Thrombosis Research Institute

Das GARFIELD-AF-Register übertrifft sein Registrierungsziel von 57.000; Neue Ergebnisse zeigen die herausragende Leistung des GARFIELD-AF Score, eines neuen Machine-Learning-Tools bei der Prognose von ischämischem Schlaganfall bei Niedrigrisikopatient...

Rom (ots/PRNewswire) -

- Neue globale Daten von GARFIELD-AF, präsentiert auf dem ESC 
  Congress 2016, liefern realitätsgerechte Einsichten über die 
  Behandlung von Vorhofflimmern (VF) im Praxisalltag      
- GARFIELD-AF ist das größte laufende Langfristregister für den 
  Bereich Vorhofflimmern, und die Registrierung ist nun mit 57.262 
  Patienten in fünf Kohorten abgeschlossen    

Neue Analysen aus dem Global Anticoagulant Registry in the FIELD - Atrial Fibrillation (GARFIELD-AF) zeigen, dass ein neuartiges, computergeneriertes Machine-Learning-Risikomodell - der GARFIELD-AF Score - dem CHA2DS2-VASc bei der Prognostizierung von Gesamtmortalität, ischämischem Schlaganfall/systemischer Embolie (SE) und schweren Blutungen bei Niedrigrisikopatienten überlegen ist. Ein vereinfachter GARFIELD-AF Score, potenziell geeignet für Web-Anwendungen, wurde entwickelt, und seine Leistung unter Verwendung eines unabhängigen aktuellen Registers aus den USA, ORBIT-AF, beurteilt.

Der GARFIELD-AF Score wurde entwickelt, nachdem aktuelle Daten aus dem GARFIELD-AF-Register gezeigt hatten, dass nahezu die Hälfte der Niedrigrisikopatienten eine gerinnungshemmende Behandlung erhalten[1]. "Diese Daten zeigen, dass andere als die in aktuellen Risikoscores scheinbar für die Verschreibungsentscheidungen von Antikoagulation verantwortlichen Faktoren und verbesserte Risikostratifikations-Tools benötigt werden, um echte Niedrigrisiko-AF-Patienten besser zu identifizieren", so Professor Keith A. A. Fox, Duke of Edinburgh Professor of Cardiology an der Universität von Edinburgh, Vereinigtes Königreich.

"Der umfassendere GARFIELD-AF Score enthält mehrere Variablen, über die von CHA2DS2-VASc hinaus, und diese erhöhte Auflösung wird dazu beitragen, das Management von Niedrigrisikopatienten zu optimieren. Der GARFIELD-AF Score hat das Potenzial, in routinemäßige elektronische Datensysteme über Anwendungen auf webbasierte oder mobile Endgeräte integriert zu werden und es Nutzern zu ermöglichen ihre Behandlungsentscheidungen auf präzisere und angepasstere Werte zu stützen sowie eine vollständigere Einschätzungen des Risikos auf der Basis von multiplen Ergebnissen zu ermöglichen", so Professor Fox.

Der GARFIELD-AF Score basiert auf den Datenanalysen von 38.984 Patienten, die zwischen März 2010 und Juli 2015 im GARFIELD-AF registriert wurden. Bei Niedrigrisikopatienten lieferte der GARFIELD-AF Score einen überlegenen Unterscheidungswert bei den Prognosen von Gesamtmortalität, ischaemischem Schlaganfall/SE oder hämorrhagischem Schlaganfall/schweren Blutungen mit C-Statistiken* von jeweils: 0,72, 0,62 und 0,72, im Vergleich zu CHA2DS2-VASc mit C-Statistiken von jeweils: 0,56, 0,56 und 0,57 für jeden Endpunkt.

Globale Verschiebung bei der VF-Behandlung

Weitere Ergebnisse des GARFIELD-AF zeigten einen Wandel wie VF rund um den Globus behandelt wird. Die Zahl der Patienten, die eine gerinnungshemmende Behandlung zur Schlaganfallprävention erhielten, nahm zwischen März 2010 und August 2015 von 57 % bis 71% erheblich zu. Dieser Wandel bei der gerinnungshemmenden Behandlung von Patienten mit VF liegt weitgehend an der deutlichen Zunahme an nicht-Vitamin K-antagonistischen oralen Antikoagulantien (NOAK) mit oder ohne eine Verschreibung von Plättchenaggregationshemmern von 4,1 % auf 37.0% mit einem gleichzeitigen Absinken der Verwendung von Vitamin K-Antagonisten (VKA) und Plättchenaggregationshemmern (kombiniert oder einzeln) von 83,4% auf 50,6%.[1]

"Die Veränderung der Behandlungsmuster über die letzten 5 Jahre weist auf einen stärkeren klinischen Schwerpunkt der Schlaganfallprävention hin," so Professor Ajay Kakkar, Professor of Surgery am University College London und Direktor des Thrombosis Research Institute, UK. "Die Herausforderung besteht weiterhin darin, zu gewährleisten, dass der entsprechende Patient die effektivste und sicherste Intervention erhält, um das beste klinische Ergebnis sicherzustellen."

