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++ Wölfe und Weidetierhaltung – wie geht es weiter? – Verbände legen Fünf-Punkte-Plan vor ++

Gemeinsame Pressemitteilung vom 16. September 2021 | Doppelsendungen bitten wir zu entschuldigen.

Wölfe und Weidetierhaltung – wie geht es weiter? – Verbände legen Fünf-Punkte-Plan vor

Berlin. Anlässlich der Bundestagswahl fordert die Plattform Weidetierhaltung und Wolf, ein Bündnis aus Verbänden der Weidetierhaltung, der Jagd und des Natur- und Tierschutzes langfristige Lösungen im Umgang mit Wölfen und dem Herdenschutz. Das Bündnis schlägt dazu einen Fünf-Punkte-Plan vor. Derzeit läuft das Ringen um eine Lösung des Konflikts immer häufiger auf reine Abschussforderungen hinaus. Das greift deutlich zu kurz.

„Der Abschuss von Wölfen blind nach Quote ersetzt keinen Herdenschutz. Was nach kurzfristiger Lösung klingt, ist in Wahrheit Augenwischerei”, erklären die beteiligten Verbände. „Auch nach Abschüssen wandern stetig neue Wölfe zu oder durchstreifen kurzzeitig die Weidegebiete und können dann jederzeit ungeschützte Weidetiere erbeuten.“ Dabei ist der gezielte Abschuss von problematischen Wölfen, die ordnungsgemäß geschützte Weidetiere gerissen haben, schon heute möglich. Dagegen sind ungezielte Quotenjagden auch EU-rechtlich höchst problematisch. Sie tragen nicht zur Lösung von Konflikten bei.

Zuletzt wurden von Landwirtinnen und Landwirten steigende Risszahlen gemeldet. Nach wie vor betrifft dies aber zum Großteil ungeschützte Weidetiere. Die Weidetierhaltenden befinden sich aufgrund der schlechten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen oftmals schon dann in einer schwierigen Lage, bevor Wölfe zurückkehren und zusätzliche Kosten verursachen. Bürokratie bei der Beantragung von Förderanträgen für Herdenschutzzäune und -hunde sowie lange Bearbeitungszeiten von Anträgen sind zusätzliche Hürden für die Weidetierhaltung. Der Fünf-Punkte-Plan der Plattform Weidetierhaltung und Wolf greift dies auf:

  1. Der Wolf gehört nicht ins Jagdrecht. Flächendeckende Bejagung ist kein Ersatz für Herdenschutz. Problematische Wölfe können nach geltender Rechtslage per Ausnahmegenehmigung getötet werden, wenn sie ordnungsgemäße Herdenschutzmaßnahmen überwinden. Der Abschuss solcher Wölfe soll durch Fachkräfte erfolgen. Die Länder müssen dafür professionelle Strukturen fördern.
  2. Es braucht mehr professionelle Herdenschutzberatung in den Ländern sowie Zugang zu Erfahrungsberichten. Das neu eingerichtete bundesweite Herdenschutzzentrum muss finanziell und personell angemessen ausgestattet und in bestehende Strukturen des Wolfsmanagements eingebunden werden. Innovationen im Herdenschutz müssen unterstützt werden.
  3. Alle rechtlich möglichen Fördermöglichkeiten müssen durch Bund und Länder ausgeschöpft werden. Dies schließt zusätzlich zu den Materialkosten auch den Arbeitsaufwand für Herdenschutz sowie die laufenden Kosten ein. Diese Förderung soll nicht auf die De-minimis-Pauschale angerechnet werden, da es sich hier nicht um einen Wettbewerbsvorteil handelt. Die Beantragung von Fördergeldern für Herdenschutz muss vereinfacht und die Bearbeitung der Anträge beschleunigt werden.
  4. Benötigt wird eine bundesweit einheitliche Statistik über Rissereignisse an Weidetieren mit Angaben zum Zustand des Herdenschutzes für eine objektive Bewertung von Schadensfällen und bessere Vergleichbarkeit.
  5. Die wirtschaftliche Situation der Weidetierhaltenden muss nachhaltig verbessert werden. Es braucht bessere Vermarktungsmöglichkeiten und angemessene Preise für die erzeugten Produkte und Ökosystemdienstleistungen.

Die Plattform Weidetierhaltung und Wolf besteht aus elf Verbänden und setzt sich seit 2017 für eine Lösung des Konflikts zwischen der Weidetierhaltung und der Rückkehr der Wölfe ein. Beteiligt sind folgende Verbände: Arbeitsgemeinschaft Herdenschutzhunde, Bundesverband Berufsschäfer, Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Deutscher Tierschutzbund, Gesellschaft zum Schutz der Wölfe, International Fund for Animal Welfare, Naturschutzbund Deutschland, Ökologischer Jagdverband, Vereinigung der Freizeitreiter und -fahrer in Deutschland, Verein für Arbeitende Herdenschutzhunde, WWF Deutschland.

Mehr Informationen:

Verbändepapier Herdenschutz: Weidetierhaltung & Wolf in Deutschland (bund.net)

Kontakte:

Knut Kucznik, Vorsitzender AG Herdenschutzhunde

Tel.+49 (0)160 989 534 91, E-Mail: Schaefer@Kucznik.de

Andreas Schenk, Pressesprecher beim Bundesverband Berufsschäfer

Tel. +49 (0)152 345 627 09, E-Mail: Andreas.Schenk@berufsschaefer.de

Friederike Scholz, Referentin Wildtiere und Artenschutz beim BUND

Tel. +49 (0)30 275 86 -566, E-Mail: Friederike.Scholz@bund.net

James Brückner, Abteilungsleiter für Arten- und Naturschutz beim Deutschen Tierschutzbund

Tel. +49 (0)89 600 291 0, E-Mail: artenschutz@tierschutzbund.de

Peter Blanché, Vorsitzender bei Gesellschaft zum Schutz der Wölfe

Tel. +49 (0)171 864 74 44, E-Mail: Peter.Blanche@gzsdw.de

Andreas Dinkelmeyer, Campaigns Manager beim IFAW

Tel. +49 (0)173 622 75 39, E-Mail: adinkelmeyer@ifaw.org

Marie Neuwald, Referentin Wölfe und Beweidung beim NABU

Tel. +49 (0)30 284 984-1624, E-Mail: Marie.Neuwald@NABU.de

Eckhard Fuhr, Ökologischer Jagdverband

Tel. +49 (0)151 544 012 00, E-Mail: Eckhard.Fuhr@oejv.de

Holger Benning, Vorsitzender beim Verein für arbeitende Herdenschutzhunde

Tel. +49 (0) 4263 985 14 45, E-Mail: H.Benning@heidschnuckenherde.de

Sonja Schütz, Referentin für Umwelt bei Vereinigung der Freizeitreiter und -fahrer

Tel. +49 (0)152 554 565 55, E-Mail: Sonja.Schuetz@vfdnet.de

Moritz Klose, Programmleiter Wildtiere beim WWF Deutschland

Tel. +49 (0)151 188 548 87, E-Mail: Moritz.Klose@wwf.de

BUND-Pressestelle:

Daniel Jahn | Judith Freund | Heye Jensen

Tel. 030-27586-531 | -497 | -464 | E-Mail: presse@bund.net, www.bund.net

Sie erreichen die Pressestelle zurzeit vorrangig mobil:

Daniel Jahn: 0170-160 66 58

Heye Jensen: 01590-633 23 72

Hrsg.: Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) e.V., Petra Kirberger (v.i.S.d.P.), Kaiserin-Augusta-Allee 5, 10553 Berlin

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