

15. WDR Europa Forum in Brüssel WDR-Intendantin Monika Piel: Bürger erwarten wehrhafte Politik gegen das Diktat der Märkte

Brüssel (ots)

Zum Auftakt des 15. Europa-Forums des Westdeutschen Rundfunks in 
Brüssel hat WDR-Intendantin Monika Piel angesichts der zunehmenden 
Kritik an europäischen Entscheidungen die Politik aufgefordert, sich 
noch intensiver im Wettstreit der Argumente um bestmögliche Lösungen 
für die Probleme zu bemühen. "Mein Eindruck ist, dass sich die Bürger
wünschen, die Politik möge sich nicht von Vorneherein weder dem 
Diktat von Märkten, noch dem von Spekulanten und auch nicht dem von 
Rating-Agenturen beugen." Werde diese Erwartung enttäuscht, drohe ein
weiterer Verlust des Vertrauens in die Politik. So sei zu fragen, ob 
die so genannte Rettungspolitik für Banken oder Staaten fortgesetzt 
werden könne. "Einfache Lösungen für Europa gibt es nicht, aber der 
europäische Einigungsprozess ist ohne Alternative", so Piel weiter. 
Diese Überzeugung dürfe allerdings nicht bedeuten, dass die bislang 
vorgeschlagenen Lösungsmodelle alternativlos seien. In dieser 
schwierigen europäischen Situation komme den Medien eine  
verantwortungsvolle Rolle zu. "Wir müssen wahrheitsgemäß berichten, 
Hintergründe und Zusammenhänge aufzeigen und allen relevanten 
Meinungen ein Forum bieten", war die WDR-Intendantin überzeugt. 

Der Präsident des Europäischen Parlaments, Martin Schulz, lobte 
zunächst das Europa-Forum des WDR als "eine der bedeutendsten 
Veranstaltungen, die sich mit europäischen Fragestellungen befasst. 
Schulz machte weiter deutlich, dass die Politik inzwischen an einem 
Wendepunkt stehe. "Es gibt zwei Optionen: Entweder den europäischen 
Weg weiterzugehen, der für mich alternativlos ist, oder die  
Kompetenzen zu renationalisieren. Dann werden wir mit Sicherheit zu 
den absteigenden Staaten von Europa", so Schulz. 
 
Dass in diesen Monaten viel auf dem Spiel stehe, betonte der 
Präsident des Europäischen Rates, Herrmann van Rompuy. Trotz 
inhaltlicher Auseinendersetzungen müsse sich die Politik ihrer 
Verantwortung bewusst sein. "Bedingung für eine gemeinsame Zukunft 
ist das Vertrauen der Bürger. Daran müssen wir arbeiten, jeden Tag 
neu." 

Pressekontakt:

WDR Presse und Information, Tel. 0221 220 7100, pressedesk@wdr.de

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