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18.09.2020 – 09:35

BUND

++ Coastal Cleanup Day gegen Müll am Strand: Ursachen des Müllproblems nicht länger ignorieren ++

Pressemitteilung vom 18. September 2020

Coastal Cleanup Day gegen Müll am Strand: Ursachen des Müllproblems nicht länger ignorieren

Bremen/Berlin. Anlässlich der weltweiten Müllsammelaktionen World Cleanup Day und International Coastal Cleanup Day am 19. September warnt der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), dass nur veränderte Produktions- und Konsumweisen das weltweite Müllproblem an Küsten und Stränden lösen wird. Die BUND-Landesverbände an Nord- und Ostsee beteiligen sich am Aktionstag durch Müllsammel- und Strandsäuberungen sowie Aktionen vor Ort.

"Es landet zu viel Müll in der Natur. Wir riskieren, den einzigartigen Lebensraum Meer in eine große Müllhalde zu verwandeln", warnt BUND-Meeresmüllexpertin Dorothea Seeger. "Unsere Art zu leben und zu konsumieren produziert zu viel Müll. Doch nicht allein wir Verbraucherinnen und Verbraucher sind in der Pflicht, sondern vor allem Industrie und Handel: Sie haben Wegwerfprodukte über Jahrzehnte zur Normalität gemacht. Müllsammelaktionen sind wichtig und sinnvoll, um auf den Schaden aufmerksam zu machen und möglichst einzudämmen. Sie behandeln letztendlich jedoch nur die sichtbaren Symptome. Was wir brauchen, ist ein Umdenken zurück dazu, dass Produkte möglichst lange genutzt werden können und Müll gar nicht erst entsteht."

Gerade in Zeiten der Corona-Pandemie erleben Plastik- und Einwegprodukte eine besorgniserregende "Renaissance". Neuerdings landen vermehrt Einweg-Masken und -Handschuhe in der Natur. Aus einem gesteigerten Hygienebedürfnis heraus werden wieder vermehrt Einwegverpackungen akzeptiert. Der BUND fordert die staatliche Stärkung von Mehrwegsystemen und ruft Verbraucherinnen und Verbraucher dazu auf, auch weiterhin auf Mehrwegprodukte zu setzen. "Ein Beispiel sind wiederverwendbare Gefäße für den Coffee-to-go oder das Take-away-Essen. Mehrwegprodukte haben keine hygienischen Nachteile, aber große Vorteile für die Umwelt", so die Meeresmüllexpertin.

An einigen Orten werden an diesem Wochenende auch achtlos entsorgte Zigarettenkippen separat gesammelt. "Eine einzige Zigarettenkippe kann 1000 Liter Wasser für kleine Wassertiere vergiften und unbewohnbar machen. Darüber hinaus zerfallen die Zigarettenfilter aus Kunststoff zu Mikroplastik und schaden unseren Meeren auch so massiv", gibt Seeger zu bedenken.

Bereits am vergangenen Samstag sammelten in Kiel rund 40 Freiwillige gemeinsam mit dem BUND über 160 Kilogramm Müll, darunter viel Plastikmüll und über 350 Zigarettenstummel.

Seien Sie dabei! BUND-Aktionen am Coastal Cleanup Day:

Am dritten Samstag im September findet jedes Jahr die größte Strandmüllsammelaktion der Welt statt: der International Coastal Cleanup Day. Bereits seit 1986 werden an diesem Tag Menschen auf der ganzen Welt aktiv und sammeln Müll an den Stränden auf. Der World Cleanup Day findet 2020 zum dritten Mal statt. Der BUND beteiligt sich auch in diesem Jahr an den Küsten von Nord- und Ostsee und freut sich über tatkräftige Unterstützung. BUND-Aktionen finden unter anderem statt in und auf:

Freitag, 18.09.2020, Norderney | Müllsammelaktion des BUND Norderney mit dem 7. Jahrgang der Kooperativen Gesamtschule Norderney

Samstag, 19.09.2020

Bremen | Ab 10 Uhr: "Bis gleich am Deich" - Sammelaktion am Osterdeich an der Weser gemeinsam mit dem Breminale-Festival, Treffpunkt: an der Sielwallfähre

Niedersachsen:

Harlesiel | 10:30 Uhr: Müllsammelaktion am Strand, anschließend gemeinsames Suppenessen, Treffpunkt: am Spielplatz; Aktion des BUND Carolinensiel im Rahmen der Plastik-Aktionswoche

Hooksiel | 11-16 Uhr: Müllsammelaktion und Infostand mit Ausstellung von Strandfunden, Treffpunkt: Künstlerhaus

Norderney | 10-12 Uhr: Strand-Olympiade für Kinder, 14 Uhr: Müllsammelaktion für Familien, 10-16 Uhr: Infostand, Treffpunkt: am Januskopf

Wilhelmshaven | 10 Uhr: Müllsammelaktion am Deich, Höhe Banter See, Treffpunkt: am Parkplatz am Grodendamm/Banter See

Mecklenburg-Vorpommern:

Neubrandenburg | 11-16 Uhr: Müllsammelaktion der BUNDjugend, Treffpunkt: Arche N

Rostock | Rostocker Küstenputztag des Rostocker "Meeresmüll-Stammtisch", Sammlung an elf Orten im gesamten Rostocker Stadtbereich, an der Warnow und an der Küste

14 Uhr: BUND-Aktion im Hundsburgpark, Treffpunkt Kaffeerösterei Schmarl

14 Uhr: BUND-Aktion am Strandresort Markgrafenheide, Treffpunkt: an der "Blauen Boje"

12-14 Uhr: MeerWissen! Info- und Mitmachevent mit Meeresmüllausstellung, BUND-Infostand zum Thema Zigarettenkippen, Treffpunkt Jugendherberge Warnemünde

17:30 Uhr: "Kippenkarawane" - die Zigarettenkippen aller Sammelpunkte werden zusammengetragen, Treffpunkt: Circus Fantasia im Stadthafen

Schleswig-Holstein:

Neustadt/Holstein | 10:00 Uhr: Müllsammelaktion, Treffpunkt: am BUND-Umwelthaus Neustädter Bucht, in Kooperation mit dem Stadtmarketing der Stadt Neustadt i. H.

Mehr Informationen: www.bund.net/meere/mikroplastik/strandaktionen

Zur Plastikkrise an Land und im Meer: www.bund.net/plastikatlas

Fragen und Antworten zu Mehrwegverpackungen in Pandemie-Zeiten: www.bund.net/bund-tipps/detail-tipps/tip/fragen-und-antworten-zu-mehrwegverpackungen-in-pandemie-zeiten

Zur Problematik von Zigarettenkippen: www.bund-bremen.net/meer/stoppt-kippen-in-der-umwelt

Kontakt: Dorothea Seeger, BUND-Expertin für Meeresmüll, Tel.: 0178-2085794, E-Mail: dorothea.seeger@bund.net

BUND-Pressestelle:

Sigrid Wolff | Daniel Jahn | Judith Freund | Heye Jensen

Tel. 030-27586-425 | -531 | -497 | -464 | E-Mail: presse@bund.net, www.bund.net

Sie erreichen die Pressestelle zurzeit vorrangig mobil:

Daniel Jahn: 0170-160 66 58

Judith Freund: 0176-476 841 64

Hrsg.: Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) e.V., Petra Kirberger (v.i.S.d.P.), Kaiserin-Augusta-Allee 5, 10553 Berlin