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07.04.2020 – 14:41

BUND

++ Bio und regional: Solidarisch mit Erzeugern einkaufen ++

BUND-Ökotipp vom 7. April 2020

Bio und regional: Solidarisch mit Erzeugern einkaufen

Berlin. Auch wenn unsere Versorgung mit Lebensmitteln weiterhin gesichert ist: Die Logistik bei der Versorgung mit Lebensmitteln steht derzeit vor großen Herausforderungen, mit denen auch landwirtschaftliche Betriebe konfrontiert sind. Menschen, die Lebensmittel produzieren und vermarkten, sind systemrelevant und benötigen unsere Unterstützung sowie eine faire Bezahlung. Langfristig müssen wir regionale landwirtschaftliche Kreisläufe fördern, da diese weniger krisenanfällig sind.

Wie Sie auch jetzt bäuerliche Betriebe unterstützen können, erklärt Katrin Wenz, Agrarexpertin des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND): „Es ist weiterhin möglich, ökologisch erzeugte und regionale Lebensmittel direkt beim Bauern einzukaufen. Wochenmärkte haben geöffnet und viele Betriebe verkaufen dort ihre Produkte.“

Wer keinen Markt in der nächsten Nähe hat, kann bäuerliche Betriebe dennoch unterstützen. „Viele Hofläden haben weiterhin geöffnet. Mit Ihrem Einkauf bei den Erzeugerinnen und Erzeugern unterstützen Sie deren Direktvermarktung, es kommt mehr Geld direkt bei den Landwirten an“, sagt Wenz. Viele Betriebe informieren auf ihren Internetseiten, ob die Abholung von Produkten auf dem Hof möglich ist und welche Sonderregelungen derzeit bestehen. Klären Sie alternativ Fragen im Vorfeld am Telefon oder per E-Mail ab, um den Betrieben ihre Arbeit zu erleichtern. Den Weg zum Hofladen können sie klimafreundlich mit einer Fahrradtour verbinden.

Solidarität ist gerade jetzt wichtig, betont Katrin Wenz: „Bieten Sie Ihren Nachbarn an, Lebensmittel vom Markt oder aus den Hofläden mitzubringen. Unterstützen Sie insbesondere Menschen, die zu Risikogruppen gehören.“ In immer mehr Mehrfamilienhäusern hängen Bewohnerinnen und Bewohner, die nicht zu einer Risikogruppe gehören, Mitteilungen auf, um ihre Hilfe in dieser schwierigen Zeit anzubieten. So haben sich vielerorts bereits spontan Einkaufsgemeinschaften gegründet.

Ganz direkt und langfristig können Sie landwirtschaftliche Betriebe unterstützen, wenn Sie sich einer Solidarischen Landwirtschaft (Solawi) anschließen. In der „Solawi“ tragen mehrere private Haushalte die Kosten eines landwirtschaftlichen Betriebs, wofür sie im Gegenzug dessen Ernteertrag erhalten. Das Modell funktioniert zwar eher mittel- bis langfristig, doch Solidarische Landwirtschaften sind deutlich krisenfester, denn sie wirtschaften in regionalen Kreisläufen, Erzeuger und Verbraucher tragen gemeinsam die Verantwortung. „Durch den persönlichen Bezug zueinander erfahren sowohl die Erzeugerinnen und Erzeuger als auch die Verbraucherinnen und Verbraucher die vielfältigen Vorteile einer nicht-industriellen, marktunabhängigen Landwirtschaft“, sagt Wenz.

Doch nicht jede Lösung passt für alle Menschen. „Auch wenn der Internethandel aus ökologischen Gründen nicht die beste Lösung ist, kann der Kauf regionaler Bio-Lebensmittel über die wachsende Zahl von Internetportalen aktuell die passende Lösung sein – solange kein Lebensmittelkonzern hinter dem Angebot steht“, gibt Wenz zu Bedenken. Tierwohl muss dabei nicht hinten angestellt werden, denn Fleisch aus besonders artgerechter Tierhaltung gibt es ebenfalls online.

Auch bäuerliche Betriebe bieten ihre Erzeugnisse im Netz an. Wenz abschließend: „Die bereits etablierten Formen der Gemüsekisten, bei denen Lebensmittel direkt an die Haustür gebracht werden, sind empfehlenswert. Doch die Nachfrage ist aktuell so hoch, dass bereits jetzt einige Betriebe an ihren Grenzen sind und keine neuen Kundinnen und Kunden aufnehmen können. Im Internet finden Sie Informationen, welche Kisten auch weiterhin bestellt werden können.“

Weitere Informationen:

BUND-Broschüre „Essen direkt vom Bauernhof“:

www.bund.net/service/publikationen/detail/publication/essen-direkt-vom-bauernhof

Solidarische Landwirtschaft in Ihrer Nähe finden Sie hier: www.solidarische-landwirtschaft.org/solawis-finden/auflistung/solawis/ bzw. als Kartenübersicht hier: www.solidarische-landwirtschaft.org/solawis-finden/karte/

Übersicht über Biohöfe: bioverzeichnis.de/biohoefe

Veröffentlichungshinweise:

Die BUND-Ökotipps sind kostenlos zum Abdruck freigegeben.

Ein Archiv der bisher erschienenen Tipps steht im Internet unter:

www.bund.net/bund-tipps/oekotipps

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Pressekontakt: Katrin Wenz, BUND-Agrarexpertin, Tel.: 0176 - 476 841 62, E-Mail: katrin.wenz@bund.net

BUND-Pressestelle: Sigrid Wolff | Daniel Jahn | Judith Freund | Heye Jensen

Tel. 030-27586-425 | -531 | -497 | -464 | E-Mail: presse@bund.net, www.bund.net

Sie erreichen die Pressestelle zurzeit vorrangig mobil.

Sigrid Wolff: 0162-96 11 946

Daniel Jahn: 0170-160 66 58

Judith Freund: 0176-476 841 64

Heye Jensen: 01590-633 23 72

Hinweis: Angesichts der Ausbreitung des Corona-Virus ergreift auch der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) alle notwendigen Vorsichtsmaßnahmen. So arbeiten die Mitarbeiter*innen verstärkt im Home-Office und nutzen Telefonkonferenzen und digitale Medien für die Kommunikation. Wir alle tragen Verantwortung im Kampf gegen eine weitere Verbreitung des Virus. Gesamtgesellschaftliches Handeln ist das Gebot der Stunde. Von diesem Bewusstsein lassen wir uns stets auch bei unserem Einsatz für den Umwelt- und Naturschutz leiten. Trotz Corona-Krise ist es daher wichtig, dieses Engagement unter Berücksichtigung der gebotenen Vorsichtsmaßnahmen fortzusetzen. Auch die Klimakrise und das Artensterben sind weltweite Krisen, die nicht aus dem Blick geraten dürfen. Umwelt- und Naturschutz betreffen uns alle unmittelbar.

Hrsg.: Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) e.V., Antje von Broock (v.i.S.d.P.), Kaiserin-Augusta-Allee 5, 10553 Berlin