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03.09.2002 – 13:12

BUND

BUND: Energiekompromiss von Johannesburg ist schwarzer Tag für Umwelt und Klima

    Johannesburg/Berlin (ots)

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) verurteilte die skandalöse Einigung im Energiebereich auf dem Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung in Johannesburg. Die bisher in einigen Bereichen positive Bilanz des Weltgipfels sei dadurch deutlich negativer geworden.          Nach langen Verhandlungen sei ein Text verabschiedet worden, aus dem alle Bezüge auf ein konkretes Ziel für den weltweiten Ausbau erneuerbarer Energien gestrichen worden seien. Entsprechend gebe es auch keinen Zeitplan, sondern nur die unverbindliche Aufforderung "dringend" den Anteil der erneuerbaren Energien zu erhöhen. Gleichzeitig sollen öffentliche Mittel zur Verfügung gestellt werden, um die Entwicklungsländer mit angeblich sauberen fossilen Energietechnologien und Staudämmen auszustatten. Damit habe sich offensichtlich ohne nennenswerte Abstriche die Dinosaurierallianz aus USA, OPEC, Kanada, Australien und Japan durchgesetzt.          Angelika Zahrnt, BUND-Vorsitzende: "Dieses Fiasko im Energiebereich kann nicht aufgewogen werden durch die wenigen positiven Resultate des Gipfels. Gerade nach den Unwetterkatastrophen der letzten Wochen ist dieses Ergebnis ein schwerer Schlag für den Klimaschutz. Der Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung ist zum Gipfel der nachhaltigen Enttäuschung geworden!"          Besonders problematisch in dem erreichten Kompromiss sei ferner der explizite Bezug auf die Ergebnisse der 9. Sitzung der Commission on Sustainable Development (CSD 9). Dort war festgestellt worden, dass sowohl fossile Energien als auch Atomkraft eine nachhaltige Entwicklung unterstützen können.          "Es wäre völlig kontraproduktiv und absurd, wenn durch die Hintertür dieses Textes nunmehr die Nutzung und der Export von Atomkraft gleichsam höchste Weihen erhalten würden", stellte Angelika Zahrnt fest. "Wir fordern die Bundesregierung und die EU dringend auf, klarzustellen, dass dies so nicht interpretiert werden kann."          Nach Einschätzung des BUND bekommen damit die finanziellen Zusagen von Bundeskanzler Gerhard Schröder für die Förderung erneuerbarer Energien in den Entwicklungsländern vor diesem Hintergrund eine noch größere Bedeutung. Diese konkreten Zusagen gehörten zu den wenigen positiven Ergebnissen des Gipfels.

ots Originaltext: BUND
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Bei Rückfragen: Gerhard Timm, BUND-Bundesgeschäftsführer,
in Johannesburg: Tel. 0027 72 401 5414;
Daniel Mittler, Weltgipfel-Experte des BUND in
Johannesburg, Tel. 0027 72 401 5394, www.bund.net

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