Komorbiditäten und integrierte Versorgung

Neue Daten, präsentiert während des GARFIELD-AF Satellitensymposium auf dem ESC Congress 2016, veranschaulichten, dass die Todesraten während des ersten Monats nach der Diagnose von VF höher sind als zu jedem anderen Zeitpunkt während des 2-Jahres-Follow-up. Das Risiko eines vorzeitigen Todes ist bei Patienten mit der Vorgeschichte von Herzinfarkt/instabiler Angina, mäßiger bis schwerer chronischer Niereninsuffizienz oder Schlaganfall höher als ohne diese Komorbiditäten.

"Diese Daten des GARFIELD-AF-Registers belegen die Bedeutung von Komorbiditäten bei der Prognose des Risikos eines vorzeitigen Todes bei Patienten mit VF", so Professor Samuel Goldhaber von der Harvard Medical School und dem Brigham and Women's Hospital, USA. "Die Resultate zeigen, wie wichtig ein integrierter Versorgungsansatz für die Behandlung dieser Patienten ist."

Noch kommende GARFIELD-AF-Einsichten auf dem ESC Congress 2016

Professor Keith A. A. Fox stellt am Montag, dem 29. August, um 15:35-16:25 CEST im Posterbereich eine Analyse der breiten geografischen Variabilität bei Gesamtmortalität, Schlaganfällen und systemischen Embolien (SE) sowie schweren Blutungen bei Patienten mit neu diagnostiziertem nicht-valvulärem Vorhofflimmern aus GARFIELD-AF vor. Zudem wird Professor Shinya Goto von der Tokai University, Isehara, Japan am Dienstag, den 30.August, um 10:05-10:55 CEST im Posterbereich eine Analyse der Verbindung zwischen INR-Werten (International Normalized Ratio) zur Messung der Blutgerinnungsleistung und der Inzidenz von Schlaganfällen/SE, schweren Blutungen sowie der Gesamtmortalität bei Patienten aus Ost- und Südostasien vorstellen.

Präsentationen der Landesdaten für Deutschland, Italien, Japan und die USA sind während des ganzen ESC Congress 2016 am Messestand (E2-F675) des Thrombosis Research Institute (TRI) ebenfalls vorgesehen

Über das GARFIELD-AF Register

2016 markiert das Ende der Registrierungsphase für GARFIELD-AF, mit 57.262 nun eingetragenen Patienten. GARFIELD-AF ist das größte weiterlaufende Prognoseregister von Patienten mit AF. Die realgetreuen Einsichten aus der Versorgungspraxis, die weiterhin im GARFIELD-AF-Register gesammelt werden, werden in für die Versorgungspraxis relevante Daten umgewandelt, die dabei helfen, Informationen zu gewinnen und Bereiche zu ermitteln, in denen die medizinische Gemeinschaft die Resultate für die Patienten weiter verbessern kann.

GARFIELD-AF ist eine bahnbrechende, unabhängige akademische Forschungsinitiative und wird von einem internationalen Lenkungsausschuss unter der Schirmherrschaft des Thrombosis Research Institute (TRI) in London geführt.

Es ist eine internationale, multizentrische Beobachtungsstudie für Schlaganfallprävention von Patienten mit neu diagnostiziertem VHF. Für die Studie wurden Patienten aus über 1.000 Zentren in 35 Ländern weltweit rekrutiert, darunter Nord- und Südamerika, Europa, Afrika und der Asien-Pazifik-Raum.

Das heutige Verständnis von VF basiert auf den bei kontrollierten klinischen Studien gesammelten Daten. Diese Studien sind wesentlich für die Bewertung und Sicherheit neuer Behandlungsmethoden, sind aber in Bezug auf die klinische Praxis nicht repräsentativ, und folglich herrscht weiterhin Unsicherheit über die Belastung im wirklichen Leben und den Umgang mit dieser Krankheit. GARFIELD-AF zielt darauf ab, Einblicke in die Wirkung der Antikoagulantientherapie hinsichtlich thromboembolischer Komplikationen und Blutungskomplikationen zu liefern, die bei dieser Patientenpopulation beobachtet wurden. Es sorgt für ein tieferes Verständnis in Bezug auf Verbesserungsmöglichkeiten der behandlungstechnischen und klinischen Ergebnisse unter einer repräsentativen und gemischten Patientengruppe und über unterschiedliche Populationen hinweg. Damit sollten Ärzte und Gesundheitssysteme in die Lage versetzt werden, Innovationen angemessen zu nutzen, um die besten Ergebnisse für Patienten und Populationen sicherzustellen.

