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02.02.2007 – 13:01

SWR - Südwestrundfunk

Südwestrundfunk (SWR) Programmhinweise von Mittwoch, 07.02.07 (Woche 6) bis Donnerstag, 01.03.07 (Woche 9)

    Baden-Baden (ots)

Mittwoch, 7. Februar 2007 (Woche 6)/02.02.2007

    Geänderten Programmablauf für SR beachten! (Programm BW und RP wie mitgeteilt)

    09.05    (VPS 09.04)
            Live aus dem Landtag des Saarlandes
            Schwerpunkt Bergbau

                 (bis 13.00 - weiter wie mitgeteilt)

    Donnerstag, 1. März 2007 (Woche 9)/02.02.2007

    22.55
            "Wir haben doch nichts getan..."
    Der Völkermord an den Sinti und Roma
    Ein Film von Gabriele Trost

    "Ich möchte eigentlich noch der Mund sein, der sprechen kann für alle Toten, die dort geblieben sind. Dass die Welt auch noch begreift und weiß was mit uns passiert ist." Die das sagt, ist eine Dame. Klug, belesen, charmant. Wenn Lily van Angeren deutsch spricht, dann mit einem niederländischen Akzent. Sie lebt seit Kriegsende in Holland, wollte nicht mehr im Land der Täter sein. Es war nicht mehr ihre Heimat, denn die Nationalsozialisten hatten fast alle ihre Angehörigen ermordet. Weil sie der Minderheit der Sinti und Roma angehörten. Im Frühjahr 1943 wurde Lily van Angeren mit ihrer Familie in das "Zigeunerlager", einem abgetrennten Bereich des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau deportiert. Und mit ihnen etwa 20.000 andere deutsche Sinti und Roma. Die meisten hatten zuvor ein ganz normales Leben geführt, wie andere Deutsche auch. 1933 konnte niemand von ihnen ahnen, was kommen würde und manche waren in der Hitlerjugend, dem Bund Deutscher Mädel und ab 1939 kämpften viele der Väter in der Wehrmacht. Und doch begann mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten der Prozess der rassischen Ausgrenzung, Verfolgung und schließlich Vernichtung der Sinti und Roma. Der Film zeichnet die wichtigsten Stationen einiger Leidenswege nach, sechs Überlebende berichten über ihr Schicksal: Hildegard Franz, deren Mann und drei Kinder in Auschwitz ermordet wurden; Mano und Hugo Höllenreiner, die gerade mal zehn Jahre alt waren, als sie deportiert wurden und die in Auschwitz erfahren mussten, welche Folgen die Experimente des Lagerarztes Josef Mengele hatten; Helene Winterstein, die mit ihrer Familie bereits 1940 nach Polen deportiert wurde und dort Zwangsarbeit leisten musste; Lily van Angeren, die als Lagerschreiberin die Namen aller Toten notierte.

    Und Josef "Muscha" Müller, der in einer Pflegefamilie aufwuchs und nicht ahnte, dass seine leiblichen Eltern Sinti waren. Er hat überlebt, weil seine Pflegeeltern ihn monatelang in einer Gartenlaube versteckt hielten und so dem Zugriff der Behörden entzogen. Es sind sechs Schicksale, stellvertretend für alle Opfer. Deren genaue Zahl kennt man bis heute nicht. Manche nehmen an, dass bis zu 500.000 Sinti und Roma aus ganz Europa der NS-Vernichtungspolitik zum Opfer gefallen sind. Menschen, die in den Lagern ermordet, an Seuchen und Auszehrung gestorben oder von den SS-Einsatzgruppen erschossen oder erschlagen wurden. Noch heute gedenken Sinti und Roma aus ganz Europa am 2. August aller ihrer ermordeten Angehörigen. Jedes Jahr kommen sie nach Auschwitz-Birkenau zu einer Totenfeier und für viele der Überlebenden ist es bis heute schwer,  an den Ort ihres Leidens zurückzukehren. Im Sommer 1944 wurde das "Zigeunerlager" aufgelöst, die noch arbeitsfähigen Sinti und Roma in andere Lager weiterverschleppt. Alle verbliebenen Sinti und Roma wurden danach, in der Nacht vom 2. auf den 3. August 1944, ermordet. Es waren 2.897 Männer, Frauen und Kinder.

    Bei Fragen wenden Sie sich bitte an Ursula Foelsch, Tel. 0 72 21 / 9 29 - 22 85.

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