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Stefan Ferdinand Etgeton gewinnt MDR-Literaturpreis und Publikumspreis für "Wortkunstwerk"

Leipzig (ots) - Die Finalrunde im 19. MDR-Literaturwettbewerb, live übertragen vom Kulturradio MDR FIGARO, fand am Montagabend (05.05.2014) als öffentliches Wettlesen vor einem begeisterten Publikum im Haus des Buches in Leipzig statt.

Der mit 5.000 Euro dotierte MDR-Literaturpreis geht in diesem Jahr an Stefan Ferdinand Etgeton, mit 25 Jahren der jüngste Teilnehmer des populären Literaturwettstreites für Kurzprosa. Der gebürtige Westfale und heute in Berlin lebende Schriftsteller gewann mit seiner Kurzgeschichte "stechen oder wie ich einmal nach halle zog" gestern Abend auch den mit weiteren 1.000 Euro dotierten Publikumspreis. Etgetons literisches Werk handelt von einem Hochschulabsolventen, der aus Köln nach Halle-Neustadt zieht, um dort seinen ersten Job anzutreten.

Jury-Sprecher Clemens Meyer lobte die Geschichte als "Wortkunstwerk". Mit viel Sprachwitz und großem sprachlichen Risiko schaffe es der Autor, eine Ost-West-Beziehung umzudrehen.

Der diesjährige MDR-Literaturpreisträger wurde bereits mit dem ersten Preis beim Wettbewerb für junge Literatur "poet/bewegt" 2013 in der Kategorie Prosa sowie mit dem Evangelischen Literaturpreis 2013 ausgezeichnet. Stefan Ferdinand Etgeton studierte in Köln, Warschau, Utrecht und Berlin Volkswirtschaftslehre, Soziologie und Niederlandistik.

Auf den zweiten Platz (2.500 Euro) wählte die Jury Sarah J. Ablett mit ihrer Geschichte "Mädchen", in der es um die Freundschaft zweier halbwüchsiger Mädchen in einem Rostocker Problemviertel geht. Rang drei (1.500 Euro) belegte Kathrin Schmid, Gewinnerin des Deutschen Buchpreises 2009 mit "St. Egidien". Ihre Geschichte handelt von einer gebrechlichen älteren Dame, die in einem Neubau einer ostdeutschen Großstadt wohnt und sich sträubt, zu ihrem Sohn nach Zwickau zu ziehen.

Für den 19. MDR-Literaturwettbewerb hatten sich insgesamt mehr als 1.500 Autoren beworben. Die sieben Finalisten wurden in anonymer Auswahl von einer Vorjury bestimmt. In die Endrunde schafften es neben den Ausgezeichneten auch Alexandra Grüttner-Wilke, Dilek Güngör, Lorenz Just und Martina Klein.

Über das Preisgeld von insgesamt 10.000 Euro entschied gestern Abend eine weitere Jury, der neben Clemens Meyer die Schriftstellerinnen Antje Rävic Strubel, Daniela Krien und die Preisträgerin von 2013 Anja Kampmann, der Lyriker und Prosaautor Kurt Drawert, die Literaturkritikerin Frauke Meyer-Gosau und der Leipziger Kulturbürgermeister Michael Faber angehörten. Die sieben Lesungen der Finalisten und die Gespräche über die Form der Kurzgeschichte mit Antje Rävic Strubel wurden von lateinamerikansichen Klängen der Dresdner Band Caminho begleitet.

Die besten Geschichten aus dem 19. MDR-Literaturwettbewerb sind in der Anthologie "Die Taubenjägerin" erschienen, Herausgeber ist MDR FIGARO-Literaturredakteur Michael Hametner.

Zudem hat der MDR die sieben Autoren auf Lesereise durch Mitteldeutschland eingeladen. Die Tour führt u. a am 7. Mai in die Ernst-Abbe-Bücherei im Volkshaus Jena und am 8. Mai ins Kunstforum nach Halle (Saale). Außerdem werden die Autoren am 22. Juni während der Thüringer Literaturtage auf Burg Ranis ihre Werke lesen.

Fotos von der Preisverleihung unter www.ard-foto.de

Weitere Informationen zum 19. MDR-Literaturwettbewerb, den MDR-Finalisten und ihren Kurzgeschichten unter www.figaro.de

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