Das Register startete im Dezember 2009. Vier wesentliche Design-Merkmale des GARFIELD-AF-Protokolls garantieren eine umfassende und repräsentative Beschreibung des Vorhofflimmerns, nämlich:

- Fünf aufeinanderfolgende Kohorten von prospektiven, neu 
  diagnostizierten Patienten, die Vergleiche von einzelnen Zeiträumen
  erleichtern und die Behandlungsverläufe und Ergebnisse beschreiben.
- Studienstandorte, die zufällig innerhalb von achtsam zugewiesenen 
  nationalen VF-Pflegeeinrichtungen ausgewählt wurden, stellen 
  sicher, dass die teilnehmende Patientenpopulation repräsentativ 
  ist.
- Aufnahme von in Frage kommenden Patienten ohne Unterbrechung 
  unabhängig von der Therapie, um potentielle Selektionsverzerrungen 
  zu verhindern.
- Erfassung von Follow-up-Daten für einen Zeitraum von mindestens 
  zwei und bis zu acht Jahren nach der Diagnose, um eine umfassende 
  Datenbank mit Behandlungsentscheidungen und -ergebnissen in der 
  klinischen Praxis zu erstellen. 

Teilnehmende Patienten müssen innerhalb der vergangenen sechs Wochen mit nicht-valvulärem VF diagnostiziert worden sein und mindestens einen Risikofaktor für einen Schlaganfall aufweisen. Damit sind sie potentielle Kandidaten für eine Antikoagulantientherapie, um Blutgerinnsel zu vermeiden, die einen Schlaganfall zur Folge haben können. Es obliegt dem Studienleiter, den Risikofaktor/die Risikofaktoren des einzelnen Patienten zu bestimmen; diese müssen nicht auf die in gängigen Risikobewertungen enthaltenen Faktoren beschränkt sein. Patienten werden unabhängig davon, ob sie eine Antikoagulantientherapie erhalten oder nicht, in die Studie aufgenommen. Dies ermöglicht es, aktuelle und zukünftige Behandlungsstrategien unter Berücksichtigung des individuellen Risikoprofils des Patienten richtig einschätzen zu können.

Das GARFIELD-AF-Register wird über einen unbegrenzten Forschungsfonds der Bayer Pharma AG (Berlin, Deutschland) finanziert.

Weitere Informationen finden Sie auf unserer Website: http://www.garfieldregistry.org

Die Belastung durch VF

Bis zu 2 % der Weltbevölkerung leiden unter VF, [2] darunter ca. 8,8 Millionen Europäer[3] und 5 bis 6,1 Millionen Menschen in den USA.[4] Schätzungen zufolge soll sich die Prävalenz bis 2050 mindestens verdoppeln, weil die Weltbevölkerung immer älter wird.[4] Durch VF besteht ein fünffach erhöhtes Schlaganfallrisiko und jedem fünften Schlaganfall liegt diese Herzrhythmusstörung zugrunde.[2] Ischämische Schlaganfälle in Verbindung mit VF sind oft tödlich, und die Patienten, die überleben, erleiden häufiger stärkere Behinderungen und Rückfälle als Patienten mit anderen Schlaganfallursachen. [2] Infolgedessen ist das Sterberisiko bei VF-bedingten Schlaganfällen doppelt so hoch, und die Pflegekosten sind 50 % höher.[2]

VF tritt auf, wenn Teile der Vorhöfe unkoordinierte elektrische Signale abgeben. Dies führt dazu, dass die Kammern zu schnell und unregelmäßig pumpen und das Blut daher nicht komplett abgepumpt werden kann.[5] Infolgedessen kann sich das Blut stauen, gerinnen und eine Thrombose verursachen, was die Hauptursache für kardiovaskuläre Todesfälle weltweit darstellt.[6] Verlässt ein Blutgerinnsel den linken Vorhof, so kann es sich möglicherweise in Arterien in anderen Körperteilen festsetzen, unter anderem im Gehirn. Ein Blutgerinnsel in einer Arterie im Gehirn führt zu einem Schlaganfall. 92 % der tödlichen Schlaganfälle werden durch eine Thrombose ausgelöst. [6] Schlaganfälle sind eine wesentliche Ursache für Todesfälle und langfristige Behinderungen weltweit - mit 6,7 Millionen Todesopfern[7] und 5 Millionen Menschen mit bleibenden körperlichen Schäden pro Jahr.[8] Menschen mit Vorhofflimmern weisen ein Risiko für Herzversagen, chronische Müdigkeit und sonstige Herzrhythmusprobleme auf.[9]

