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04.09.2002 – 11:09

BUND

"Gipfel der nachhaltigen Enttäuschung" - BUND: Historische Chance nicht genutzt

    Johannesburg/Berlin (ots)

Der Erdgipfel in Johannesburg war eine Enttäuschung. Diese Bilanz zog heute der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). "Die Umweltinteressen sind in Johannesburg verraten worden", erklärte die BUND-Vorsitzende Angelika Zahrnt. "Der rückständigen US-Regierung, unterstützt von Australien, Kanada, Japan und den OPEC-Staaten ist es gelungen, dass die Nachhaltigkeit in vielen Punkten auf dem Altar kurzfristiger wirtschaftlicher Interessen geopfert wurde. Aus dem Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung ist deshalb ein Gipfel der nachhaltigen Enttäuschung geworden." Nach neun Verhandlungstagen hätten Tausende Delegierte nur zwei neue konkrete Ziele bei den Themen Fischerei und Zugang zu sauberem Wasser verabschiedet. Zahrnt: "Dieses magere Ergebnis ist eines Weltgipfels unwürdig."

    Im Bereich der erneuerbaren Energie seien keine quantifizierbaren Ziele und kein Zeitplan verabschiedet worden. Stattdessen solle in Zukunft der Ausbau fossiler Energieträger und großer Staudammprojekte in Entwicklungsländern auch mit deutschen Steuergeldern gefördert werden. Zahrnt: "Diese Beschlüsse dienen dem Klimawandel, nicht dem Klimaschutz."

    Auch das Verhältnis von Handels- und Umweltabkommen habe der Gipfel nicht geklärt. Die Verhandlungen zu diesem Thema würden nun ausgerechnet in der WTO weitergeführt. Zahrnt: "Die einmalige Chance, Umweltabkommen endlich Vorfahrt vor Handelsabkommen einzuräumen, wurde vertan."

    Einen Erfolg sieht der BUND bei den Gipfelergebnissen zur globalen Unternehmensverantwortung.  Zahrnt: "Johannesburg hat gezeigt, dass über kurz oder lang kein Weg an verbindlichen sozialen und ökologischen Regeln für multinationale Konzerne vorbeiführt. Weitere Schritte müssen jetzt folgen. Wir fordern Bundeskanzler Schröder auf, eine internationale Konferenz für Unternehmensverantwortung einzuberufen. Auch auf diesem Gebiet muss Deutschland eine Vorreiterrolle einnehmen."

    Der BUND lobte die Rolle Deutschlands bei den Verhandlungen. "Wir begrüßen die Pläne von Bundeskanzler Schröder zur Förderung der nachhaltigen Energieversorgung und Energieeffizienz in den Entwicklungsländern. Auch die angekündigte globale Konferenz zu erneuerbaren Energien ist ein richtiges Signal. Diese Zusagen waren ein klares Bekenntnis zur globalen Energiewende, die in Johannesburg leider noch nicht eingeleitet werden konnte", so Zahrnt.

ots Originaltext: BUND
Im Internet recherchierbar: http://www.presseportal.de

Bei Rückfragen: Angelika Zahrnt, BUND-Bundesvorsitzende in
Johannesburg, Tel. 0172-5940409; Daniel Mittler,
BUND-Weltgipfelexperte in Johannesburg, 0027-72-4015394. Der BUND ist
die deutsche Sektion von Friends of the Earth International:
www.foei.org

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