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Der erfundene Maler? - art folgt der Spur des tschechischen Meisters Kec'ír'

    Hamburg (ots) - Auf dem internationalen Kunstmarkt erfreuten sich die Bilder des tschechischen Malers Bohumil Samuel Kec'ír' (1904-87) noch bis vor kurzem großer Beliebtheit. Besonders in Österreich waren Kec'ír's lyrisch-expressive Abstraktionen in starken Farben gefragt. Doch da gibt es ein Problem: Wahrscheinlich hat Kec'ír' nie existiert und seine Geschichte, seine Bilder sind Produkte einer Fälschungskampagne, wie das Kunstmagazin art in seiner neuesten Ausgabe berichtet, die ab heute im Handel erhältlich ist.

    Eine Reportage des tschechischen Fernsehsenders TV Nova spürte den Lebenszeichen des geheimnisvollen Malers nach und löste damit ein großes Medieninteresse aus. Doch amtliche Urkunden oder sonstige Beweise für Kec'ír's Existenz wurden nicht gefunden. Der Maler ist weder in der Patientenliste des psychiatrischen Krankenhauses noch im Kirchenregister vermerkt.

    Im Jahr 1987 soll eine Totenmesse für Kec'ír' in der Brünner Jakobskirche stattgefunden haben, behauptet der österreichische Kunstexperte Erich Tromayer in seiner 2005 erschienen Biografie über den Maler. Er ist dem Maler aber nie persönlich begegnet, hat dessen Werke erst in den 90er Jahren kennen gelernt. Dennoch gibt es für Tromeyer keinen Zweifel an der Existenz des Meisters: "Die Tschechen sind nur neidisch, weil so viele von Kec'ír's Bildern in Österreich hängen." Der Spezialist hat ein Fachgutachten anfertigen lassen, das neue Beweise bringen soll.

    Medien in Tschechien hingegen sprechen von einem groß angelegten Betrug durch eine Kunstmarktmafia. Bislang stellte jedoch keiner der Kec'ír'-Sammler Strafanzeige oder gab eine chemische Analyse der Gemälde in Auftrag. Dies erklärt sich Emil Celeda, Anlageberater für Kunstinvestitionen, so: "Solche Untersuchungen lohnen sich nur, wenn es um wirklich teure Gemälde geht."

    Falls die Existenz von Bohumil Samuel Kec'ír' weiter ohne Beweise bleibt, stellt sich dem Kunstmagazin art die Frage, wer denn das stattliche Oeuvre gemalt haben könnte.

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Kurt Otto
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