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15.10.2019 – 11:27

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Exokrine Pankreasinsuffizienz bei Pankreaskarzinom - Studie dokumentiert Überlebensvorteile durch Einsatz von Enzymersatztherapie

Exokrine Pankreasinsuffizienz bei Pankreaskarzinom - Studie dokumentiert Überlebensvorteile durch Einsatz von Enzymersatztherapie
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Exokrine Pankreasinsuffizienz bei Pankreaskarzinom

Studie dokumentiert Überlebensvorteile durch Einsatz von Enzymersatztherapie

- Die Substitution von Pankreasenzymen (PERT) bei Patienten mit 
  Pankreaskarzinom und exokriner Pankreasinsuffizienz wird nur selten 
  eingesetzt. 
- Daten einer aktuellen Kohortenstudie zeigen jedoch, dass die Patienten eine 
  signifikant höhere mediane Überlebenszeitrate unter einer PERT-Behandlung 
  aufweisen.1 

Patienten mit Pankreaskarzinom leiden oftmals zugleich an einer exokrinen Pankreasinsuffizienz. Spezifische Symptome sind Diarrhoe und Fettstühle (Steatorrhoe). Sie entwickeln sich graduell im Verlauf der Erkrankung und führen zusammen mit der Tumorkachexie zu Mangelernährung, einer schlechten Gesamtkonstitution der Patienten und dem Verlust an Lebensqualität.

"Eine Enzymersatztherapie kann den krankheitsassoziierten Abbau des Ernährungs- und Allgemeinzustandes verlangsamen", kommentierte der Gastroenterologe Prof. Jürgen Gschossmann vom Klinikum Forchheim die Studiendaten. "Patienten mit einem verbesserten Ernährungszustand tolerieren operative Eingriffe und chemo-therapeutische Maßnahmen besser", so Gschossmann. "Insofern kann eine Enzymtherapie unterstützend wirken und hat damit einen positiven Effekt auf die Überlebensdauer".

PERT verbessert die Prognose

Bisher fehlten Praxis-Daten zur Häufigkeit der Anwendung einer PERT bei Patienten mit Pankreaskarzinom und auch die Auswirkung auf die Überlebenszeit der Patienten war unklar. In einer retrospektiven Kohortenstudie analysierten Roberts et al. die Daten von 4.554 Patienten, die zwischen Januar 1998 und September 2015 die Diagnose duktales Pankreaskarziniom erhalten hatten. Die Daten entstammten der Datenbank CRPD (Clinical Practice Research Datalink)*.

Nur 21,7% dieser Patienten (n=987) hatten eine PERT erhalten. Ein Vergleich zweier gematchter Patienten-gruppen mit und ohne PERT-Behandlung (n=807 je Gruppe) dokumentierte eine signifikant höhere mediane Überlebenszeitrate in der Gruppe mit PERT-Behandlung (274 Tage versus 140 Tage). Mit einer adjustierten mittleren Überlebenszeitrate von 2,62 lebten Patienten mit einer PERT-Behandlung mehr als 2,5mal länger als Patienten ohne PERT-Behandlung.

Signifikanten Unterschiede in den medianen Überlebenszeitraten

Diese signifikanten Unterschiede in den medianen Überlebenszeitraten ließen sich unabhängig von der angewendeten Tumor-Therapie (OP und/oder Chemotherapie) nachweisen. In den hierzu durchgeführten Subanalysen lebten nach einem Jahr noch 32% versus 16% (Patienten ohne OP), 43% versus 26% (Patienten mit Chemotherapie und ohne OP) sowie 25% versus 9% (Patienten ohne Chemotherapie und ohne OP) [s. Abbildung]. Mit steigendem Alter wurde der Überlebensvorteil der Patienten mit PERT-Behandlung immer deutlicher. "Generell können Patienten also von einer Enzymersatztherapie profitieren, wie dies auch die Ergebnisse der britischen Studie zeigen", bestätigte Gschossmann.

Patienten profitieren von PERT

Die schlechte Ernährungssituation der Patienten mit exokriner Pankreasinsuffizienz wird nach Ansicht der Studienautoren bisher unterschätzt und eine Enzymersatztherapie noch zu selten eingesetzt. Da die Substitution von Pankreasenzymen gut verträglich ist, sollte sie - insbesondere vor dem Hintergrund der Studienergebnisse, die einen signifikanten Effekt auf die Überlebensdauer der Patienten zeigen - als Standardtherapie für dieses Patientenklientel in Betracht gezogen werden.

*Die Datenbank CRPD umfasst die anonymisierten Daten aus 700 Praxen der Primärversorgung mit mehr als 14.000 Patienten in UK.

Referenzen

1 Roberts KJ et al. Enzyme replacement improves survival among patients with pancreatic

cancer: Results of a population based study. Pancreatology 2019; 19: 114-121

Fachinformation Kreon® 25000, Stand 04.2017

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Martina Mathilde Brunner
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