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11.09.2020 – 12:23

BUND

++ Dannenröder Wald: Rodung verhindern - Eine andere Verkehrspolitik ermöglichen ++

BUND-Kommentar vom 11. September 2020

Dannenröder Wald: Rodung verhindern - Eine andere Verkehrspolitik ermöglichen

Anlässlich der heutigen Proteste von Fridays for Future und anderen in Wiesbaden gegen die geplante Rodung des Dannenröder Waldes erklärt Olaf Bandt, Vorsitzender des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND):

"Verkehrspolitisch wird in Deutschland weiter geholzt, statt zukunftsweisend geplant: Als nächstes droht der Dannenröder Wald in Hessen dem Weiterbau der A 49 zum Opfer zu fallen. Ein mehr als 250 Jahre alter, gesunder Laubmischwald soll einem verkehrspolitischen Planungsdinosaurier geopfert werden. Dass ein wertvoller Laubwald einem unnötigen und gestrigen Straßenprojekt weichen soll, ist ein neuerlicher Beleg für eine verfehlte bundesdeutsche Verkehrspolitik.

Trotz Klimakrise und Artensterben lässt die Bundesregierung weiter im großen Stil Autobahnen und Bundesstraßen planen und bauen, ohne dabei Umweltbelange ausreichend zu berücksichtigen. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer gibt unbeirrt den Asphalt-Cowboy und zementiert eine Politik von gestern, statt die Mobilität von morgen zu gestalten.

Die Bundesregierung muss endlich umdenken und ihre gesamte Infrastrukturplanung an Klima-, Natur- und Umweltschutz ausrichten. Eine zukunftsfähige Verkehrsplanung ist ein wichtiger Teil öffentlicher Daseinsvorsorge. Für eine Neuausrichtung ist schon im kommenden Jahr Gelegenheit. Mit der dann anstehenden Neuauflage der Bedarfspläne bietet sich für die Bundesregierung und die hessische Landesregierung die Möglichkeit, endlich klare Zeichen in Richtung Mobilitätswende zu setzen und einen Verzicht des Weiterbaus der A 49 zu vereinbaren.

Der Weiterbau der A 49 muss gestoppt werden. Der Autobahnausbau muss insgesamt auf den Prüfstand. Es braucht endlich eine klima- und naturgerechte Verkehrspolitik."

Hintergrund:

Zusammen mit dem sich anschließenden Herrenwald garantiert der Dannenröder Wald, dass eine halbe Millionen Menschen mit sauberem Trinkwasser versorgt werden können. Bereits seit über 40 Jahren gibt es Pläne für den Bau der Autobahn A 49, die den Wald in zwei Hälften schneiden und im Ökosystem irreparable Schäden hinterlassen würde. Durch die Folgen der Klimakrise kommen die Wälder hierzulande zunehmend in Bedrängnis. Nur noch jeder fünfte Baum ist gesund. In vielen Regionen Deutschlands brechen ganze Waldbestände in Folge von Hitze, Dürre und Stürmen zusammen. Deshalb ist es besonders wichtig, noch bestehende Laubwälder zu erhalten.

Mehr Informationen:

Der BUND lädt für den kommenden Mittwoch, 16. September, zu einem Pressegespräch über die geplanten Rodungen im Dannenröder Wald, den Weiterbau der A 49 und verkehrspolitische Fragen nach Dannenrod/Homberg (Ohm) ein, an dem auch der BUND-Vorsitzende Olaf Bandt und der Vorsitzende des BUND-Landesverbandes Hessen, Jörg Nitsch, teilnehmen. Eine gesonderte Einladung folgt.

Kontakt: Nicola Uhde, BUND-Expertin für Waldpolitik, Tel.: 0151 141 482 67, E-Mail: nicola.uhde@bund.net

Jens Hilgenberg, BUND-Verkehrsexperte, Tel.: 030-27586-467, Mobil: 0151-56313302, E-Mail: jens.hilgenberg@bund.net

BUND-Pressestelle:

Sigrid Wolff | Daniel Jahn | Judith Freund | Heye Jensen

Tel. 030-27586-425 | -531 | -497 | -464 | E-Mail: presse@bund.net, www.bund.net

Sie erreichen die Pressestelle zurzeit vermehrt mobil.

Sigrid Wolff: 0162 96 11 946

Daniel Jahn: 0170 160 66 58

Heye Jensen: 01590 633 23 72

Hrsg.: Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) e.V., Petra Kirberger (v.i.S.d.P.), Kaiserin-Augusta-Allee 5, 10553 Berlin