PRESSEPORTAL Presseportal Logo
Alle Storys
Folgen
Keine Story von SWR - Südwestrundfunk mehr verpassen.

12.10.2006 – 10:46

SWR - Südwestrundfunk

"Aufgabe der Kulturpolitik ist es, kulturelles Erbe zu sichern, nicht zu veräußern"

Baden-Baden (ots)

Geschäftsführerin des Deutschen Museumsbundes
übt scharfe Kritik an baden-württembergischer Kulturpolitik
Die Überlegung der Landesregierung von Baden-Württemberg, mit dem 
Verkauf vieler kleiner Objekte aus Museen und Bibliotheken das 
Badische Fürstenhaus zu sanieren und das Schloss Salem zu sichern, 
ist von der Geschäftsführerin des Deutschen Museumsbundes, Mechthild 
Kronenberg, in SWR2 ("Journal am Morgen") als eine "unglaublich 
peinliche und blamable Affäre" bezeichnet worden. Wörtlich sagte Frau
Kronenberg in SWR2: "Museen sind keine Rückhaltebecken, aus denen man
in Zeiten finanzieller Engpässe Objekte entnimmt, veräußert, um damit
Schwierigkeiten zu überbrücken." Die Aufgabe der Kulturpolitik 
bestehe darin, "die Sicherung des kulturellen Erbes voranzutreiben 
und nicht dessen Veräußerung". Ein Verkauf von Kunstobjekten sei in 
Ausnahmefällen möglich, aber der Erlös müsste dann den 
"Kunstsammlungen wieder zugutekommen". "Wir können nicht an die 
Filetstücke herangehen und sie veräußern, wir haben sie zu 
beschützen", so die Geschäftsführerin des Deutschen Museumsbundes. 
Sie forderte in SWR2 ein Gesetz für den Schutz des Kulturerbes. Das 
historische Erbe brauche dringend einen Schutzraum, der nicht 
angetastet werden könne. Die baden-württembergische Landesregierung 
müsse einen anderen Weg suchen, um die finanziellen Probleme zu 
lösen. Andernfalls würde es zu einem "großen Sündenfall" kommen.
Bereits gestern Abend hatte sich die Präsidentin des 
Museumsverbandes Baden-Württemberg, Dr. Kirsten Fast, im 
SWR2-Interview kritisch zu den Plänen der Landesregierung geäußert, 
nach denen die staatlichen Museen in Baden-Württemberg bis März 2007 
durch Verkäufe zehn Millionen Euro aufbringen sollen, um den 
Vergleich mit dem Haus Baden zu finanzieren: "Ich finde es 
unverantwortlich, was da passiert. Es ist mir ein Rätsel, wie man in 
so kurzer Zeit so viel Geld stemmen soll, ohne wirklich grundlegende 
Arbeiten zu verkaufen", erklärte Fast in der Sendung SWR2 "Journal 
aus Baden-Württemberg". Allen Museen im Lande sei bewusst, dass es 
weniger Geld gebe und dass sie Opfer bringen müssten, aber "die 
Affinität der Landesregierung zu den Adelshäusern" verstünden sie 
nicht. Im Museumsverband Baden-Württemberg sind 600 Landes-, 
Kommunal- und Privatmuseen organisiert.
Das vollständige SWR2-Interview mit Mechthild Kronenberg finden 
Sie unter
www.SWR2.de/sendungen/journal/interviews.html
SWR-Pressestelle
Bei Fragen wenden Sie sich bitte an Georg Brandl, Tel. 
07221/929-3854, georg.brandl@swr.de

Original-Content von: SWR - Südwestrundfunk, übermittelt durch news aktuell