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++ BUND-Expertendienst: Konsequenzen aus dem Krieg in der Ukraine
Interviewpartner*innen beim BUND ++

Pressemitteilung vom 18. März 2022

BUND-Expertendienst: Konsequenzen aus dem Krieg in der Ukraine / Interviewpartner*innen beim BUND

Berlin. Der Krieg in der Ukraine bedroht unsere Sicherheit und Freiheit. Er hat zudem große Auswirkungen auf die Energieversorgung, die Agrarmärkte und Ressourcen. In aller Deutlichkeit zeigt sich dieser Tage, wie abhängig und verletzlich unsere Gesellschaft in diesen Bereichen ist. Es braucht eine echte Umkehr beim verschwenderischen Umgang mit Energie und eine umweltbewusstere Landwirtschaft als Beitrag zur Unabhängigkeit und zur Ernährungssicherheit.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat die Bundesregierung mit einem Maßnahmenkatalog zu sofortigem Handeln (Link siehe unten) aufgefordert. Ziel muss es sein, Deutschland unabhängiger von Importen und damit widerstandsfähiger gegen äußere Einflüsse zu machen. Aber auch hinsichtlich der großen ökologischen Krisen müssen wir handeln. Denn die Klima- und die Biodiversitätskrise bestehen fort und sind eine existenzielle Bedrohung.

Unsere Expert*innen auf den Gebieten Energiepolitik und Klima, Agrarpolitik und Lebensmittel, Gentechnik, Biodiversität sowie Wirtschaft und Handel, Nachhaltigkeit und Suffizienz, Ressourcen oder Verkehr stehen für Interviews und Einordnungen zur Verfügung.

Es folgen Zitate zur freien Verwendung sowie die Kontaktdaten. Über Ihr Interesse freuen wir uns.

Olaf Bandt, BUND-Vorsitzender: „Es ist zutiefst verstörend zu sehen, dass wir unseren ressourcengierigen Lebenswandel in Zeiten von zerstörerischen Kriegen und ökologischen Krisen fortsetzen. Der Krieg in der Ukraine führt uns unsere Abhängigkeit von fossilen Energien und unsere agrarpolitischen Irrwege drastisch vor Augen. Eine naturverträgliche Energiewende mit einer massiven Verringerung der Energieverbräuche, eine naturverträgliche und bodenschonende Landwirtschaft als Beitrag zur agrarpolitischen Unabhängigkeit und eine schonendere Ressourcenpolitik tragen wesentlich zur Eigenständigkeit Deutschlands und zugleich zur Konfliktprävention bei. Sie sind aber auch das Gebot der Stunde mit Blick auf die großen ökologischen Menschheitskrisen, die andauern werden und eine existenzielle Bedrohung unserer Lebensgrundlagen darstellen: die Klima- und die Biodiversitätskrise. Nur mit einem tiefgreifenden Wandel und langfristigen Maßnahmen lassen sich diese Krisen meistern.“

Pressekontakt: BUND-Pressestelle (siehe unten)

Energie | Klima | Verkehr

Energieverbräuche Industrie:

„Rund ein Drittel des Erdgases wird von der Industrie verbraucht. Deswegen ist es jetzt wichtig in Energieeffizienz zu investieren und fossilen Brennstoffen weitestgehend mit erneuerbarem Strom zu ersetzen. Erdgas wird auch als Rohstoff in der Chemieindustrie eingesetzt, beispielsweise um Düngemittel oder Plastik zu produzieren. Weniger Verbrauch von Mineraldüngern und Plastik ist das Gebot der Stunde und macht uns unabhängiger. Das gilt auch für andere Rohstoffe und Metalle, die wir aus Russland importieren: Besseres Recycling reduziert unseren Ressourcenhunger und braucht weniger Energie als die Herstellung von Primärmaterialien“, sagt Verena Graichen, stellvertretende BUND-Vorsitzende.

