Verband der Privaten Hochschulen (VPH)

Unabhängige Studie zeigt: Keine Gleichbehandlung von privaten und staatlichen Hochschulen
Der Verband der Privaten Hochschule e.V. (VPH) fordert Gleichstellung bei Anerkennung und Finanzierung

Frankfurt am Main (ots) - Steigende Studierendenzahlen und knappe Ressourcen prägen derzeit die öffentliche Diskussion unseres Hochschulwesens. Die privaten Hochschulen könnten eine spürbare Entlastung bei der Bewältigung des Studierendenbergs leisten. Bereits heute sind ca. 100 000 aller Studierenden an privaten Hochschulen in Deutschland eingeschrieben - Tendenz steigend. Trotzdem sind private Hochschulen den staatlichen bei staatlicher Anerkennung und finanzieller Förderung nicht gleichgestellt, wie die Studie vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft und McKinsey bestätigt.

"Die Studie zeigt ganz klar: Private Hochschulen machen für viele ein Studium erst möglich - Elitenausbildung stellt dagegen - entgegen der landläufigen Meinung - zahlenmäßig den weitaus geringeren Teil des privaten Studienangebots dar, nämlich weniger als 10%. Private Hochschulen, führen Menschen überhaupt erst an ein Studium heran, die sonst kaum eine Hochschule besucht hätten," so Harald Melcher, Vorstandvorsitzender des VPH.

Laut Studie zeichnen sich die Privaten durch praxisorientierte Bachelor- und Master-Studiengänge sowie bessere Einstellungsquoten ihrer Absolventen aus. Dabei umfasst das Studienangebot nicht nur Vollzeitstudiengänge. Durch das Angebot von akademischer Weiterbildung in Teilzeit oder per Fernstudium, ermöglichen die Privaten vielen Berufstätigen erst ein Studium. Damit bieten sie optimale Voraussetzung für das lebenslange Lernen und leisten so einen wesentlichen Beitrag zur Erhöhung der politisch geforderten Durchlässigkeit im Bildungssystem.

Gleichzeitig macht die Studie deutlich, dass die privaten den staatlichen Hochschulen in Bezug auf staatliche Anerkennungsverfahren und Finanzierung nicht gleichgestellt sind. Sowohl die finanzielle Diskriminierung von privaten Hochschulen entgegen der erklärten Absicht des Hochschulpakts als auch die Zuwendung dieser Mittel, die den privaten Hochschulen zustehen, an staatliche Hochschulen ist eine klare Schlechterstellung und rechtlich durchaus fragwürdig", so Harald Melcher. Denn: Nur vier Bundesländer haben die privaten Hochschulen teilweise in die Zuwendung einbezogen. Der VPH fordert hier eine sofortige bundesweite Korrektur des Verfahrens - im Übrigen nicht zum ersten Mal.

Der VPH empfiehlt den Trend zur Internationalisierung der Akkreditierungspraxis aufzunehmen und die bisherigen Verfahren zu verschmelzen. Parallel gilt es mit einer Reform des Anerkennungsverfahrens der Bundesländer die Gleichbehandlung mit staatlichen Hochschulen zu realisieren. Dabei ist der Verband bereit die Erfahrungen seiner Mitgliedshochschulen einzubringen und aktiv an der Gestaltung einer Akkreditierungsreform mitzuwirken.

Zudem sollten die staatlichen Förder- und Finanzierungsmodelle nicht mehr zwischen privaten und staatlichen Leistungsanbietern unterscheiden. Erwartet wird keine staatliche Subventionierung von privaten Bildungseinrichtungen. Vielmehr unterstützt der VPH die Forderung der Autoren der Studie nach intelligenten Förderstrukturen. Diese sollten den gleichen Zugang zu öffentlichen Ressourcen für gleiche Leistungen ermöglichen, damit sich das bessere Hochschulangebot am Markt durchsetzen kann.

"Selbstverständlich begrüßen wir die Untersuchung sehr, denn sie gibt in bisher nicht vorliegender Weise ein aktuelles objektives Bild von den Leistungen und Schwerpunkten der privaten Hochschulen und sie empfiehlt sehr klar und schlüssig, wo von Seiten der Politik, aber auch auf Seiten der privaten Hochschulen gehandelt werden muss. Gleichzeitig achtet sie immer auf den gesellschaftlichen Nutzen der Empfehlungen", so Harald Melcher. "Wir würden diesen Leitfaden gerne nehmen und ihn gemeinsam mit der Politik umsetzen."

Zum Hintergrund

50 private Hochschulen sind im Verband der Privaten Hochschulen e.V. zusammengeschlossen. Gemeinsam wollen sie notwendige Reformen im deutschen Hochschulwesen anstoßen und mitgestalten. Eines der wichtigsten Ziele des Verbandes ist die faire Gleichbehandlung aller Hochschulen durch den Staat - unabhängig von Trägerschaft, Rechtsform oder innerer Verfassung. Der Verband vertritt die gemeinsamen Interessen der Mitglieder in und gegenüber Politik, Verwaltung und Wirtschaft. Außerdem will er eine Informationsplattform für Schüler, Eltern und Lehrer sein, die Fragen zu einem Studium an einer privaten Hochschule haben.

Pressekontakt:

Piret Jacqueline Lees
Referentin
Verband der Privaten Hochschulen e.V.
Darmstädter Landstraße 108
60598 Frankfurt am Main
Tel. 069 698 666 51
Fax 069 680 916 35
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