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Enttäuschung bereits vor der Amtseinführung
Andrés Manuel López Obrador wird am Samstag als mexikanischer Präsident vereidigt

Mexiko-Stadt / Berlin / Bonn (ots) - Mexikos designierter Präsident Andrés Manuel López Obrador hat bereits vor seinem Amtsantritt bei der Unternehmerschaft des Landes an Zuspruch verloren. Einer der Gründe: Der Bau des neuen Hauptstadtflughafens wurde durch eine umstrittene Bürgerbefragung gestoppt, an der sich nur ausgewählte Gemeinden beteiligen konnten. Beides, sowohl die Auswahl als auch der Stopp an sich seien intransparent und falsch, so der Vorwurf aus der Wirtschaft.

"Fairerweise muss man allerdings sagen, dass der Bau nur schleppend vorankam und technische Details noch nicht abschließend geklärt waren. Ein weiterer Kritikpunkt an der zukünftigen Regierung ist, dass sie bei ihrem Haushaltsentwurf von hohen Steuereinnahmen und Ausgabenkürzungen ausgeht - ohne zu erklären, wie diese erreicht werden sollen", erklärt Florian Steinmeyer von Germany Trade & Invest (GTAI) in Mexiko-Stadt.

Zwar konnten sich die USA, Mexiko und Kanada auf das United States-Mexiko-Canada Abkommen (USMCA) einigen, das den bisherigen Nafta-Vertrag ersetzen soll. Doch die US-Regierung kann trotz der Einigung zusätzliche Zölle erheben, die über den Rahmen einer vereinbarten Quote hinaus auch Autos aus Mexiko treffen würden. Auch die US-Zölle auf mexikanische Stahl- und Aluminiumprodukte sind nach wie vor in Kraft. Wohl auch deswegen senkte der Internationale Währungsfond (IWF) seine Wachstumsprognose für dieses Jahr von 2,2 auf 2,1 Prozent und für 2019 von 2,5 auf 2,3 Prozent.

Trotz der Unsicherheit auf internationaler Ebene plant die neue Regierung, massiv in die Infrastruktur des Landes zu investieren. Das Geld soll vor allem in die Energiewirtschaft, Zugprojekte und den Ausbau von Sonderwirtschaftszonen fließen. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der petrochemischen Industrie. Neue Raffinerien sollen gebaut und bestehende Anlagen modernisiert werden. Das Ziel sei, so Florian Steinmeyer, die Abhängigkeit Mexikos von Importen zu senken.

"Die zukünftige Regierung plant, 25 Milliarden US-Dollar allein in sieben Projekte zu investieren, die sie als besonders dringend einstuft. Dabei handelt es sich vor allem auch um Anschubfinanzierungen, der größte Teil des benötigten Geldes soll von privater Seite kommen. Letztendlich muss es der Regierung Obrador also gelingen, die Unternehmen für die Infrastrukturmaßnahmen zu begeistern und mit ins Boot zu holen."

Mehr Informationen zu Mexiko finden Sie unter: www.gtai.de/mexiko

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