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Bundesumweltminister Trittin muss AKW Brunsbüttel schließen - Serie von Versäumnissen aufgedeckt

    Berlin (ots) - Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland
(BUND) hat von Bundesumweltminister Trittin die Schließung des
Atomkraftwerkes Brunsbüttel verlangt. Vor dem heute tagenden
Umweltausschuss habe der Bericht des Bundesumweltministers zum
Störfall vom 14. Dezember 2001 gravierende Verstöße des Betreibers
HEW aufgedeckt.
    
    Am 14. Dezember 2001 war im AKW Brunsbüttel ein Rohr des
Reaktordruckbehälter-Sprühsystems geborsten. Grund dafür war
wahrscheinlich eine Wasserstoffexplosion. Der Betreiber hatte die
Aufsichtsbehörden erst drei Tage später über den Zwischenfall
informiert und dabei von einer "Leckage" im Rohrsystem gesprochen.
Dem Drängen der schleswig-holsteinischen Aufsichtsbehörden nach einem
Herunterfahren des Reaktors hatte sich der Betreiber wochenlang
verweigert. Die Schwere des Zwischenfalls ist nach Ansicht des BUND
über Monate von den HEW vertuscht und die Bevölkerung auf eine
unverantwortliche Weise gefährdet worden. Die Hamburgischen
Elektrizitätswerke (HEW) hätten vermutlich auf Grund wirtschaftlicher
Interessen alles getan, um Aufsichtsbehörden und Öffentlichkeit über
den Störfall und dessen Ursache im Unklaren zu lassen.
    
    Erst am 18. Februar war die Anlage dann herunter gefahren und der
Bundesumweltminister vom schleswig-holsteinischen Energieministerium
über den Störfall informiert worden.
    
    Renate Backhaus, Atomexpertin im BUND-Bundesvorstand: "Wenn sich
herausstellt, dass wegen der zum Zeitpunkt des Störfalles im
Bundesrat anstehenden Verabschiedung der Atomgesetznovelle ein
gravierender Störfall in einem Atomkraftwerk vertuscht wurde, ist die
Unzuverlässigkeit des Betreibers erwiesen. Die Hamburgischen
Elektrizitätswerke haben diesen Störfall herunter gespielt und sich
den nötigen Sicherheitsmaßnahmen verweigert. Auf Grund der
Gesetzeslage muss ihnen deshalb sofort die Erlaubnis zum Betrieb von
Atomanlagen entzogen werden."
    
    Der BUND fordert, die vier Atomkraftwerke der gleichen Baureihe
wie das AKW Brunsbüttel (Siedewasserreaktoren der Baureihe 1969)
sofort vom Netz zu nehmen und auf ähnliche Schwachstellen im
Reaktordruckbehälter-Sprühsystem zu untersuchen. Nach der vom BUND
1999 veröffentlichten Studie "Atomstrom 2000 - sicher, sauber, alles
im Griff?" haben alle diese AKWs nicht zu akzeptierende
Sicherheitsmängel in diesem Bereich.
    
ots Originaltext: BUND
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