About the TRI

Das TRI ist eine gemeinnützige Stiftung und ein multidisziplinäres Forschungsinstitut, das sich der Erforschung von Thrombosen und artverwandten Krankheiten widmet. Ziel des TRI ist es, Spitzenleistungen in Forschung und Bildung im Bereich Thrombosen zu erbringen und neue Strategien für ihre Prävention und Behandlung zu entwickeln, um die Qualität der Patientenversorgung zu steigern, bessere Behandlungsergebnisse zu erzielen und die im Gesundheitswesen anfallenden Kosten zu senken. Das TRI ist ein Mitglied des University College London Partners' Academic Health Science Network. Weitere Informationen finden Sie unter http://www.tri-london.ac.uk.

________________________

1. Camm A J, Accetta G, Ambrosio G, et al. {1}Entstehung von 
   antithrombotischen Behandlungsmustern bei Patienten mit neu 
   diagnostiziertem Vorhofflimmern.{1}  Herz 2016; doi: 
   10.1136/heartjnl-2016-309832.
2. Camm A J, Kirchhof P, et al. Guidelines for the management of 
   atrial fibrillation: the Task Force for the Management of Atrial 
   Fibrillation of the European Society of Cardiology (ESC). 8/22/14.
   (Leitlinien zur Behandlung von Vorhofflimmern: die Task Force für 
   die Behandlung von Vorhofflimmern der European Society of 
   Cardiology (ESC). Eur Heart J 2010; 31(19):2369-429.
3. Krijthe B P, Kunst A, et al. Projections on the number of 
   individuals with atrial fibrillation in the European Union, from 
   2000 to 2060 (Prognosen zur Anzahl der Patienten mit VHF in der EU
   von 2000 bis 2060). Eur Heart J 2013; 34:2746-51.
4. Colilla S, Crow A, Petkun W, et al. Estimates of current and 
   future incidence and prevalence of atrial fibrillation in the U.S.
   adult population (Schätzungen von aktuellen und zukünftigen 
   Inzidenzen und Prävalenzen von Vorhofflimmern bei der 
   Erwachsenenbevölkerung in den USA). Am J Cardiol 2013; 
   112(8):1142-7.
5. National Heart, Lung, and Blood Institute (Nationales Institut für
   Herz, Lunge und Blut) What is Atrial Fibrillation? (Was ist 
   Vorhofflimmern?) Verfügbar unter: {1}
http://www.nhlbi.nih.gov/health/health-topics/topics/af/{1} . 
   [Zuletzt abgerufen: 4. August 2016].
6. International Society on Thrombosis and Haemostasis 
   (Internationale Gesellschaft für Thrombose und Hämostase). About 
   World Thrombosis Day (Über den Welt-Thrombose-Tag) Abrufbar unter:
http://www.worldthrombosisday.org/about/ [Zuletzt abgerufen: 4. 
   August 2016].
7. World Health Organization. The top 10 causes of death. (Die 10 
   häufigsten Todesursachen) Fact sheet N°310. 
   (Weltgesundheitsorganisation. Die 10 häufigsten Todesursachen. 
   Informationsblatt Nr. 310) Abrufbar unter: 
http://www.who.int/mediacentre/factsheets/fs310/en/ [Zuletzt 
   abgerufen: 4. August 2016].
8. World Heart Federation. The global burden of stroke. 
   (Weltherzverband. Die globale Belastung durch Schlaganfälle) 
   Abrufbar unter: http://www.world-heart-federation.org/cardiovascul
   ar-health/stroke/ [Zuletzt abgerufen: 4. August 2016].
9. American Heart Association (Amerikanischer Herzverband) Why 
   Atrial Fibrillation (AF or AFib) Matters. (Bedeutung von 
   Vorhofflimmern (VHF und VHFli)) Abrufbar unter: http://www.heart.o
   rg/HEARTORG/Conditions/Arrhythmia/AboutArrhythmia/Why-Atrial-Fibri
   llation-AF-or-AFib-Matters_UCM_423776_Article.jsp [Zuletzt 
   abgerufen: 4. August 2016]. 
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