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21.02.2018 – 11:21

MDR Mitteldeutscher Rundfunk

"Deutschland - Heimat - Fremdes Land"

Leipzig (ots)

Über Abschottung, Zerrüttung und das Zerwürfnis von russischen "Spätaussiedlern" mit ihrer neuen Heimat berichtet am Montag, 26. Februar, 22.45 Uhr "Die Story im Ersten".

Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs kamen Millionen Menschen aus den einstigen Sowjetrepubliken nach Deutschland. Lange Zeit blieben die "Spätaussiedler" unauffällig - man wollte deutsch sein, nicht als Außenseiter wahrgenommen werden und wählte traditionell CDU.

Doch spätestens mit der Flüchtlingskrise hat sich das Bild gewandelt: Eine neue, hier geborene Generation definiert sich selbstbewusst über ihre russischen Wurzeln, bleibt beim Feiern und im Bekanntenkreis unter sich, während viele Ältere sich an nationalen Gruppen, insbesondere an der AfD, orientieren. Sie eint die scharfe Ablehnung von Neu-Zuwanderern, liberaler Lebensentwürfe sowie das Bekenntnis zu Familie, Glaube und Heimat.

Die Filmemacher Galina Dick und Rainer Fromm besuchten Treffpunkte der jungen Aussiedlergeneration wie die Nürnberger Diskothek "Only". Kleidung und Stil der Location orientieren sich am modernen Szeneleben Russlands. Ein russisch sprechender DJ ist genauso selbstverständlich wie Wodka und russisches Schaschlik. Es ist ein bunter Mix der Kulturen aus alter und neuer Heimat, der selbstbewusst zur Schau getragen wird.

Auf Abschottung setzen viele ältere Russlanddeutsche. Die Filmemacher haben Menschen wie Elisabeth Spiegelberg getroffen, die mit der neuen, alten Heimat Deutschland hadern. Zwei Jahre lang hat sich die Russlanddeutsche in der CDU engagiert; heute setzt sie sich aus Frust über die Flüchtlingspolitik Merkels für die AfD ein.

Die Dokumentation ergründet, welche Rolle fundamentalchristliche sowie rechte Bewegungen, aber auch Nachwirkungen des Stalin-Terrors für das Selbstbild und die politischen Einstellungen der russlanddeutschen Community spielen. Der Film dokumentiert die Sehnsüchte vieler Russlanddeutschen nach einer idealisierten deutschen Heimat und einer christlichen Lebensführung, die in Deutschland immer wieder mit einer multikulturellen Wirklichkeit kollidieren.

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