Pressekontakt: BUND-Pressestelle (siehe unten)

Gas/Kohle/Strom/Öl:

„Die Zukunft der Energieversorgung in fossilen Brennstoffen zu suchen, ist grundfalsch. Kohle, Gas, Öl und Atomkraft sind die Energieträger der Vergangenheit, nicht die der Zukunft. Nur mit Energie aus Wind und Sonne schaffen wir es, unsere Energieversorgung sicher und unabhängig zu machen. Bürgernah und naturverträglich wird der Ausbau zudem ein Erfolgsprojekt. Aber auch erneuerbare Energien sind endlich. Es braucht eine Zeitenwende im Umgang mit Energie: Wir alle, die öffentliche Hand, die Verbraucher*innen und die Industrie müssen Energieverschwendung konsequent abstellen. Tankrabatte tun dies nicht. Sie subventionieren den Öl-Hunger unserer Gesellschaft und bescheren auch dem russischen Staat und seinen Ölkonzernen weitere Milliardengewinne. Mit einem generellen Tempolimit von 100 auf Autobahnen und 80 außer Orts hingegen können sofort jährlich rund zwei Milliarden Liter Treibstoff eingespart und die Tankquittungen kleingehalten werden. Einfach, schnell umsetzbar und effizient“, sagt Antje von Broock, Geschäftsführerin beim BUND.

Pressekontakt: BUND-Pressestelle (siehe unten)

Erneuerbare Energien, Gebäude/Solar/Dämmung, Bürgerenergie :

„Die Russlandkrise verdeutlicht die Dringlichkeit, von fossilen auf erneuerbare Energien umzusteigen. Damit dies gelingt, müssen Bürger*innen wieder am Ausbau teilhaben können. Ein dezentral organisiertes Energiesystem in Bürger*innenhand fördert regionale Wirtschaft und ökonomisch stabile Kommunen und trägt somit zu mehr Gerechtigkeit bei Produktion und Verbrauch des Allgemeingutes Energie bei. Menschen sollen von den Erneuerbaren profitieren und die Energiewende mitgestalten können. Das wiederum bietet die Chance für eine engere persönliche Beziehung zu Wärme und Strom und somit für einen sorgsameren und klügeren Umgang mit Energie. Das ist dringend notwendig, denn nur mit einem um die Hälfte reduzierten Energieverbrauch kann einen naturverträglicheren Umbau auf 100 Prozent Erneuerbare gelingen. Die derzeitige Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetztes bietet jetzt die Chance hierfür die richtigen Weichen zu stellen. Wir sehen ambitionierte Ziele, aber nur zögerliche Bemühungen, wenn es um die Maßnahmen zur Umsetzung gehen. Die Bundesregierung sollte mehr Entschlossenheit zeigen, um diese große gesamtgesellschaftliche Transformation in Schwung zu bringen“, sagt Caroline Gebauer, BUND-Expertin für Energiepolitik.

Energieversorgung, Atomenergie:

„Kein Atomkraftwerk (AKW) ist gegen Terror und Krieg ausgelegt. Die AKW im Kriegsgebiet in der Ukraine stellen eine akute nukleare Bedrohung für ganz Europa dar. Dass Atommeiler bombardiert oder unbeabsichtigt getroffen werden könnten, ist dabei längst nicht die einzige Sorge. Bereits ein längerer Stromausfall könnte dazu führen, dass die Kühlung der Brennelemente im Reaktor ausfällt und eine Kernschmelze eintritt – mit katastrophalen Folgen. Die Ukraine betreibt insgesamt 15 Reaktoren an vier Standorten. Dass die EU trotz der unmittelbaren Gefährdungslage immer noch erwägt, Atomkraft als nachhaltige Energieform einzustufen, ist unsäglich. Spätestens jetzt sollte die Taxonomie-Debatte um Atomkraft und Erdgas vom Tisch sein. Europa steht am Anfang einer Krise und seine Atomkraftwerke sind tickende Zeitbomben. Die EU muss jetzt alles daransetzen, sie so schnell wie möglich abzustellen und das fossil-atomare Energiezeitalter zu beenden. Nur die Energiewende schafft sicherheits- und friedenspolitische Voraussetzungen für ein zukunftsfähiges Europa“, erklärt Angela Wolff, BUND-Expertin für Atom- und Energiepolitik.

