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Jork: Verheerende Bilanz nach fast vier Jahren rot-grüner Berufsbildungspolitik

    Berlin (ots) - Zur Debatte des Berufsbildungsberichtes 2002
erklärt der Berichterstatter für berufliche Bildung der
CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Dr.-Ing. Rainer Jork MdB:
    
    Die Bundesregierung verkündet heute, wie schon in den vergangenen
drei Jahren, Erfolge, wo es keine gibt. Von einer Entspannung auf dem
Ausbildungsmarkt kann nicht die Rede sein, im Gegenteil: Die Bilanz
ist verheerend.
    
    Nach Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes gab es im
Gesamtjahr 2001 2,2 % (-13.700) weniger neue Ausbildungsverträge als
im Jahr zuvor. In den neuen Bundesländern sank die Zahl trotz
staatlicher Förderung um 3,7 % (- 5.200), in Sachsen-Anhalt sogar um
6,5 %. Besonders drastisch fällt der Lehrstellenrückgang im Handwerk
aus: -6,9 %.
    
    Insgesamt suchten Ende 2001 noch rund 90.000 Jugendliche einen
Ausbildungsplatz. Alarmierend ist, dass erneut die Zahl der
verfügbaren betrieblichen Ausbildungsplätze rückläufig ist. Hier von
Erfolgen zu sprechen, ist geradezu zynisch. Und was wurde bei Antritt
der Schröder-Regierung nicht alles versprochen: Von einer Zeitenwende
war die Rede und davon, dass jedem Jugendlichen eine Lehrstelle
garantiert werde.
    
    Die Realität sieht anders aus:
    
    Die Jugendarbeitslosigkeit ist gegenüber dem Vorjahr um 15,6%
gestiegen. Im Mai 2002 lag die Arbeitslosenquote für Jugendliche
unter 25 Jahren im Westen bei 7,2% im Osten Deutschlands bei 14, 5%.
    
    Die Anzahl der Lehrstellen- und Arbeits-"Flüchtlinge" aus den
neuen Bundesländern steigt weiter.
    
    Teure staatliche Hilfsprogramme, allen voran JUMP, haben nicht
verhindert, dass die Bilanz so trostlos ausfällt. Vor allem die
Jugendlichen in den neuen Bundesländern brauchen endlich echte
Perspektiven in ihren Heimatregionen, brauchen betriebliche
Ausbildungsstellen im dualen System. Wo ganzheitliches Handeln der
"Chefsache Ost" erforderlich wäre, zeigt Schröder und die amtierende
rot- grüne Bundesregierung teure sektorale Flickschusterei und
verstreut Appelle an ostdeutsche Betriebe, die es gar nicht (mehr)
gibt.
    
    Die Union fordert daher:
    
    * Das Angebot an betrieblichen Stellen, vor allem in den neuen
Ländern, muss deutlich erhöht werden. Kleine und mittlere Unternehmen
müssen weit besser als bisher unterstützt werden; Lohnkosten- und
Ausbildungszuschüsse sind vor allem an finanzschwache Betriebe zu
zahlen.
    
    * Außerbetriebliche Lehrstellen im Osten Deutschland müssen in dem
Maße zurückgeführt werden, wie das Angebot an betrieblichen Stellen
wächst.
    
    * Sinnlose Ersatzmaßnahmen dürfen nicht länger staatlich
finanziert werden. Das Programm JUMP muss eine qualifizierte
Ausbildung sichern und das Ziel verfolgen, die Jugendlichen
unmittelbar in den 1. Arbeitsmarkt zu integrieren, oder es gehört
abgeschafft.
    
    * Bei fehlenden Alternativen ist die Mobilität
lehrstellensuchender Jugendlicher im Osten weiter zu fördern. Die
Rückkehr in die Heimat nach der Ausbildung muss jedoch nachdrücklich
unterstützt werden.
    
    * Um dem drohenden Fachkräftemangel in vielen Branchen
vorzubeugen, sind in Zusammenarbeit mit Wirtschaft und Gewerkschaften
besonders die Ausbildungsgänge mit Zukunftspotential zu fördern, alte
Berufe zu modernisieren und neue Berufsbilder zu entwickeln.
    
    * Lernschwache und eher praktisch veranlagte Jugendliche brauchen
eine stärkere Förderung. Die Verkürzung von Ausbildungszeiten für
bestimmte Berufe ist unumgänglich.
    
    
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