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Klare Absage an Gentechnik von "Grüne Woche"-Besuchern

    Berlin (ots) - 93 Prozent der Besucher der Grünen Woche wollen keine Gentechnik in Lebensmitteln. Das ist das Ergebnis einer vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) durchgeführten Befragung auf der heute zuende gehenden größten europäischen Agrarmesse. In einer "symbolischen Volksabstimmung", an der sich rund 2000 Messegäste beteiligten, ließ der BUND nach Schweizer Vorbild zwischen den Alternativen "Ja, ich will gentechnikfrei essen" und "Nein, ich will Genfood essen" wählen. Sieben Prozent der Messebesucher befürworteten die Gentechnik. Einige der Befragten stimmten zugleich mit Nein und mit Ja, weil sie sich nicht eindeutig festlegen wollten.

    Hubert Weiger, agrarpolitischer Sprecher des BUND: "Es ist ein klares und repräsentatives Meinungsbild gegen Gentechnik im Essen herausgekommen. Von zehn Verbrauchern wollen neun gentechnikfreie Lebensmittel. Agrarminister Seehofer und Bundeskanzlerin Merkel müssen diese eindeutige Mehrheitsmeinung bei den anstehenden Entscheidungen in Sachen Gentechnik berücksichtigen. Das Gentechnikgesetz muss ein Gesetz zum Schutz der Landwirtschaft und der Verbraucher bleiben. Es geht dabei auch um die Zukunft des Agrarstandortes Deutschland, wo die Nachfrage nach gentechnikfreien Lebensmitteln bisher problemlos aus eigener Produktion bedient werden kann."

    Die "symbolische Volksabstimmung" zur Gentechnik sei von den Messebesuchern positiv aufgenommen worden. In vielen Gesprächen hätten BUND-Mitarbeiter bei den Verbrauchern große Verunsicherung registriert. Nicht wenige der Befragten hätten die Befürchtung geäußert, dass Agrarminister Seehofer die Gentechnikfreiheit von Lebensmitteln aufs Spiel setze könnte. Ein geringer Prozentsatz der Messebesucher, nach eigener Aussage zumeist in der Gentechnikbranche tätig bzw. dort in der Ausbildung, sehe in der Anwendung dieser Technologie auch die Chance auf einen Arbeitsplatz.

    In Deutschland sind Volksabstimmungen auf Bundesebene derzeit nicht möglich. Die Schweizer Eidgenossen hatten Ende letzten Jahres in einer Volksabstimmung zu 55,7 Prozent für den Grundgesetzparagraf "Die schweizerische Landwirtschaft bleibt für die Dauer von fünf Jahren nach Annahme dieser Verfassungsbestimmung gentechnikfrei" gestimmt und sich damit gegen die Anwendung der Gentechnik im Agrarbereich ausgesprochen.

Pressekontakt: Heike Moldenhauer, BUND-Gentechnikexpertin, Tel.
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