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Ostthüringer Zeitung: Jörg Riebartsch kommentiert: Wettkampf ums Geld

Gera (ots) - Im Sport läuft ohne Geld schon lange nichts mehr. Es ist zur Frage des Ertrages eines Unternehmens geworden, ob die Mittel reichen, um beim Fußball nur den Viertligaverein ZFC Meuselwitz in Ostthüringen zu unterstützen oder Bundesligaqualität bei RB Leipzig gefördert werden kann. Insofern schießt Geld zwar keine Tore. Aber es hilft ungemein. Weil auch in anderen Sportarten als dem Fußball mit Geld mehr läuft als ohne, rückte kürzlich die Nachricht in den Fokus, dass die beiden öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten sich nicht mehr den Zuschlag für die Übertragung der Olympischen Spiele kaufen konnten. Ein Aufschrei in der Bevölkerung blieb aus. ARD und ZDF hatten sich wohl eine größere Empörung gewünscht. Man muss diesem Verlust nicht allzu sehr hinterher trauern. Wie unmittelbar aber TV-Übertragungen das Geschäft der Sportler beflügeln, lässt sich an ihrer Reaktion ablesen. Sie fürchten bei einer ausbleibenden Übertragung durch ARD und ZDF, dass Sponsoren weniger Geld bezahlen. Im Fußball leben die Vereine nicht nur von Sponsoren, sondern auch von den Fernsehgeldern. Wer sich beispielsweise über die Gehälter von Fußballstars aufregt, muss wissen, dass er diese über seine Zwangsgebühren an den öffentlich-rechtlichen Rundfunk mitfinanziert. In Spanien und Großbritannien sind diese Fernsehgelder noch höher, weswegen die Vereine dort noch dickere Gehälter und Ablösesummen zahlen können. In Deutschland führt das zuweilen bei großen Clubs wie Dortmund oder Bayern zu Empörung und dem Vorwurf, dies führe zu einer Wettbewerbsverzerrung. Das dürften Vereine wie Köln, Darmstadt oder Frankfurt wiederum für merkwürdig halten, weil sie wieder schwerer an Geld kommen als sogenannte Werksclubs, die von Chemiekonzernen oder Automobilherstellern getragen werden. Bleibt mithin die Frage übrig, wie Sportvereine an das Geld kommen das sie brauchen, um mit anderen mithalten zu können. Sport wird vorrangig zum Wettkampf um Einnahmen.

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