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Etikettenschwindel im großen Stil - art hinterfragt am Beispiel der "Sammlung Jäger" Glaubwürdigkeit und Vorgehensweisen im Kunsthandel

Hamburg (ots) - "Der typische Vorgang läuft so ab: Das Werk taucht auf aus dem Dunkel, wird bewundert, dann durchschaut, verurteilt und sinkt in den Orkus. Es hinterlässt nichts als schweigende Scham bei den Beteiligten." Was der Kunsthistoriker Max J. Friedländer 1920 so treffend beschreibt, ist ein Fälschungsskandal, einer wie er gerade - wieder einmal - den Kunsthandel erschüttert.

Nun widmet sich das Kunstmagazin art in seiner November-Ausgabe dem Fall der "Sammlung Jäger" und klärt auf: über Vorgeschichte, Zusammenhänge und Ausmaße einer der größten deutschen Fälschungsskandale der Nachkriegszeit. Der Schaden liegt bisher bei schätzungsweise 80 Millionen Euro. Die Staatsanwaltschaft Köln ermittelt gegen zwei Enkelinnen des angeblichen Kunstsammlers Werner Jäger, die für das Einschleusen der Fälschungen in den Kunsthandel zuständig gewesen sein sollen. Ebenso der Gatte der Älteren, ein Maler mit Talent, der nach bisherigem Stand der Untersuchungen die Meisterwerke der Moderne gefälscht haben soll: Heinrich Campendonks "Rotes Bild mit Pferden", das 2006 für 2,9 Millionen Euro versteigert wurde, Max Pechsteins "Liegender weiblicher Akt mit Katze", der für 500 000 Euro wegging und Max Ernsts "Die Horde" - das Bild erwarb für mehrere Millionen Euro der Sammler Reinhold Würth. Dazu ein zweifelhafter Pechstein und ein Porträt, das von Louis Marcoussis stammen sollte.

Doch es geht nicht nur um Geld, auch die Glaubwürdigkeit renommierter Kunstexperten und Auktionshäuser wie Christie's, Sotheby's und die des Kunsthauses Lempertz stehen auf dem Spiel und der Fall wirft die Frage auf, wie es zu solchen Skandalen kommen kann. Wie ernst nehmen Auktionshäuser ihre Sorgfaltspflichten und wie ausreichend wird die teure Ware überhaupt geprüft? Bei Christie's heißt es dazu: "Wir verkaufen keine Kunstwerke, von denen wir den Verdacht haben, dass sie nicht echt sind." Und für das Kunsthaus Lempertz wird erklärt: "Wir haben uns auf maßgebliche Experten verlassen!"

art ist Europas größtes Kunstmagazin und Marktführer im Segment der Kunstzeitschriften. Die monatlich erscheinende Zeitschrift informiert auf journalistisch anspruchsvolle, verständliche und unterhaltsame Weise über alle wichtigen Ereignisse, Entwicklungen und neuen Trends der internationalen Kunstszene. Neben Malerei, Plastik und Architektur wird auch über jüngere Gattungen wie Fotografie, Videokunst, Design und CrossCulture berichtet.

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