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Grüne Woche grüner denn je
BUND sieht erfreuliche Tendenz zur Ökologisierung der Landwirtschaft

    Berlin (ots) - Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland
(BUND) sieht in der zunehmenden Präsentation von Bioprodukten auf der
Internationalen Grünen Woche in Berlin eine erfreuliche Tendenz zur
Ökologisierung der Landwirtschaft. Auch bei der Tierhaltung und der
Herstellung von Nahrungsmitteln seien verstärkte Bemühungen
erkennbar, zu artgerechteren und umweltfreundlicheren
Produktionsformen überzugehen. Belege dafür seien u.a. die neue
Legehennenverordnung, die beginnende Akzeptanz des Biosiegels und
ökologische Vorgaben für die Landwirtschaft im
Bundesnaturschutzgesetz. Jetzt komme es vor allem darauf an,
Ökoprodukte aus ihren Nischen zu holen und sie den Verbrauchern im
doppelten Sinne schmackhaft zu machen.
    
    Dr. Gerhard Timm, BUND-Bundesgeschäftsführer: "Auf gar keinen Fall
schadet es der Landwirtschaft, verstärkt auf Bio zu setzen. Im
Gegenteil: Wer umsteuert und dem Trend der Zeit folgt, wird zu den
Gewinnern in diesem Marktsegment gehören. Deutschland hat hier im
europäischen Vergleich noch immense Reserven: Für Biolebensmittel
geben beispielsweise unsere dänischen Nachbarn das Vierfache aus.
Wenn der Ökolandbau bis 2010 auf zwanzig Prozent steigt, bekommen die
Landwirte gerade hier Einkommenszuwächse und die Verbraucher bessere
und preisgünstigere Angebote in den Geschäften. Die Nachfrage nach
mehr Bio wird in dem Maße steigen wie das Angebot wächst und
umgekehrt."
    
    Trotz der erfreulichen Tendenzen sei man allerdings vom Ziel einer
umwelt- und tiergerechten sowie verbraucherfreundlichen
Lebensmittelproduktion noch weit entfernt. Eine Marktanalyse des BUND
hatte das ernüchternde Ergebnis, dass der Anteil von Ökoprodukten in
Supermärkten im vergangenen Jahr durchschnittlich weniger als 3
Prozent des Gesamtumsatzes betrug. Nach anderen Statistiken lag der
Anteil von Ökoprodukten am gesamten Lebensmittelumsatz in Deutschland
2001 etwa bei 2,4 Prozent.
    
    Der BUND fordert deshalb, den Absatz von verantwortungsvoll
produzierten Lebensmitteln intensiver zu fördern. Außerdem müsse der
Verbraucher in die Lage versetzt werden, ohne Umstände zwischen
umweltschonend und umweltschädlich, zwischen tiergerecht und
tierquälerisch hergestellten Lebensmitteln zu unterscheiden. Hierfür
bedürfe es einer deutlichen und verständlichen Kennzeichnung aller
Produkte nach Herkunft, Inhaltsstoffen und Produktionsverfahren. Mehr
Transparenz im Handel erlaube dem Verbraucher, seine Kaufentscheidung
bewusster zu treffen.
    
    
ots Originaltext: BUND
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