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Ostthüringer Zeitung: Wolfgang Schütze kommentiert: Flugzeugabsturz
Gesteigertes Entsetzen

Gera (ots) - Beim Tod in den Alpen war doch schon alles schrecklich genug, doch offenbar geht es noch schlimmer...

Denn was sich bislang niemand vorstellen mochte, ist seit gestern ziemliche Gewissheit. Der Co-Pilot hat offenbar ganz bewusst, ganz gezielt die Germanwings-Maschine gegen eine Felswand gesteuert. Der Staatsanwalt in Marseille tat sich schwer damit, dieses Verhalten "Selbstmord" zu nennen. Denn hinter dem vermutlich lebensmüden jungen Mann saßen 148 Passagiere und Besatzungsmitglieder sowie ein Pilot, der verzweifelt versuchte, wieder ins Cockpit zu gelangen.

Nicht, dass ein bloßes technisches Versagen das Leiden der Opfer und ihrer Angehörigen irgendwie leichter gemacht hätte. Aber nach den gestrigen Erkenntnissen ist es eben kein Schicksal, das einen immer und überall einholen kann. Nein, nach allem, was bis jetzt bekannt ist, war es eine abscheuliche Tat, wie immer sie auch später von Juristen und Psychiatern bezeichnet werden mag.

Es wäre kein Wunder, wenn jetzt Trauer in Wut umschlägt. Allerdings sollte sie sich nicht gegen die Angehörigen des Co-Piloten richten. Warum also das - inzwischen polizeibewachte - Elternhaus im Fernsehen gezeigt wird, erschließt sich nicht. Denn was können sie dafür?

Viel wichtiger als in der Psyche eines mutmaßlichen Mörders herumzustochern ist es, zu lernen. Wie nach dem 11. September 2001. Die Lehre heute heißt: Sicherheit darf nicht zur Falle werden. Mindestens zwei Leute im Cockpit sind wichtig. Überlebenswichtig.

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