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29.09.2020 – 10:12

BUND

++ Pestizideinsatz geht auf Kosten von Mensch und Umwelt - Verbindliches nationales Reduktionsprogramm muss kommen ++

BUND-Kommentar vom 29. September 2020

Pestizideinsatz geht auf Kosten von Mensch und Umwelt - Verbindliches nationales Reduktionsprogramm muss kommen

Anlässlich der heutigen Vorstellung der Studie "Pestizidbelastung der Luft" des Umweltinstituts München und des Bündnisses für eine enkeltaugliche Landwirtschaft erklärt Olaf Bandt, Vorsitzender des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND):

"Die Studie zeigt klar: Pestizide bleiben nicht nur dort, wo sie ausgebracht werden. Sie sind extrem mobil und greifen auch außerhalb der Einsatzorte in Ökosysteme ein. Der Pestizideinsatz in der konventionellen Landwirtschaft ist das Gegenteil von Nachhaltigkeit, denn er geht zu Lasten von Mensch, Natur und Wirtschaft.

Insekten werden durch Pestizide in Art und Anzahl dramatisch dezimiert. Menschen können sich nicht mehr vor Pestiziden schützen, denn selbst wenn Verbraucherinnen und Verbraucher ausschließlich Bio-Produkte kaufen, atmen sie Pestizide durch die Luft ein.

Auch der Wirtschaftszweig der Biolebensmittel wird in die Verantwortung hineingezogen, obwohl diese Branche auf chemisch-synthetische Pestizide verzichtet. Die Bio-Branche ist gezwungen, in teure Tests zu investieren, um sicherzugehen, dass ihre Produkte nicht durch Abdrift und Ferntransport verunreinigt sind. Die Kosten tragen letztendlich die Biokunden, auch wenn der konventionelle Anbau Verursacher ist.

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner darf diesen hohen Pestizideinsatz nicht mehr länger verteidigen. Die Schäden durch Pestizideinsatz dürfen nicht mehr länger auf Verbraucher, Bio-Branche und Artenvielfalt abgewälzt werden.

Wir brauchen ein nationales Pestizidreduktionsprogramm mit verbindlichen Zielen und Maßnahmen, welches auch die Bäuerinnen und Bauern unterstützt und sich mindestens am Ziel der EU-Kommissionsstrategie 'Farm to Fork' von 50 Prozent Pestizidreduktion bis 2030 orientiert. Notwendig ist weiterhin ein Verbot besonders gefährlicher Wirkstoffe und eine Reform des Zulassungssystems, in dem die Ausbreitung von Pestiziden über die Luft berücksichtigt wird."

Kontakt: Corinna Hölzel, BUND-Pestizidexpertin, Mobil: 0175-4487691, E-Mail: corinna.hoelzel@bund.net

BUND-Pressestelle:

Sigrid Wolff | Daniel Jahn | Judith Freund | Heye Jensen

Tel. 030-27586-425 | -531 | -497 | -464 | E-Mail: presse@bund.net, www.bund.net

Sie erreichen die Pressestelle zurzeit vermehrt mobil.

Daniel Jahn: 0170 160 66 58

Heye Jensen: 01590 633 23 72

Hrsg.: Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) e.V., Petra Kirberger (v.i.S.d.P.), Kaiserin-Augusta-Allee 5, 10553 Berlin