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BUND protestiert gegen Privilegierung von Kohlekraftwerken beim Emissionshandel

    Berlin (ots) - Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat Bundesumweltminister Sigmar Gabriel beim anstehenden Verteilen von Emissionszertifikaten für das Treibhausgas Kohlendioxid vor der Bevorzugung von Kohlekraftwerken gewarnt. Wenn die Bundesregierung den Energieunternehmen EnBW, Eon, RWE und Vattenfall beim Bau neuer Kohlekraftwerke das Doppelte an Emissionsrechten zugestehe wie beim Bau von Erdgaskraftwerken mit gleich hoher Stromproduktion, schade dies dem Klimaschutz.     Gerhard Timm, BUND-Bundesgeschäftsführer: "Wenn die von den vier großen Energieunternehmen geplanten Kohlekraftwerke erst einmal gebaut sind, ist der Klimaschutz in Deutschland mindestens vierzig Jahre lang blockiert. Diese Kurzsichtigkeit wird uns teuer zu stehen kommen, wenn die Folgen des Klimawandels nicht mehr kontrollierbar sind. Ein Umweltminister, der seinen Job ernst nimmt, darf dies nicht zulassen."     Gabriel solle sich zudem für eine Versteigerung von zunächst zehn Prozent der Zertifikate einsetzen. Dies sei nach EU-Recht erlaubt. Mit den Erlösen aus der Versteigerung könnten Stromsparmaßnahmen gefördert werden, die direkt dem Klimaschutz zugute kämen. Was passiere, wenn die Bundesregierung den Stromerzeugern Emissionszertifikate im Wert von zehn Milliarden Euro pro Jahr schenke, sei im letzten Jahr zu beobachten gewesen. Anstatt die Preise stabil zu halten, hätten die Energiekonzerne ihre Monopolstellung benutzt um mit hohen Strompreisen Sondergewinne in Milliardenhöhe einzufahren. Anstatt diese Gewinne in erneuerbare Energien und die umweltfreundliche Kraft-Wärme-Kopplung zu investieren, gingen die Konzerne damit europaweit auf Einkaufstour.     Der Preis für die Emissionszertifikate sei im letzten Jahr auf über 30 Euro je Tonne CO2 und die Strompreise um durchschnittlich vier Prozent gestiegen. Im Zuge dessen habe sich beispielsweise bei EnBW in 2005 der Jahresgewinn vor Steuern um 42 Prozent auf mehr als eine Milliarde Euro erhöht. Eon wolle die geplante Übernahme des spanischen Energieversorgers Endesa u.a. mit seinen Sondergewinnen aus dem Emissionshandel finanzieren.     Der BUND schaltete heute eine Zeitungsanzeige, in der die Stromkonzerne Gabriel auffordern, ihnen für 40 Milliarden Euro Verschmutzungsrechte zu garantieren. Der Umweltverband rief zugleich dazu auf, mit Emails an Umweltminister Gabriel gegen die kostenlose Vergabe von Emissionszertifikaten zu protestieren. Matthias Seiche, BUND-Klimaexperte: Tel. 030-27586-433, E-Mail: matthias.seiche@bund.net bzw.

Rüdiger Rosenthal, BUND-Pressesprecher: Tel. 030-27586-425, Fax: -449 E-Mail: presse@bund.net Internet: www.bund.net

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