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12.06.2020 – 12:53

BUND

++ Ein Jahr fortgesetztes Kükentöten: Zwei-Nutzungs-Huhn als Alternative ++

BUND-Kommentar vom 12. Juni 2020

Ein Jahr fortgesetztes Kükentöten: Zwei-Nutzungs-Huhn als Alternative

Am 13. Juni 2020 jährt sich das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts von 2019, das die Tötung männlicher Küken weiterhin zulässt. Das Gericht hatte zwar das Töten der Küken nicht verboten, aber betont, dass diese Praxis weder mit dem Tierschutzgesetz noch mit dem Staatsziel Tierschutz vereinbar sei. Dass allein in Deutschland jährlich etwa 45 Millionen männliche Küken direkt nach dem Schlüpfen getötet werden, EU-weit sogar über 280 Millionen, kritisiert Olaf Bandt, Vorsitzender des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND):

„Es ist grundfalsch, dass das Töten von männlichen Küken weiterhin erlaubt ist. Eine Entscheidung im Sinne einer verantwortungsvollen Tierhaltung hat das Bundesverwaltungsgericht letztes Jahr verpasst und politische Entscheidungen hin zu mehr Tierwohl wurden erneut auf die lange Bank geschoben. Seit dem Urteil ist nichts passiert. Auf eine tierschutzkonforme und marktreife Alternative, die uns die Geflügellobby versprochen hat, warten wir noch immer.

Das Leiden und Sterben von Millionen Küken ist weiterhin Realität und muss ein Ende finden. Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner muss das Kükentöten ausnahmslos verbieten und Betriebe fördern, die auf Alternativen umsteigen möchten. Die analytische Geschlechtstrennung bereits im Ei ist für uns nur eine Zwischenlösung. Immerhin geht damit immer noch eine enorme Verschwendung von Ressourcen einher. Auch die Mast von Bruderhähnen kann nur für einen Übergangszeitraum sinnvoll sein.

Es gibt eine viel nachhaltigere Lösung für das sinnlose und unnötige Kükentöten: Statt auf Eier spezialisierte Züchtungen sollten in den Ställen Zweinutzungsrassen stehen, also Hühner, die sowohl zur Eier- als auch zu Fleischerzeugung gehalten werden können. Die Haltung von Zweinutzungsrassen würde nicht nur das sinnlose Kükentöten beenden. Auch sind diese Hühner generell robuster, gesünder und benötigen weniger Medikamente. Das spart den Einsatz von Antibiotika und nützt wiederum der menschlichen Gesundheit.“

Hintergrund:

Hühner werden aus wirtschaftlichen Gründen ausschließlich für das Legen von Eiern oder die Produktion von Fleisch gezüchtet. Diese Spezialisierung hat zur Folge, dass bei den Legehennen-Rassen nur die weiblichen Tiere zum Eierlegen weiterleben dürfen. Männliche Küken setzen nicht genug Fleisch für die Mast an und werden daher nach dem Schlüpfen aus rein wirtschaftlichen Gründen getötet.

Weitere Informationen zum Zweinutzungshuhn finden Sie unter: www.bund.net/zweinutzungshuhn

Kontakt: Christian Rehmer, Leiter Agrarpolitik des BUND, Tel.: 0174-3932100, E-Mail: christian.rehmer@bund.net

BUND-Pressestelle:

Sigrid Wolff | Daniel Jahn | Judith Freund | Heye Jensen

Tel. 030-27586-425 | -531 | -497 | -464 | E-Mail: presse@bund.net, www.bund.net

Sie erreichen die Pressestelle zurzeit vorrangig mobil:

Sigrid Wolff: 0162-96 11 946

Daniel Jahn: 0170-160 66 58

Judith Freund: 0176-476 841 64

Heye Jensen: 01590-633 23 72

Hrsg.: Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) e.V., Antje von Broock (v.i.S.d.P.), Kaiserin-Augusta-Allee 5, 10553 Berlin