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Umfrage: Deutsche Anleger sind bei der gesetzlichen Rente ahnungslos

Frankfurt (ots) - Die Rentenreform im Jahr 2005 und ihre Auswirkungen auf die Altersvorsorge ist an den Deutschen offenbar vollkommen vorbeigegangen. Bei einer repräsentativen Umfrage von Forsa im Rahmen des Anlegerbarometers von Union Investment wussten nur 16 Prozent der Befragten, dass die gesetzliche Rente im Alter versteuert werden muss, wenn sie heute in Rente gehen. Der Kenntnisstand steigt dabei leicht mit zunehmendem Alter der Befragten an. Bei den 20- bis 29-Jährigen wissen 8 Prozent über die steuerliche Behandlung der Rentenzahlung Bescheid, bei den 50- bis 59-Jährigen sind es 22 Prozent. Deutliche Wissensunterschiede gibt es auch in Abhängigkeit vom monatlichen Haushaltsnettoeinkommen. Liegt dies unter 2.300 Euro, wissen nur rund 4 Prozent, dass die Rente im Alter versteuert werden muss. Bei einem Verdienst von 2.300 bis 4.000 Euro liegt der Wert bei rund 15 Prozent, und bei einem Einkommen von mehr als 4.000 Euro kennt knapp jeder Dritte (32 Prozent) die gesetzliche Regelung.

Falsch eingeschätzt wird von den meisten auch die Höhe der Besteuerung. Keiner der Befragten wusste, wie hoch bei einem heutigen Rentenbeginn der aktuelle Steuersatz ist. 90 Prozent konnten gar keinen Wert angeben, 2 Prozent nannten einen Steuersatz über den korrekten 66 Prozent, und knapp jeder zehnte (8 Prozent) schätzte ihn niedriger ein. Gefragt nach dem steuerpflichtigen Anteil ab dem Jahr 2040 konnten nur 8 Prozent richtig angeben, dass ab diesem Zeitpunkt die vollen Bezüge in der Steuererklärung angeben werden müssen.

Im Jahr 2005 wurde die nachgelagerte Besteuerung von Renten eingeführt. Das bedeutet, dass Vorsorgeaufwendungen während des Berufslebens zunehmend steuerbefreit und im Gegenzug die Renteneinkünfte schrittweise besteuert werden. Generell gilt: Alle, die ab dem Jahr 2040 in Rente gehen, müssen ihr Einkommen grundsätzlich voll versteuern.

"Die Umstellung der Rente auf das System der nachgelagerten Besteuerung heißt, dass man im Erwerbsleben mehr Geld zur Verfügung hat und dieses ansparen muss. Denn im Alter erhält man aufgrund der Steuern weniger Rente als früher. Wer die Rentenprognose im jährlichen Bescheid der Deutschen Rentenversicherung als verfügbares Einkommen versteht, begeht einen gravierenden Fehler", betont Wolfram Erling, Leiter Zukunftsvorsorge bei Union Investment. Dass das System der Rentenbesteuerung auch nach rund acht Jahren kaum bekannt ist, sei ziemlich erschreckend.

Nur 38 Prozent können die zukünftige Rentenhöhe richtig einordnen

Große Unsicherheit besteht auch bezüglich der zukünftigen Rentenhöhe. Bei der Frage, wie viel Prozent des letzten Einkommens man später als gesetzliche Rente bekommt, geben 38 Prozent der Befragten eine Bandbereite von 30 bis 50 Prozent an. 11 Prozent erwarten eine staatliche Leistung von weniger als 30 Prozent, 43 Prozent rechnen mit mehr als 50 Prozent des Einkommens als Rente.

Was die Deutschen wirklich als staatliches Alterseinkommen erwarten können, zeigt der Vorsorgeatlas Deutschland, den die Universität Freiburg im Auftrag von Union Investment in diesem Jahr erstellt hat. Demnach bekommen die Menschen im Durchschnitt 42 Prozent ihres letzten Einkommens als Rente. Je nach Altersgruppe unterscheiden sich die Quoten allerdings deutlich. So erhalten die heute 20- bis 34-Jährigen im Schnitt rund 38 Prozent, die 50- bis 65-Jährigen hingegen 51 Prozent.

Trotz der Unkenntnis über ihre Rente meinen die meisten Befragten, genug vorgesorgt zu haben

Obwohl die Menschen die Höhe und die Steuerbelastung der gesetzlichen Rente nicht kennen, meinen 62 Prozent der Befragten, dass sie ausreichend für das Alter vorgesorgt haben. Nur 16 Prozent denken, dass ihre Anstrengungen nicht reichen. Je nach monatlichem Haushaltsnettoeinkommen gibt es bei der Einschätzung deutliche Unterschiede. Bei einem Einkommen von unter 1.300 Euro haben nach eigenen Angaben nur 21 Prozent eine ausreichende Altersvorsorge. Liegt das Einkommen zwischen 1.300 und 3.100 Euro, geben 53 Prozent an, über eine genügend Zusatzrente zu verfügen. Bei der Gruppe über 3.100 Euro liegt der Wert sogar bei 74 Prozent.

"Die Höhe der gesetzlichen Rente nicht zu kennen, die Prognosen des Rentenbescheides als Nettoeinkommen zu interpretieren und sich trotzdem in Sicherheit zu wiegen, kann im Einzelfall im Fiasko enden", warnt Erling. Es sei daher extrem wichtig, mit seinem Bankberater eine Bestandsaufnahme über alle Vermögenswerte zu machen und seine Altersvorsorge auf den Prüfstand zu stellen. "Ansonsten versucht man, die Wüste ohne Kompass zu durchqueren. Das kann gut gehen, funktioniert aber meistens nicht", betont Erling.

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