Erneuerbare Energien - naturverträglich ausbauen:

„Der naturverträgliche Ausbau der erneuerbaren Energien ist einer der wichtigsten Beiträge Deutschlands zur Klimagerechtigkeit. Hinzu kommen die indirekten positiven Effekte für die Natur: Gas, Öl und Kohle sowie die um sie geführten Konflikte sind vier der dramatischsten Treiber des Artenverlustes und der Zerstörung von Lebensräumen. Stoppen wir diese, erhalten wir die Natur. Für Deutschland heißt das aber auch: sorgfältige Planung des naturverträglichen Ausbaus von Windkraft- und Solaranlagen und ein besserer Naturschutz mit dauerhafter Finanzierung für die Stärkung bedrohter Arten und Lebensräume. Denn das größte Problem der heimischen Natur ist nicht die naturverträgliche Energiewende, sondern eine falsche Verkehrs-, Agrar-, und Siedlungspolitik“, erklärt Magnus Wessel, BUND-Experte für Naturschutz.

Pressekontakt Energiepolitik, Atomenergie und Naturschutz:

Caroline Gebauer, BUND-Expertin für nationale Klimapolitik, Mobil: 0176-22645584, E-Mail: Caroline.Gebauer@bund.net

Angela Wolff, BUND-Expertin für Energiepolitik, Klima und Atom, Tel.: 030 27586 562, E-Mail: angela.wolff@bund.net

Magnus Wessel, BUND-Naturschutzexperte, Tel.: 030-275-86-543, E-Mail: magnus.wessel@bund.net

Mobilität und Verkehrswende:

„Um die Abhängigkeit von Energieimporten zu verringern, müssen Sofortmaßnahmen zur Energieeinsparung wie ein generelles Tempolimit auf Autobahnen und autofreie Sonntage umgesetzt werden. Zudem ist es an der Zeit, endlich die Weichen für eine Mobilitätswende zu stellen, die es den Menschen ermöglicht, ohne eigenes Auto mobil zu sein und die Güter auf die Schiene verlagert. Gelder aus dem überdimensionierten Fernstraßenbau müssen in die Verbesserung der Angebote bei den öffentlichen Verkehren umgewidmet werden. Ein flächendeckendes 365-Euro-Ticket für den Nahverkehr und günstige Jahrestickets für den Fernverkehr – angelehnt an das Klimaticket in Österreich – sind dafür zielführend“, sagt Jens Hilgenberg, BUND-Verkehrsexperte.

Pressekontakt Mobilität:

Jens Hilgenberg, BUND-Verkehrsexperte, Mobil: 0151-56313302, E-Mail: jens.hilgenberg@bund.net

Landwirtschaft | Lebensmittel | Agrarpolitik

Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

„Der Schutz von Böden, Gewässern, Biodiversität und Klima beschäftigt uns bisher vor allem mit Blick auf die beiden anderen großen Krisen unserer Zeit: die Klima- und die Biodiversitätskrise. Aktuell sehen wir, dass der Schutz der Biodiversität und unserer Lebensgrundlagen und eine daran ausgerichtete Landnutzung auch ein zwingender Beitrag zur agrarpolitischen Unabhängigkeit, Resilienz und letztlich auch zur Ernährungssicherheit ist. Für die Krisenprävention und Krisenfestigkeit braucht es weniger Abhängigkeit unserer Landnutzung und eine Natur, in der und mit der wir noch Landwirtschaft betreiben können“, sagt Matthias Meißner, BUND-Abteilungsleiter Biodiversität.

Tierbestand, Pestizide, Ökolandbau:

„Wir müssen die Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion ökologischer machen. Denn für Versorgungssicherheit brauchen wir gesunde, fruchtbare Böden und nicht die Abhängigkeit von energieintensiv hergestellten Produktionsmitteln. Das sehen wir gerade bei den zu erwartenden Preissteigerungen als Folge der Abhängigkeit von russischem Ammoniumnitrat und Phosphatdüngern. Deshalb gilt es nun umso mehr, widerstandsfähige Systeme zu fördern. Wir brauchen Ökolandbau und Anbaupraktiken, die Landwirtschaft ökologischer machen“, sagt Daniela Wannemacher, BUND-Teamleiterin Landnutzung.

Gemeinsame europäische Agrarpolitik (GAP), Düngeverordnung, Umbau der Nutztierhaltung und Zukunftskommission Landwirtschaft:

„Unter dem Vorwand der Ernährungssicherheit wird angesichts des Krieges in der Ukraine dazu aufgerufen, geplante soziale und ökologische Verbesserungen in der europäischen und deutschen Agrarpolitik aufzuschieben oder sogar zu streichen. Diese Appelle sind verantwortungslos. Es geht nicht um Kleinigkeiten oder gar Luxus, sondern um den Schutz von Böden, Gewässern, Biodiversität oder Klima. Dies sichert die zukünftigen Produktionsgrundlagen der Landwirtschaft und damit die Ernährungssicherung der Bevölkerung von morgen. Darum muss an der Farm to Fork-Strategie und an der GAP-Reform festgehalten werden“, sagt Christian Rehmer, BUND-Experte für Agrarpolitik.

