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Ostthüringer Zeitung: Jörg Riebartsch kommentiert: Stimmung in der Bude

Gera (ots) - Selbst wenn das Erwartete passiert, ist die alte Tante SPD noch in der Lage, für Überraschungen zu sorgen. Martin Schulz galt als heißer Anwärter auf den Job, wer noch am besten abschneidet im erfolglosen Ringen um die Kanzleraufgabe gegen Angela Merkel. Am Wochenende sollte der Parteivorstand das entscheiden. Monatelang hielt SPD-Chef Sigmar Gabriel dicht - und ein paar Tage vor dem Zeitplan platzt es aus ihm heraus. Und den Posten als Parteichef will er auch gleich loswerden. Da ist offenbar jemand schwer beleidigt, weil er sich unter den Kulissenschiebern nicht durchsetzen konnte.

Die Lösung mit Martin Schulz hat Charme. Seine Umfragewerte sind passabel. Und obgleich er schon lange Politiker ist, wirkt er in der Bundespolitik unverbraucht. Ob das weitere Kalkül aufgeht? Schulz soll aus der Bundesregierung herausgehalten werden. Dann kann er Merkel besser angreifen. Mehr Punkte auf der Beliebtheitsskala gäbe es aber als Außenminister. Das macht nun Gabriel selbst. Aber weshalb?

Schulz gilt als wortgewaltiger Politiker, der Leidenschaft verkörpern kann. Die SPD setzt also auf einen Menschen, der bewusst anders daher kommt als der phlegmatisch wirkende Gabriel. Der erweckte immer wieder mal den Eindruck, allzu schnell eingeschnappt zu sein.

Mit Schulz hat die SPD einen Kanzlerkandidaten, der für Leben und Stimmung in der Bude sorgen soll. Die CDU wird beteuern, dass ihr das einerlei ist. Es hätte für das Merkel-Lager besser kommen können.

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