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16.12.2019 – 13:32

Dunkel GmbH

Cloudtrends 2020

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Einzeller auf dem Vormarsch - Cloudtrends 2020

Fürs nächste Jahr sieht Axel Dunkel, Geschäftsführer der Dunkel GmbH, eine stärkere Hinwendung zu granularen Einheiten in der Cloud, strengeres Augenmerk auf unternehmerische Disaster Recovery-Planung, Modifikationen der Private Cloud sowie neue Arten der Datenvermittlung.

Containerlove

Container bahnen sich allmählich ihren Weg von versierten Insidern hin zu einer breiteren Nutzerfläche. Die Containertechnologie stutzt Applikationen zu Kleinsteinheiten und erhöht damit Stabilität und Performanz: Auf vielen aktuellen Firmenservern entspricht die Funktionalität der virtualisierten Hardware derjenigen ihres greifbaren Gegenparts. Anwendungen laufen auf dem Betriebssystem des Firmenservers. Stößt ein neues Tool hinzu - zum Beispiel das Instrument Zeiterfassung - stehen Modifizierungen im gesamten Betriebssystem an. Andernfalls mischt sich die Zeiterfassung zum Beispiel ins Mailprogramm ein und sorgt für Unordnung. Mit der Containertechnologie fand ein Paradigmenwechsel in puncto Entwicklung statt. Diese Methode weist jeder Anwendung eine noch kleinere Einheit als eine virtuelle Maschine zu. Aufs Kleinstmögliche geschrumpft, tragen sie den Namen Microservices. Jede Mikro-Applikation verbraucht gerade soviel CPU, wie tatsächlich benötigt, und beeinflusst keine andere Anwendung. Sie verkörpert damit Cloudvorteile pur. Die Einzeller sind einfach aufgebaut und erfüllen nur einen - nämlich ihren - Zweck. Schlanke Struktur erleichtert Programmieren und Reparieren. So betörend einfach dies klingt, so unmöglich erweist sich das Andocken der Containertechnologie an Legacy-Systeme. Micro-Anwendungen kennen lediglich eine akkurat zu spielende Melodie; gemeinsam mit anderen Instrumenten erklingen sie als Konzert. Im Vergleich dazu läuft auf Legacy-Systemen ein vorprogrammierter Leierkasten ab. Er denkt das eigenständige, orchestrierte Spiel Einzelner nicht mit, sondern agiert als Gesamtlösung. Im Rahmen verschärfter Sicherheitsanforderungen und wachsender Datenmengen stellen sich viele Unternehmen in den nächsten Jahren der Frage, ob sie ihr System ausweiten oder von Grund auf aufrollen wollen. 2020 professionalisieren Cloud-Dienstleister die Container und führen Verfahren wie das Back-up für die neuen agilen IT-Einzeller ein. Auch das Bereitstellen von Microservices zum Kennenlernen dieser Technologie - sozusagen das Einhüten von Mikro-Applikationen in externen Fremdcontainern - nimmt 2020 an Fahrt auf.

Katastrophenschutz jetzt

Vorsorglicher Katastrophenschutz wartet nicht länger. Externe Wirtschaftsprüfer thematisieren mittlerweile explizit Disaster-Recovery-Konzepte, auch die eigene Revision nimmt Schludern nicht mehr hin. "Dopple die Daten" lautet die Grundregel beim Daten-Katastrophenschutz. Weil die größte Bedrohung jedoch vom Menschen ausgeht, erfüllen reine Spiegelungen nicht den gewünschten Zweck: Sie dämmen von Menschen herbeigeführte Desaster nicht ein, sondern duplizieren sie. Ins Bewusstsein dringen hypervisorbasierte Lösungen, die zusätzlich zum letzten Status auch die Historie speichern. Diese kontinuierliche Synchronisation restauriert Daten sekundengenau und versetzt das betroffene System feingranular in einen früheren, intakten Zustand zurück, während der Rest flüssig weiterläuft.

Public Cloud ganz privat

Privat klingt vertrauenserweckend, publik nach Freibier für alle. Doch Elastizität, Skalierbarkeit und Kosten nach Nutzen erfüllt die Private Cloud nicht - sie entspricht einem festinstallierten, platzraubenden Datentresor, auf welchem der Aufkleber "Cloud" prangt. Im nächsten Jahrzehnt werden Formen der selbstverwalteten Public Cloud ihrer privaten Schwester den Rang ablaufen. Bei diesen Nischen in der öffentlichen Wolke stecken Server- und Speicherkapazität in einem privaten Netzwerk, Anwender verschlüsseln und verwalten den Inhalt ihrer virtuellen Umgebung selbst und Datenverkehr läuft über ein sicheres Virtual Private Network (VPN.) Einem ähnlichen Trend folgt das Konzept der Distributed Cloud, die stabile Server-Qualität über regional und global gestreute Standorte hinweg sichert - sie holt quasi aus verteilter Server-Architektur das Beste heraus. Beispielsweise lassen sich damit Smart-Home-Devices oder Streaming-Dienste mit lokal nahgelegenen Systemen verarbeiten.

Über die Straße in die Zielcloud

Zur Zeit beträgt der Upload von 50 Terrabyte in die Zielcloud bei ultraschneller Glasfaser mit 1 Gigabit fünf Tage, in Gegenden mit ordentlichem Breitbandanschluss von rund 50 MBit knapp 100 Tage, bei Upload-Geschwindigkeiten von unter 5 MBit/s 2,5 Jahre. 5G wird zwar kommen, doch auch die Datenmenge wächst. Das Tempo der Datenübertragung in der Cloud hängt vom Verhältnis von Datenmenge und Internetbandreite ab. Da auch im nächsten Jahr die Datenfülle schneller wächst als die Internetbandbreite, etabliert sich für bestimmte Szenarien ein physischer Transport in speziell dafür gerüsteten Autos wie dem Cloudtransporter als zeitlich sinnvolle Übermittlungsform.

Über den Autor

Axel Dunkel ist Gründer und Geschäftsführer der Dunkel GmbH, einem Anbieter hochverfügbarer Cloud-Infrastrukturen und flexibler Sicherheitslösungen zum Schutz von IT-Netzen, E-Mails, Team-Kollaboration sowie organisationsinternen und -übergreifenden Kommunikationsprozessen. Sein Road-to-the-cloud-Service bringt Daten über die Straße in die Zielcloud. Mehr unter www.dunkel.de und www.cloudtransporter.de

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