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Ostthüringer Zeitung: Jörg Riebartsch kommentiert: Florett gegen Streitaxt

Gera (ots) - Diplomatie ist ein schwieriges Geschäft. Wie soll man als Diplomat mit seinem biegsamen Florett etwas ausrichten, wenn der Gegenüber bereits Schwert und Streitaxt ausgepackt hat und damit seinen Vorteil gesucht und gefunden hat? Die Besetzung der ukrainischen Krim durch die russische Armee war parallel zu den olympischen Spielen im russischen Sotschi nicht nur strategisch vorbereitet worden. Der Machtzugriff zeigt zudem, dass ein nicht unbedeutender Teil der Ukraine sich nach wie vor Russland zugehörig fühlt. Und außerdem meint das Russland von Wladimir Putin auch, die Ukraine gehöre trotz der Loslösung von der damaligen Sowjetunion immer noch und irgendwie zum Reich der Föderation. Die Situation ist zusätzlich deshalb verworren, weil sich die Europäische Union nicht gerade geschickt verhalten hat. Hinterher ist man bekanntermaßen immer schlauer. Aber war ein Abkommen hinter dem Rücken Russlands wirklich klug, das Deutschland, Frankreich und Polen mit der Ukraine geschmiedet haben? Was hätte die Union Europas davon, wenn die Ukraine gespalten wäre und der andere Teil des Landes waffenstarrend mit Putin hält? Die Ukraine vielmehr böte sich als Brückenstaat zwischen Europäischer Union und Russland an - und als Freihandelszone. Das könnte auch eine Spaltung des Landes verhindern; nicht entweder oder sondern mit Europäischer Union und Russland. Das Putin nun abzuringen, nachdem er sich mit Schwert und Streitaxt auf der Krim niedergelassen hat, fällt schwer, wenn man nur mit dem Florett rumfuchteln kann.

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