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24.10.2019 – 11:48

BUND

++ BUND: Gentechnik nicht verschleiern, Gentechnik-Regulierung umsetzen ++

BUND-Kommentar vom 24. Oktober 2019

Gentechnik nicht verschleiern, Gentechnik-Regulierung umsetzen

Anlässlich des heutigen EU-Verbraucherministerrats und eines gestern verschickten offenen Briefes von Verbänden der Agrar- und Ernährungsindustrie fordert Daniela Wannemacher, Gentechnik-Expertin beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) die ordnungsgemäße Umsetzung des EuGH-Urteils zu neuer Gentechnik:

"Das EuGH-Urteil im vergangenen Jahr hat bestätigt: Neue gentechnisch veränderte Organismen (GVO) fallen unter die EU-Gentechnik-Gesetzgebung. Das Vorsorgeprinzip und die Anforderungen an die Bewertung von Gesundheits- und Umweltrisiken, das Durchlaufen eines Zulassungsverfahrens vor Markteintritt sowie Kennzeichnung und Rückverfolgbarkeit gelten uneingeschränkt auch für alle neuen GVO. Das ist der Maßstab, der an neue Gentechnik-Verfahren angelegt werden muss.

Der BUND ist wie viele Verbände der Meinung: Nur die konsequente Anwendung des geltenden Gentechnikrechts sichert die Wahlfreiheit. Verbraucherinnen und Verbraucher, Züchterinnern und Züchter, Bäuerinnen und Bauern, Lebensmittelverarbeiterinnen und -verarbeiter wie auch der Handel, die ohne Gentechnik wirtschaften und einkaufen wollen, müssen diese Freiheit weiterhin haben.

Agro-Gentechnik ist in der EU weiter ein Angebot ohne Nachfrage. Und der Ruf nach der CRISPR/Cas-Methode zur gezielten DNA-Bearbeitung zeigt, dass der konventionellen Agrar- und Ernährungsindustrie die Antworten ausgehen. Sie hofft weiterhin auf technische Lösungen, um das nicht mehr zukunftsfähige Modell der Gentechnik weiter am Leben zu halten. Tatsächlich braucht es in Zeiten der Klima- und Biodiversitätskrise eine Agrarwende. Die Umstellung des Agrarsystems, nachhaltigere Anbausysteme und Vielfältigkeit sind die Antworten und nicht Gentechnik."

Weitere Informationen:

In einem gemeinsamen Brief haben Umwelt-, Landwirtschafts- und Verbraucherschutzverbände das Bundesumweltministerium, das Bundesagrarministerium und das Justizministerium aufgefordert, sich auf europäischer Ebene für die Sicherstellung der europarechtlich vorgeschriebenen Regulierung neuer Gentechniken einzusetzen. Den Brief an das BMEL (gleichlautend an BMU und BMJV) finden Sie unter: www.bund.net/verbaendebrief-gentechnik

www.bund.net/gentechnik

Kontakt: Daniela Wannemacher, BUND-Expertin für Gentechnik, Tel.: 01590-1340227, E-Mail: daniela.wannemacher@bund.net

BUND-Pressestelle:

Sigrid Wolff | Daniel Jahn | Judith Freund | Heye Jensen

Tel. 030-27586-425 | -531 | -497 | -464 | E-Mail: presse@bund.net, www.bund.net

Hrsg.: Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) e.V., Antje von Broock (v.i.S.d.P.), Kaiserin-Augusta-Allee 5, 10553 Berlin