Pressekontakt Landwirtschaft:

Matthias Meißner, Abteilungsleiter Biodiversität beim BUND, Tel.: 030-27586-511, Mobil: 0176-45926597, E-Mail: Matthias.Meissner@bund.net

Christian Rehmer, BUND-Experte für Agrarpolitik, Mobil: 0174-3932100, E-Mail: Christian.Rehmer@bund.net,

Daniela Wannemacher, Teamleiterin Landnutzung, E-Mail: Daniela.Wannemacher@bund.net

Wirtschaft | Handel | Finanzen

Globalisierung anders denken, anders denken, Lieferketten, Konzernmacht, Industrie und Wachstumskritik:

„Unsere Abhängigkeit von fossilen Importen muss endlich beendet werden. Es ist ein zusätzlicher Skandal, dass Mineralölkonzerne gerade exorbitante Gewinne einfahren und der Finanzminister das mit Steuergeldern stützen möchte. Das Energiegeld, das bereits im Koalitionsvertrag beschlossen wurde, wäre hingegen sozial gerecht und würde allen Menschen zugutekommen. Um eine sozial und ökologisch gerechte Weltwirtschaft aufzubauen, braucht es eine solidarische Regionalisierung der Wirtschaft. Wir müssen einerseits lokale Wirtschaftskreisläufe aufbauen, beispielsweise durch eine sozial-ökologische Neuausrichtung der Wirtschaftsförderung vor Ort. Andererseits gilt es, den weltweiten Handel solidarisch zu gestalten. Dazu müssen umweltschädliche Handels- und Investitionsschutzabkommen stoppen, die ausschließlich großen Konzernen dienen und gleichzeitig faire Handelsbeziehungen aufbauen. Zusätzlich braucht es eine ausreichende Finanzierung der sozial-ökologischen Transformation vor Ort, die einen sozial gerechten Übergang für Beschäftigte ermöglicht“, sagt Lia Polotzek, BUND-Expertin für Wirtschaft und Finanzen.

Pressekontakt Wirtschaft und Handel:

Lia Polotzek, BUND-Expertin für Wirtschaft- und Handelspolitik, Mobil: 0175-5729961, E-Mail: Lia.Polotzek@bund.net

EU|EU-Politik

„Zu Beginn der Aggression gegen die Ukraine hat die EU eine bisher nicht gekannte Einigkeit gezeigt. Nun muss die Gemeinschaft darauf aufbauen und die richtigen Schlüsse für ihr weiteres politisches Handeln schließen. Sie muss vor allem den Ausstieg aus fossilen Energieträgern noch energischer vorantreiben, auch um sich von russischen Importen unabhängig zu machen. Die Entscheidungsträger in Brüssel, Straßburg und den europäischen Hauptstädten dürfen deshalb nicht der Versuchung erliegen, auf diejenigen zu hören, die unter dem Eindruck des Krieges den Green Deal in verschiedenen Bereichen von der Landwirtschaft bis zur Energiepolitik zurückdrehen möchten. Die Bundesregierung muss stattdessen dafür sorgen, dass Deutschland auf europäischer Ebene vom Bremser zum Reformchampion wird“, sagt BUND-Experte für EU-Politik, André Prescher.

Pressekontakt Europa:

André Prescher, BUND-Experte für EU-Politik , Tel.: 030-27586-76, Mobil 0032-488 847 064, E-Mail: andre.prescher@bund.net

Nachhaltigkeit | Ressourcen | Konsum

Nachhaltigkeit und Suffizienz:

„Die Belastungsgrenzen unseres Planeten sind weit überschritten. Klimakrise und Artensterben spitzen sich zu und die soziale Ungleichheit weltweit steigt. Dies wird mit der aktuellen Lage dramatisch verschärft. Wir müssen schnellstmöglich aus Kohle, Öl und Gas aussteigen, die erneuerbaren Energien ausbauen und unseren Ressourcenverbrauch deutlich drosseln. Vorschläge wie das überfällige Tempolimit lassen sich sofort in die Tat umsetzen. Wir können unsere Ernährung umstellen, hin zu weniger Fleisch. Deutschland kann und muss zeigen, dass es geht: Wohlstand und Lebensqualität lassen sich mit deutlich weniger Ressourcen- und Energieverbrauch sehr gut vereinbaren“, sagt Christine Wenzl, BUND-Expertin für Nachhaltigkeit und Suffizienz.

