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07.05.2020 – 11:20

BUND

++ Mehr Wildkatzen? BUND untersucht aktuelle Verbreitung der seltenen Tierart (Foto) ++

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Pressemitteilung vom 7. Mai 2020

Mehr Wildkatzen? BUND untersucht aktuelle Verbreitung der seltenen Tierart (Foto)

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) beendet in diesen Tagen seine diesjährige Suche nach der Europäischen Wildkatze in Deutschland. Ein besonderer Fokus lag auf den Rändern der bisher bekannten Verbreitungsgebiete im Nordosten und Süden Deutschlands. „Wir hoffen, dass sich die positive Entwicklung der vergangenen Jahre fortsetzt und die Wildkatze sich weiter ausbreitet“, so Friederike Scholz, Wildtierexpertin des BUND. Der milde Winter dieses Jahres macht zusätzlich Hoffnung auf neue Wildkatzennachweise. „Da es kaum Schnee gab, ist es wahrscheinlicher, dass der Nachwuchs diesen Winter gut überstanden hat. Zudem gibt es auch deutlich mehr Mäuse, die Leibspeise der Europäischen Wildkatze.“

In den Untersuchungsgebieten – unter anderem im Norden Niedersachsens in der Lüneburger Heide, im südlichen Brandenburg, entlang der Elbe in Sachsen-Anhalt, in Südbayern sowie in Teilen Hessens und Nordrhein-Westfalens – setzte der BUND auf die „Frühlingsgefühle“ der Wildkatzen. „Wir nutzen sogenannte Lockstöcke, die wir mit Baldrian besprühen“, erklärt Scholz. „Dieser Geruch ist den Sexuallockstoffen der Wildkatze sehr ähnlich, sodass er die Tiere magisch anzieht. Sie reiben sich am Holz und hinterlassen dabei einzelne Haare, die wir vorsichtig absammeln und anschließend genetisch untersuchen lassen können.“ Partner des BUND für die Genanalysen ist die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung.

Mehr als 500 Haarproben sind so in den vergangenen Wochen zusammengekommen. Möglich ist so eine aufwändige Untersuchung nur mit Hilfe von Ehrenamtlichen. „Über 300 Wildkatzenfreundinnen und -freunde haben uns in diesem Jahr wieder unterstützt und regelmäßig Lockstöcke kontrolliert“, freut sich Scholz. „Die Ergebnisse, wie viele Wildkatzen dabei waren und wo wir vielleicht neue Nachweise verzeichnen können, erwarten wir Ende des Jahres.“

Hintergrund:

Der BUND setzt sich seit mehr als 15 Jahren mit seinem Projekt „Rettungsnetz Wildkatze“ für den Schutz der gefährdeten Europäischen Wildkatze in Deutschland ein. Bundesweit untersuchen Naturschützerinnen und Naturschützer die Entwicklung der Bestände und engagieren sich für die Vernetzung der Lebensräume der Wildkatze. Da die Tiere auf Deckung angewiesen sind, brauchen sie „grüne Korridore“ aus Büschen und Bäumen, um neue Lebensräume zu erobern. Gleichzeitig fordert der BUND die Politik auf, sich stärker für den Schutz der Biologischen Vielfalt in Deutschland einzusetzen. Dazu gehört auch der Bau von Grünbrücken oder Unterführungen an Unfallschwerpunkten und ein Verzicht auf weiteren Straßenbau.

Die Europäische Wildkatze ist, anders als unsere Hauskatzen, eine echte Ureinwohnerin Europas. Sie lebt bevorzugt in naturnahen Wäldern und steht damit wie kaum ein anderes Tier für eine intakte, strukturreiche Waldlandschaft in Deutschland. Zu Beginn der 20. Jahrhunderts fast ausgerottet, gibt es heute schätzungsweise 6.000 bis 8.000 Exemplare.

Weitere Informationen: www.bund.net/wildkatze

Grafiken zur Verbreitung der Wildkatze und Pressefotos:www.bund.net/wildkatzenfotos (Das Copyright entnehmen Sie bitte der Fotobeschreibung.)

Kontakt: Friederike Scholz, BUND-Wildtierexpertin, E-Mail: Friederike.Scholz@bund.net bzw. Jenny Therese Kupfer, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Naturschutzgroßprojekte, E-Mail: Jenny.Kupfer@bund.net

BUND-Pressestelle:

Sigrid Wolff | Daniel Jahn | Judith Freund | Heye Jensen

Tel. 030-27586-425 | -531 | -497 | -464 | E-Mail: presse@bund.net, www.bund.net

Sie erreichen die Pressestelle zurzeit vorrangig mobil:

Sigrid Wolff: 0162 96 11 946

Daniel Jahn: 0170 160 66 58

Judith Freund: 0176 476 841 64

Heye Jensen: 01590 633 23 72

Hinweis: Angesichts der Ausbreitung des Corona-Virus ergreift auch der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) alle notwendigen Vorsichtsmaßnahmen. So arbeiten die Mitarbeiter*innen verstärkt im Home-Office und nutzen Telefonkonferenzen und digitale Medien für die Kommunikation. Wir alle tragen Verantwortung im Kampf gegen eine weitere Verbreitung des Virus. Gesamtgesellschaftliches Handeln ist das Gebot der Stunde. Von diesem Bewusstsein lassen wir uns stets auch bei unserem Einsatz für den Umwelt- und Naturschutz leiten. Trotz Corona-Krise ist es daher wichtig, dieses Engagement unter Berücksichtigung der gebotenen Vorsichtsmaßnahmen fortzusetzen. Auch die Klimakrise und das Artensterben sind weltweite Krisen, die nicht aus dem Blick geraten dürfen. Umwelt- und Naturschutz betreffen uns alle unmittelbar.

Hrsg.: Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) e.V., Antje von Broock (v.i.S.d.P.), Kaiserin-Augusta-Allee 5, 10553 Berlin