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Streitfall - Türkei fordert die Sphinx aus Hattuscha vom Berliner Pergamonmuseum zurück

Hamburg (ots) - Die Türkei fordert die Sphinx aus Hattuscha, die im Berliner Pergamonmuseum steht, zurück und droht deutschen Archäologen mit dem Entzug der Grabungslizenz.

Eigentlich war das geflügelte Wesen ein Wrack, in mehrere Fragmente zerborsten, als sie 1915 zusammen mit einer Pendantskulptur zu Restaurierungszwecken nach Berlin gelangte. Während ihre besser erhaltene Schwester wieder ins Fundland zurückgesandt wurde, verblieb die hethitische Sphinx aus dem 13./14. Jahrhundert vor Christus in Berlin. Mehrfach forderte die Türkei die Rückgabe der Portalskulptur aus der Hethiter-Stadt Hattuscha, nun zuletzt mit Vehemenz.

"Da die Aktenlage im Hinblick auf die hethitische Sphinx nicht völlig eindeutig ist halte ich es für sinnvoll, ergebnisoffen in Gespräche mit der türkischen Seite zu gehen", so Hermann Parzinger, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz. Dass eine Übergabe der Sphinx an die Türkei erfolge, ist für ihn noch keinesfalls entschieden.

Wie das Kunstmagazin art in seiner Mai-Ausgabe berichtet, kündigte der türkische Kulturminister Ertugrul Günay jedoch zwei radikale Maßnahmen an, falls die Skulptur nicht binnen eines von ihm gesetzten Ultimatums bis Juni zurückgegeben werde: Man werde dann Berlin nicht nur die Leihgabe für die im September beginnende Pergamon-Ausstellung verweigern, sondern auch dem Deutschen Archäologischen Institut (DAI) die Ausgrabungslizenz in Hattuscha entziehen. Wäre der Verzicht auf türkische Leihgaben bitter, käme der Lizenzentzug einem Desaster für die archäologische Forschung gleich. Denn seit den dreißiger Jahren ist das DAI systematisch mit den Ausgrabungen in der Hauptstadt des Großreichs der Hethiter, die größer als Troja war, befasst.

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