Pressekontakt Nachhaltigkeit:

Christine Wenzl, BUND-Expertin für Nachhaltigkeit, Tel.: (030) 2 75 86-462, E-Mail: Christine.Wenzl@bund.net

Ressourcenverbrauch und Kreislaufwirtschaft:

„Die globalen Ressourcen sind endlich und zudem nicht gerecht und gleichmäßig verteilt. Die Lösung der Ressourcenkrise ist daher eine der größten Herausforderungen unserer Gesellschaft. Auch die zunehmenden Konflikte in der Welt haben einen wachsenden Einfluss auf unsere Ressourcennutzung, zum einen werden Lieferketten unterbrochen und es kommt zu Versorgungsengpässen, zum anderen werden in kriegerischen Auseinandersetzungen Ressourcen unwiederbringlich vernichtet. Wichtig ist dabei, dass unser Wunsch nach Rohstoff(versorgungs)sicherheit nicht dazu führt, unbedacht auf andere fossile, nicht nachhaltigere Rohstoff-Quellen umzusteigen. All dies muss vor allem unsere Bestrebungen verstärken, unseren Rohstoff und Ressourcenverbrauch drastisch zu senken und konsequent das zirkuläre Wirtschaften in das Zentrum unseres Handelns zu stellen“, kommentiert Rolf Buschmann, BUND-Experte für Abfall und Rohstoffe.

„Wie abhängig wir von den schmutzigen fossilen Energien sind, zeigt auch unser Plastikkonsum. Öl und Gas sind zugleich Rohstoff und Energie für die Plastikproduktion. Ein Viertel des in Deutschland produzierten Plastiks sind Einweg-Verpackungen, die nach kurzer Zeit Müll sind und fast nie hochwertig recycelt werden. Auch die Glasindustrie benötigt viel Energie zum Einschmelzen von Glas. Einweg-Plastik und -Glas für die vielen Verpackungen sind schlicht Ressourcen- und Energieverschwendung, die wir uns nicht mehr leisten können. Wir sehen Riesen-Einsparpotenziale für unverpackt und Mehrweg als das neue Normal. Einheitliche Pool-Mehrweggefäße aus Glas oder Plastik werden durchschnittlich 50 bzw. 25 – Mal wieder befüllt. Den Aufbau von Mehrweg-Systemen müssen wir jetzt angehen – für eine ressourcen- und energieleichte Zukunft im Verpackungsbereich“, erklärt Janine Korduan, BUND-Expertin für Kreislaufwirtschaft.

Pressekontakt Ressourcen und Kreislaufwirtschaft:

Rolf Buschmann, BUND-Experte für Abfall und Ressourcen, Mobil: 0176-55080870, E-Mail: rolf.buschmann@bund.net

Janine Korduan, BUND-Expertin für Kreislaufwirtschaft, Tel.: 030-27586433, E-Mail: Janine.Korduan@bund.net

Weitere Informationen:

Ein vom BUND vorgelegtes Papier „Einsparungen jetzt! Für Energiesouveränität und ein krisenfestes Ernährungssystem“ fordert von der Bundesregierung angesichts des Krieges in der Ukraine Sofortmaßnahmen in unterschiedlichen Sektoren: www.bund.net/sofortmassnahmen

BUND-Maßnahmenpapier Klimasofortprogramm im Verkehr: www.bund.net/sofortprogramm-verkehr

BUND-Pressestelle:

Sigrid Wolff | Daniel Jahn | Clara Billen| Lara Dalbudak

Tel. 030-27586-497 |-531 | -464 | -425 | E-Mail: presse@bund.net, www.bund.net

Informationen zur Datenverarbeitung des BUND nach DSGVO finden Sie unter www.bund.net/datenschutz

Hrsg.: Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) e.V., Petra Kirberger (v.i.S.d.P.), Kaiserin-Augusta-Allee 5, 10553 Berlin

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