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15.05.2020 – 09:44

BUND

++ Zukunft der erneuerbaren Energien steht auf dem Spiel ++

BUND-Kommentar vom 15. Mai 2020

Zukunft der erneuerbaren Energien steht auf dem Spiel

Anlässlich der im Bundestag abschließend diskutierten „Mini-Erneuerbare-Energie-Gesetz-Novelle“ kommentiert Antje von Broock, Geschäftsführerin Politik und Kommunikation beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND):

„Erneut wurden die dringlichsten Fragen beim Ausbau der erneuerbaren Energien auf die lange Bank geschoben. In der Diskussion um die Abstandsregeln von Windrädern zu Wohnhäusern: kein Fortschritt. Bei der im vergangenen Jahr beschlossenen Abschaffung des Solardeckels: weiter Hängepartie. Allein der Corona-Krise ist es geschuldet, dass der Solardeckel noch nicht zugeschlagen ist und es einen kleinen Aufschub bis zum im Sommer gibt.

Bereits jetzt aber macht sich Unsicherheit in der Solar-Branche bemerkbar: Dass grade in Krisenzeiten nachhaltige Wirtschaftszweige solchen Planungsrisiken ausgesetzt werden, ist unverantwortlich und unverständlich. Einerseits werden milliardenschwere Hilfspakete bereitgestellt, andererseits einfache Entscheidungen vertagt, die zu einer resilienten und dezentralen Energieversorgung beitragen können. Das gefährdet sowohl den Erneuerbaren-Ausbau als auch die Klimaschutzziele und beschädigt das Vertrauen der Erneuerbaren-Branche.

Echte Teilhabe von Bürgerinnen und Bürgern schafft Akzeptanz für die Energiewende. Dass ausgerechnet bei kleinen Solaranlagen wieder auf die Bremse getreten wird, belegt die Nachlässigkeit der Regierung bei dem Thema. Dabei muss Deutschland im nächsten Jahr die EU-Vorschriften zu Bürgerenergie in deutsches Recht überführen. Die Blockade beim Solardeckel lässt nicht auf eine ambitionierte Umsetzung hoffen. Grade jetzt wäre jedoch eine dezentrale Energiewende in der Hand von Bürgerinnen und Bürgern umso wichtiger. Denn die wirtschaftliche Wertschöpfung kommt direkt den Menschen zugute, in deren Nähe die Energie erzeugt wird. Das belebt die lokale und regionale Wirtschaft: schafft Arbeitsplätze, fördert Kaufkraft, stärkt Kommunen. Die EU hat das bereits erkannt, Deutschland scheinbar nicht. Die Bundesregierung muss jetzt die die Weichen für eine widerstandsfähige Wirtschaft stellen. Im Energiebereich heißt das: ambitionierter und naturverträglichen Ausbau der Erneuerbarer in Bürgerhand.“

Kontakt: Caroline Gebauer, BUND-Expertin für nationale Klimapolitik, E-Mail: Caroline.Gebauer@bund.net

Hinweis: Angesichts der Ausbreitung des Corona-Virus ergreift auch der BUND alle notwendigen Vorsichtsmaßnahmen. So arbeiten die Mitarbeiter*innen verstärkt im Home-Office und nutzen Telefonkonferenzen und digitale Medien für die Kommunikation. Wir alle tragen Verantwortung im Kampf gegen eine weitere Verbreitung des Virus. Gesamtgesellschaftliches Handeln ist das Gebot der Stunde. Von diesem Bewusstsein lassen wir uns stets auch bei unserem Einsatz für den Umwelt- und Naturschutz leiten. Trotz Corona-Krise ist es daher wichtig, dieses Engagement unter Berücksichtigung der gebotenen Vorsichtsmaßnahmen fortzusetzen. Auch die Klimakrise und das Artensterben sind weltweite Krisen, die nicht aus dem Blick geraten dürfen. Umwelt- und Naturschutz betreffen uns alle unmittelbar.

BUND-Pressestelle:

Sigrid Wolff | Daniel Jahn | Judith Freund | Heye Jensen

Tel. 030-27586-425 | -531 | -497 | -464 | E-Mail: presse@bund.net, www.bund.net

Sie erreichen die Pressestelle zurzeit vorrangig mobil:

Sigrid Wolff: 0162-96 11 946

Daniel Jahn: 0170-160 66 58

Judith Freund: 0176-476 841 64

Heye Jensen: 01590-633 23 72

Hrsg.: Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) e.V., Antje von Broock (v.i.S.d.P.), Kaiserin-Augusta-Allee 5, 10553 Berlin